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Fresh

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1

Donnerstag, 5. April 2012, 14:21

Kony 2012

Hallo ich möchte hier einmal wissen was ihr von der Kampange Kony 2012 haltet.

30 Minütiges Video:


Zu wenig Zeit für das Video:
Quelle: Zeit Online
Zum vollständigen Artikel: Hier

Im Video wirbt Russells Organisation Invisible Children für einen
militärischen Einsatz der USA in Uganda. Tatsächlich hat Barack Obama im
vergangenen Oktober eine kleine Gruppe von Soldaten in das
ostafrikanische Land entsandt, um Joseph Kony zu fassen – eine Aktion,
die Invisible Children als Erfolg verbucht. Kony 2012 soll öffentlichen
Druck entfalten, damit die Truppe nicht wieder abgezogen wird, oder
damit die USA ihre Anstrengungen verstärken.

Doch es bleibt unklar, was genau passieren soll, wenn Kony nicht zu
finden ist. Soll Amerika den offenen militärischen Konflikt mit der LRA
suchen? Das würde das Leid der Menschen in der Region nur vergrößern.
"Was ist mit den Dutzenden oder Hunderten von entführten und einer
Gehirnwäsche unterworfenen Kindern?", fragt der freie Journalist und
Uganda-Kenner Michael Wilkerson in einem Blogeintrag für die Zeitschrift Foreign Policy. "Sollen wir auf alle Bomben werfen?"

Ich persöndlich finde das die USA wider einmal Massenpropaganda betreibt um zu rechtfertigen das sie in Uganda einmarschieren.
Ich finde aufgrund aussagen von Uganda Bürgern "Kony ist hier seit jahren nicht mehr gesehen worden" das video ist übertrieben.
Es gibt auf der ganzen Welt Kriegsverbrecher zb. in Sierra Leone aber da interessiert sich keine Sau dafür und warum? Meine Meinung ist
das die Amis nur das Öl wollen das in Uganda ist.

Fazit: Sauerei mit dem Emotionen der Menschen zu Spielen!

Ich würde gerne auch noch wissen was ihr davon haltet.

Lg Fresh
:!: Daten sammeln schafft die Basis für Wissen. Daten austauschen schafft die Basis für die Gemeinschaft. :!:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Fresh« (5. April 2012, 14:24)


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2

Donnerstag, 5. April 2012, 15:38

Schemes in memes?
For utmost efficiency: ->Follow the money?
Sowas in der Art?
Ist denn schon wieder Saisonschlussverkauf und jemand hat Angst, dass China sich alle Schnäppchen unter den Nagel reisst?

Ich bin durch's ganze surfen leider ziemlich meme-proof geworden und habe die ganze Angelegenheit nur am Rande mitverfolgt.
Eine so gute und präzis-ausformulierte Gegendarstellung zu lesen ist allerdings sehr interessant, vielen Dank!

Hmm, was soll man sagen? Vielleicht ist es ausnahmsweise zulässig, wenn die Mittel den Zweck heiligen?
~panta rhei~

3

Sonntag, 8. April 2012, 11:34

Ich finde, dass die Lage ungemein komplex ist.
Ich habe mir das Video nicht angeschaut, denn ich misstraue Filmbeiträgen als Übermittler politischer Information zutiefst. Aber in den internationalen Printmedien war einiges zu lesen. Hier in einem Überblick meine Meinung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Gültigkeit.

1
Es handeln immer Personen, nicht Staaten. Und wenn es z.B. in der Presse heißt: "Die USA erwägen, in Uganda militärisch einzugreifen", so ist damit gemeint: Bestimmte Personen oder Personengruppen (in der Regierung / in der militärischen Führung / in NGOs) versuchen ihren Einfluss geltend zu machen, damit militärisch interveniert wird.

2
Verschiedene Personen oder Personengruppen können dasselbe taktische Ziel aus völlig unterschiedlichen Motiven anstreben. Die einen wollen Kinder retten, die anderen Zugriff auf knappe Ressourcen sichern. Und wieder andere wollen vielleicht nur, dass wieder mal was passiert.

3
In den USA werden die Marines mit den gleichen Methoden zu 'Killermaschinen' gemacht, mit denen in Afrika Kinder zu Kindersoldaten gemacht werden. Die Mittel unterscheiden sich, die Methoden sind dieselben. Sie sind grausam, sie sind brutal, sie entmenschlichen, damit die Kämpfer nicht durch Mitgefühl gehemmt werden. (Folterer in der ganzen Welt auch mit genau diesen Methoden ausgebildet). Die amerikanischen Elitetruppen nennen sich deshalb auch stolz 'Jarheads' - man hat ihren Kopf aufgeschraubt, die Verbindung zum Mitleid mit sich und mit anderen Kreaturen gekappt und den Kopf wieder zugeschraubt. Wenn also amerikanische Soldaten in Uganda intervenieren, kämpfen erwachsene 'Kampfmaschinen' gegen 'Kinderkampfmaschinen'.

4
Je länger und intensiver man einen 'Feind' bekämpft, desto ähnlicher wird man ihm - im Denken, im Empfinden, im Verhalten. Ich weiß nicht, ob denen, die aus eher humanen Motiven eine Intervention befürworten, dieser Zusammenhang klar ist: Wenn amerikanische Soldaten lange im Dschungelkampf eingesetzt werden, dann importieren sie ihn die USA, wenn sie wieder heimkommen. Sie werden äußerlich wie normale Bürger aussehen. Im Inneren werden sie Kindersoldaten sein.

5
In einem asymmetrisch geführten Kampf kann man keine Armee besiegen. Wenn ein Kony besiegt, gefangen oder getötet ist, wird irgendwo ein neuer erscheinen. Nicht der jeweilige Kony ist das Problem, sondern die Umstände, die Konies möglich machen. Das ist das gleiche Problem wie beim "Krieg gegen den Terror" oder beim "Krieg gegen die Drogen".

6
Ein einflussreicher Staatstheoretiker hat mal eine Frage gestellt, die für mich entscheidend ist: "Was unterscheidet einen Staat von einer gut organisierten Räuberbande?" (Diese Frage stelle ich auch immer, wenn es um Unternehmen geht). Solange wir diese Frage nicht schlüssig beantworten können, werden in der internationalen Politik Räuberbanden ihr Unwesen treiben. Bislang ist es der Menschheit nicht gelungen, sich auf einen gemeinsamen verbindlichen Wertekonsens zu einigen.
Sehr interessant ist für mich in diesem Zusammenhang das Stufenschema der Moralentwicklung von Lawrence Kohlberg
http://de.wikipedia.org/wiki/Stufentheor…chen_Verhaltens (Die siebte Stufe ist von Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas ausgebaut worden http://de.wikipedia.org/wiki/Transzendentalpragmatik)
Dieses Modell hat auch in der internationalen Philosophie breiten Widerhall gefunden und eignet sich gut, um zu schauen, auf welcher moralischen Ebene national und international gerade gehandelt oder argumentiert wird.

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Verwendete Tags

2012, Afrika, Kony, Warlord