Beiträge von Dr.Schenk

    Ich hatte auch einmal einen Hund, zwei Jahre lang, den ich von klein auf erzog. Es war eine sehr symbiotische Beziehung, er heulte immer (wie ein Wolf, nur jämmerlicher), wenn ich ihn alleine lassen musste. Er war dafür extrem gehorsam, einmal hatte ich den Fressbefehl ("Nimms!") vergessen, weil ich ans Telefon musste, und als ich nach einer Stunde vom Telefonieren zurückkam, sass er immer noch vor dem vollen Napf, in einer Geifer-Pfütze. Weil ich dann aus beruflichen Gründen in die Stadt zog, musste ich ihn weggeben, wir waren vom Stadtleben beide überfordert.


    Jetzt besitze ich ein Rudel Katzen, sie dürfen aber nicht in den Wohnbereich, weil ich eine Katzenallergie habe. Ein paar Tiere begleiten mich beim Spazieren oder der Gartenarbeit, sonst habe ich kein besonders inniges Verhältnis zu ihnen, ich darf sie ja nicht lange streicheln. Es ist mehr eine Win-Win-Situation als ein Bedürfnis meinerseits. Sie halten mir die Mäuse vom Haus fern und ich füttere sie dafür durch den Winter.


    Entgegen der landläufigen Meinung sind Katzen bis auf wenige "autistische" Ausnahmen überhaupt keine Einzelgänger. Ihr Sozialverhalten und die Hierarchieebenen sind sehr ausgeprägt, vielfältig und komplex. Einmal dressierte ich auch eine der Katzen mit den Befehlen "Sitz", "Hoppa" (Raufspringen), "Mach Männchen", "Platz", und (komm auf die) "Schulter". Es ist ähnlich wie beim Hund, man muss einfach sehr viel sorgfältiger bei der Programmierung der Befehle sein und es dauert länger, bis die Befehle eingeprägt sind. Dafür hat das betreffende Tier nicht gelernt Mäuse zu jagen und war immer von meiner Fütterung abhängig. Ich machte das nur aus Beweisführungsgründen, weil ich meinen Kindern sagte, man könne jedes Säugetier dressieren und die Lehrerin in der Schule behauptete, Katzen könne man nicht dressieren. Das Experiment endete jäh mit einem durch die andauernde Kontamination bedingten Asthmaanfall, sonst wäre wohl eine Zirkuskatze daraus geworden.