Beiträge von Arminius

    Wer sich vorab genauer über den Inhalt informieren möchte: von Petra Steinborn ist eine kritische Rezension erschienen (https://www.socialnet.de/rezensionen/25164.php).


    Petra Steinborn. Rezension vom 15.03.2019 zu: Hans Jürgen Boxberger: Kleine Brötchen backen? Als Asperger-Autist in den Tücken des Berufslebens. von Loeper Verlag (Karlsruhe) 2018. ISBN 978-3-86059-250-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/25164.php, Datum des Zugriffs 01.05.2019.

    Hans Jürgen Boxberger: Kleine Brötchen backen? Als Asperger-Autist in den Tücken des Berufslebens


    Mit einem Vorwort von Prof. Ludger Tebartz van Elst, Professor für
    Psychiatrie und Psychotherapie an der Albert-Ludwigs-Universität
    Freiburg/D


    von Loeper Literaturverlag, Karlsruhe/D (2018)




    Was bedeutet es heutzutage in der Arbeitswelt, Autist zu sein? Immer wieder kommt es vor, dass Menschen erst im fortgeschrittenen Erwachsenenalter erfahren, dass sie Autisten sind. Durch die Autismus-Diagnose finden viele Probleme, die das gesellschaftliche und das berufliche Leben der Betroffenen prägen, eine schlüssige Erklärung. Doch die Diagnose macht das Leben für sie nicht wirklich einfacher. Zumindest wissen sie aber, woran sie sind.


    So ergeht es auch Armin. Armin erhält erst mit 52 Jahren seine Diagnose. Doch sie kommt zu spät, denn zu diesem Zeitpunkt ist er bereits wegen seiner autistischen Veranlagung auf dem Arbeitsmarkt gescheitert. Eingängig und lebensnah zeigt die Geschichte Armins, wie sein Leben vielleicht hätte verlaufen können, wenn sein Autismus 30 oder 40 Jahre früher diagnostiziert worden wäre. Die vielen Missverständnisse, Verletzungen und Konflikte, die er im Kontakt mit Kollegen und Vorgesetzten und während der Suche einer neuen Arbeitsstelle durchstehenmusste, wären Armin vielleicht erspart geblieben.


    An dem Protagonisten Armin wird eine aus klinischer Perspektive geradezu klassische Konstellation mit hoch funktionalem Autismus (Asperger-Syndrom) dargestellt. Was die theoretischen Überlegungen in der Praxis eines gelebten Lebens und insbesondere im Arbeitsleben bedeuten, schildert dieses Buch anschaulich, unterhaltsam und mit einem Schuss Gesellschaftskritik.


    Der Autor, geboren 1958, war zunächst als Biologe an renommierten Forschungsinstituten tätig. Nach seiner „Asperger“-Diagnose beteiligte er sich als Ko-Autor an Projekten zum Thema Autismus. Er arbeitet heute an einer mitteldeutschen Universitätsklinik und hält Vorträge über Autismus.



    http://www.ariadne.de/inklusiv/buecher-medien/autismus-spektrum-stoerung/9497/boxberger-kleine-broetchen-backen-n/000-250/?c=19https://books.google.de/books?…acken%20boxberger&f=false

    Georg Theunissen (Hrsg.), Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart/D (2016)


    Das Thema Autismus hat in den letzten Jahren eine erhebliche Konjunktur erlebt. Nicht zuletzt eine Fülle autobiografischer Berichte Betroffener über autistisches Wahrnehmen, Denken und Handeln hat die weit verbreitete klinisch-pathologisierende Sicht von Autismus in Frage gestellt. Das Buch will die Sichtweisen von autistischen Personen verstehen und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem aus dem Bereich der Neurowissenschaften abgleichen. Dabei werfen neurowissenschaftliche Erkenntnisse ein ganz neues Licht auf die Fähigkeiten und Intelligenz von Menschen im Autismus-Spektrum. Die dabei herausgearbeiteten Merkmale werden dann von autistischen Personen selbst - gewissermaßen aus der "Innensicht" - beleuchtet:
    Wahrnehmungsbesonderheiten, unübliches Lernverhalten, fokussiertes Denken, Schwierigkeiten bei der Kommunikation und sozialen Interaktion usw. :thumbup:


    Hier einige Bewertungen:
    amazon.de/Autismus-verstehen-G…&reviewerType=all_reviews

    Relativ neu ist dieses Buch:
    https://www.amazon.de/Typisch-…sr=8-3&keywords=Hajo+Seng


    über Berufsbiografien von Asperger-Autisten. Es besteht aus lauter Erfahrungsberichten. Habe es aber selbst noch nicht gelesen.


    Vor 2 Minuten
    Im wissenschaftlichen Verlag W.
    Kohlhammer (Stuttgart/D) ist 2017 ein von Asperger-Autisten aus
    Deutschland, Österreich und der Schweiz verfasstes und herausgegebenes
    Buch erschienen. Herausgeber: Dr. Eleonora Kohl, Hajo Seng, Tobias
    Gatti.


    Zum Inhalt:
    Wie gestalten erwachsene Asperger-Autisten ihr Erwerbsleben? Welche
    Berufswege gehen sie, welche Erfahrungen gesellen sich dabei
    typischerweise hinzu, und gibt es Faktoren, die sich als förderlich oder
    hemmend erweisen? Antworten liefern 22 Berufsbiografien von
    Asperger-AutistInnen. Die Einblicke in individuelle Werdegänge bilden
    ein weites Spektrum beruflicher Erfahrungen ab, in denen sich dennoch
    jeweils autismusspezifische Gemeinsamkeiten finden.


    Als Ko-Autor finde ich die z.T. deckungsgleichen Erfahrungen der unterschiedlichen Autoren frappierend! Ein Buch, das vor allem Bildungseinrichtungen und
    Arbeitgeber aufrütteln sollte.


    s. auch unter:
    https://www.kohlhammer.de/wms/…tisten-978-3-17-032617-0/

    ?( Neulich wurde ich gefragt, was es mit einem "Autistic Festival", das von einer amerikanischen Organisation namens ANCA organisiert wird, auf sich hat. Ich kannte weder das eine noch das andere, fühlte mich auch von der hektischen und marktschreierisch inszenierten Webseite http://www.naturallyautistic.com wenig angesprochen. Trotz einiger Suche habe ich dort keinen einzigen bekannten, vertrauenerweckenden Namen gefunden. Überhaupt halte ich den Hype, der dort veranstaltet wird (Verleihung von "Awards" wie in Hollywood), für typisch amerikanischen, platten Firlefanz, dem Autisten eigentlich nichts abgewinnen können sollten. Wer weiß Näheres darüber?
    Ich bedanke mich schon jetzt für etwas Aufklärung.


    Grüße an alle

    Sorry, der Link gilt nicht mehr.


    "Ein Freund namens Henry"
    Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen meinem autistischen Sohn und seinem Hund. Geb., 322 S. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach.


    Nicht genug damit, dass sich bei dem kleinen Sohn von Jamie und Nuala Gardner bald nach der Geburt die Anzeichen verdichten, dass er autistisch ist, müssen die beiden zunächst völlig überforderten Eltern daraufhin einen Spießrutenlauf durch Instanzen und Behörden antreten, um zu erreichen, dass dem kleinen Dale die geeignete Förderung zuteil wird. Wo das Schicksal derart knüppelhart zuschlägt, könnte leicht ein Buch herauskommen, das Beleg für die These ist, dass die Erde ein Jammertal sei. Doch das ist „Ein Freund namens Henry“ ganz und gar nicht. Vielmehr ist es das eindrucksvolle Dokument einer Familie, die bei allen Rückschlägen nicht aufgibt und einer wundervollen Freundschaft, nämlich die zwischen Dale und dem Golden Retriever Henry. Diese Freundschaft können Dales Eltern dazu nutzen, um die Barriere zu durchbrechen, die zwischen Dale und ihnen besteht. Ein Buch ist es, dem zu wünschen ist, dass es die Intention der Autorin erfüllt, nämlich dazu beizutragen, dass Autismus als Behinderung besser erkannt und verstanden wird.

    Vielleicht habe ich es hier im Thread übersehen, aber mein Tipp ist "Buntschatten und Fledermäuse. Mein Leben in einer anderen Welt" von Axel Brauns. Das Buch hat mich nicht nur deshalb fasziniert, weil der Autor und ich ein paar absolut parallele Erfahrungen gemacht haben (z.B. ein Wörterbuch als Lieblingslektüre oder bestimmte Reiseziele). Erschienen ist es im Goldmann Verlag als Taschebuch. LESEN!

    Ich habe Biologie studiert und über Tumorbiologie promoviert. Etwa die ersten 10 Jahre meines Berufslebens waren OK, da die Arbeitsgruppen international zusammengesetzt waren und die Toleranz gegenüber anderen Ethnien auch mir und meinen Besonderheiten zugute kam. Bei Arbeitsgruppen ohne Ausländeranteil endete es meist sehr übel für mich. Einige Jahre war ich auch selbstständig, ohne Mitarbeiter, nur für mich allein. Das Arbeiten für mich allein hat mich sehr motiviert, aber die Unternehmerwelt braucht eben andere Typen. Ich bin dann ziemlich abgestürzt, mit Depression und all dem. Nachdem ich 2010 meine Diagnose bekommen hatte, waren mir die Gründe für meine Erfolge und Misserfolge klar. Seither arbeite ich als medical writer und versuche, unter Berücksichtigung meiner Besonderheit beruflich wieder Fuß zu fassen.
    Grüße an alle hier
    Arminius

    Ich war sehr beeindruckt und berührt von diesem Film, da ich auch zu dieser Generation gehöre und meine Diagnose erst 2010 erhalten habe. Wer kann, sollte ihn sich ansehen.
    Viele Grüße
    Arminius