Beiträge von sid

    Da ich erst vor 8 Monaten diagnostiziert wurde, stelle ich mir die Frage noch selber. Eigentlich fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig behindert... ;( Früher dachte ich eher, dass meine Schwierigkeiten auf einer Charakterschwäche beruhen, dass ich eigentlich nur zu faul, zu wenig aufmerksam, zu dumm, zu chaotisch, zu schüchtern, zu unflexibel, zu kompliziert sei... Die AS-Diagnose hat mir dabei geholfen, ein wenig "netter" zu mir selbst zu werden.


    Auf der anderen Seite musste ich dann eben erkennen, dass meine vielen Schwierigkeiten nicht einfach weggehen, wenn ich mich nur zusammenreissen würde, sondern wirklich vorhandene Störungen sind. Das hat mich sehr traurig gemacht.


    Daher fühle ich mich schon irgendwie behindert, manchmal durch mich selbst, manchmal durch AS, sehr oft aber durch meine Umwelt...

    Ich bin von einer guten Bekannten auf den Artikel in der Migros-Zeitung angesprochen worden. Sie fragte mich, was das Asperger-Syndrom denn eigentlich sei, wenn Dr. Girsberger nicht von einer Krankheit spreche. Wenn man das Interview nur oberflächlich liest (was ja leider sehr viele Menschen tun), könnte man wirklich zu der Schlussfolgerung kommen, dass es sich beim AS nur um eine leichte Wahrnehmungsstörung handelt.


    Es geht mir nicht darum, hier die Aussagen von Dr. Girsberger zu hinterfragen. Ich durfte ihn letztes Jahr persönlich als Arzt kennenlernen und schätze sein fachliches Wissen sehr!


    Daher meine Frage ins Forum:


    Was ist das Asperger-Syndrom für euch? Ist es eine Behinderung, eine Krankheit oder eine Wahrnehmungsstörung?


    Ich wollte mich Online über diese verschiedenen Begriffe kundig machen und musste feststellen, dass die Übergänge zwischen Gesundheit, Krankheit und Behinderung fliessend sind und unterschiedlich ausgelegt werden können. So gibt es juristische, medizinische und sozialversicherungsrechtliche Definitionen für diese Begriffe.


    z.B. bei Wikipedia: Krankheit führt - behandelt oder unbehandelt - zu Heilung, Remission, Rezidiv(en), Leiden oder Tod... ?( Oder anders gesagt: das Leben ist generell tödlich... :hm:

    @ querdenkender


    Vielen Dank für deine wertvollen Beiträge. Ich wurde von einem Forum-User auf deine Bloggs aufmerksam gemacht, als ich eine Erklärung für mein komisches "Abwesenheitsgefühl" bei sozialen Kontakten suchte. Ich konnte diese Empfindungen, die ich sehr oft verspürte, bisher überhaupt nicht einordnen. Deine Beschreibung des Overloads war so unglaublich treffend! Ich verstehe mich und meine Reaktionen bei Reizüberflutungen nun endlich!


    Das Lesen des aktuellen Bloggs ist schon zu einem Wochenend-Ritual geworden. Nochmals herzlichen Dank dafür! :thumbsup2:


    Liebe Grüsse Sid

    Fassen wir den Blick Artikel zusammen:


    Mensch mit paranoider, narzisstischer Persönlichkeitsstörung --> voll handlungsfähig


    Mensch mit Asper Syndrom --> beschränkt handlungsfähig, Strafmilderungsgrund


    Unglaublich :wall:


    Wenigstens hat der Psychiater erkannt, dass eine paranoide, narzisstische Persönlichkeitsstörung nichts mit dem Asperger Syndrom zu tun hat...

    Uff, ich habe mich angemeldet!


    Uff sage ich deshalb, weil es mich ziemlich Überwindung kostet, diese Tagung zu besuchen. Ich möchte aber Tony Attwood unbedingt mal live erleben! Bin gerade Stolz auf meinen Mut... :thumbsup2:

    Am 24./25. Mai 2013 findet in Zürich eine Tagung mit Dr. Tony Attwood statt. Am Freitag, 24. Mai, ist das Thema Erwachsene mit Asperger Syndrom. Der Anlass wird organisiert von autismus deutsche schweiz.


    War bereits jemand an einer Tagung von Dr. Attwood und wäre die Teilnahme empfehlenswert?

    Ich habe Verkäuferin gelernt weil meine Mutter dies auch machte. Der Verkauf war aber ein katastrophaler Job für mich, ich mochte den Kundenkontakt nicht und konnte mir leider auch nicht die Namen (und Gesichter) der Stammkunden merken. In der Berufsschule (Theorie) war ich aber sehr gut und habe daher die Ausbildung ohne Probleme abgeschlossen.


    Danach machte ich das Handelsdiplom und fand eine Stelle in einer Versicherung, die mir sehr gefiel. Es ging darum, denn Leistungsansspruch von Versicherten abzuklären, also eine analytische Arbeit, die viel Zeit brauchte (und brauchen durfte).


    Leider wurde ich danach krank und verlor meine Stelle. Ich arbeite jetzt in geschützten Rahmen in einem Handwerksbetrieb. Der Werkstoff Holz gefällt mir gut, der Betrieb ist familiär und ich bin gut integriert.

    Ich war wahrscheinlich beim gleichen Arzt im Kanton Baselland und ich muss sagen, dass sich der weite Reiseweg gelohnt hat. Ich bin ca. vor einem Jahr zufällig im Internet auf das Asperger-Syndrom gestossen und habe mich völlig wiedererkannt. Dieser Arzt wurde meiner Psychiaterin für eine Asperger-Abklärung empfohlen, speziell wenn ADHS und AS zusammen vorkommen.