Beiträge von grafschafft

    Du bekommst aber jedesmal die gleiche Antwort, egal wen du fragst.
    Und die Antwort ist dann IMMER eine Lüge.
    Verstehst du nun, warum dich die Antwort auf diese Frage weiterbringt ?


    Ich studiere nun schon eine ganze Weile... verstehe aber nicht, weshalb mich die Antwort auf diese Antwort weiterbringen soll. Mich verwirrt auch die Aussage: "und die Antwort ist dann IMMER eine Lüge." - Der eine sagt doch die Wahrheit? :?:


    Freue mich darauf, Geralt, wenn du das Rätsel irgendwann auflöst oder jemand die Lösung schreibt.


    Gruss, grafschafft

    Ich habe die ganze Sendung gesehen und bin enttäuscht von Röbi Koller. Er hat leider nicht begriffen, dass diese Runde ganz anders moderiert werden sollte. Mit seiner gewohnten Methode, einfach eine Frage in die Runde zu schmeissen und abzuwarten kamen die Aspies zu kurz. Mich hätte z.B. sehr interessiert, was Susan Conza zu dieser unglaublichen Aussage über Aspie-Mütter meint.
    Aus dieser Runde ziehe ich folgendes:
    Die Mehrheit der NTs möchten Asperger als "Sensation" wahrnehmen, etwas exotisches, etwas extremes, spektakuläres.
    Ich glaube, dass es viele undiagnostizierte Aspies gibt, die mit dem Leben zurecht kommen.
    Ich erlebe weder meinen Sohn noch meinen Mann als gefühllos, überhaupt nicht! Es ist jedoch für Aussenstehende (Insider sind eigentlich nur unsere Tochter und ich) sehr schwer zu erkennen, wie es ihnen geht. Als Herr Huber die Szene des Bedankens für Geschenke geschildert hat, musste ich lachen. Genau das kennen wir aus unzähligen Erlebnissen mit Grosseltern und co. Wie auch Data beschrieben hat, haben wir klare Aufgabenteilung und die Sozialen Kontakte sind zu 100% meine Aufgabe. Unsere Beziehung ist nicht romantisch und wir müssen alles aussprechen. Dafür haben wir kaum Missverständnisse und ich kann mich zu 100% auf meinen Mann verlassen. Ich habe schon lange gelernt, meinen Mann so zu nehmen, wie er ist. Hätte ich einen Franzosen geheiratet, wäre es sicher auch hilfreich, Französisch zu sprechen. Wir haben erst seit kurzem einen Namen für die Art meines Mannes und unseres Sohnes. Geändert hat es nichts. Sie sind immer noch die gleichen, für mich äusserst liebenswerten Menschen. Ich bin überzeugt, Asperger ist nicht grundsätzlich für Beziehungsprobleme verantwortlich. Schliesslich kenne ich viel mehr NT-Beziehungen, die nicht funktionieren... Und deshalb löst eine Diagnose die Probleme auch nicht (wie Frau Droz anscheinend hoffte). Mir hat die Aussage von Dr. Gundelfinger gefallen, dass nicht alle mit Anzeichen auf Asperger zum Psychiater müssen sondern wirklich nur jene, die damit nicht zurecht kommen. Wenn ich unsere Beziehungssituation probiere von aussen zu betrachten, dann habe ich in etwa die Funktion einer Übersetzerin. Unsere NT-Umwelt braucht diesen Dienst viel mehr, als mein Mann. Der hat seine Plätze in Beruf, Hobby und Familie gefunden und fühlt sich wohl. Ich erlebe ihn als sehr verantwortungsvoller Vater, der sehr viel Ruhe in unsere Familie bringt, was mir wiederum gut tut. Ich als NT-Mutter habe doch oft auch nicht gewusst, was unseren weinenden Babys gefehlt hat.
    Der Club hat mir auch gezeigt, dass die Palette an Asperger-Menschen genau so breit ist, wie bei der übrigen Bevölkerung.
    Das Leben ist doch spannend :-)
    Macht's gut!
    Liebe Grüsse, grafschafft