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Beiträge von Prozessor

  • Unsinnige Regeln der Gesellschaft

    • Prozessor
    • 18. Januar 2015 um 17:02

    Mir fällt gerade ganz akut etwas ein, weil ich heute meine mp3-Sammlung sortiert habe: In 1983 gab es im Radio eine Sendung, die ganze drei Tage dauerte (Hit-Container). Für heutige Zeiten undenkbar, wurden die Titel lange genug vorher angekündigt und man konnte sich die Listen sogar ausgedruckt abholen oder zuschicken lassen. Und noch besser: Die Titel wurden komplett ausgespielt, was heute kein Sender mehr machen darf. Ich habe dann bis zu zehn Cassetten voll bespielt. Das war eine Riesenbereicherung, weil man ja sonst außer im Plattenladen keine Titel bekommen konnte.

    Ich habe dann auch Oldies aufgenommen, weil die bei mir schon immer besonders wertvoll waren. Ein Titel war dabei, der zugegebenermaßen etwas schnulzig war. Mein Vater sah das dann bei der Beschriftung der Cassette und fragte mich: "Warum hörst du dir das an?" Wie ich heute gesehen habe, war das Stück von 1963, also damals 20 Jahre alt, das heißt, mein Vater war zu der Zeit so alt wie ich in dem Moment. So alte Sachen hören, "was soll das?". Also als damals Jugendlicher muss das extrem verpönt gewesen sein, gerade wenn es sich um Schlager handelte. Ich schämte mich irgendwie. Noch viel mehr hätte ich mich aber vor Gleichaltrigen geschämt, die das gesehen hätten. Die von meinem Vater so geliebte Musik aus den 60ern hörte ich später noch lieber als ihm lieb war, und deswegen habe ich es geheim gehört. Muss man sich denn zwangsläufig immer von seiner Elterngeneration emanzipieren um anerkannt zu werden? Ich bin mir sicher, anderen Eltern würde es zwar gefallen, wenn man nicht den brandheißesten "letzten Schrei" hören würde, aber ihre eigene Musik wollen sie anscheinend auch nicht teilen.

    Heute habe ich zu meiner Familie gesagt: "Musiktitel haben für mich kein Alter" (und damit kein "Verfallsdatum"). Und ich fand es gut, dass meine Frau dann Elvis hören wollte. :rolleyes:

  • Navi-eine Unterstützung beim Autofahren?

    • Prozessor
    • 11. Januar 2015 um 19:13

    Ohne Navi würde bei mir heute nicht mehr gehen. Ich brauche Jahre, um mich in einer fremden Stadt zu orientieren. Ich weiß nicht, wie ich das früher gemacht habe, um überhaupt nur eine Vorstellung davon zu entwickeln, wo welcher Stadtteil liegt. Ohne Stadtplan ging es natürlich nicht, Straßen zu finden, aber man kann nicht Auto fahren, und in seinen Aufzeichnungen lesen gleichzeitig. Das wäre, selbst wenn es erlaubt wäre, der größte Stress überhaupt und natürlich extrem gefährlich. Dafür muss man kein Aspie sein.

    Nervig sind Navis nur, wenn sie falsche, gar verbotene Angaben machen oder verpeilt sind, also neben der eigentlichen Spur laufen.

  • Generationenvertrag

    • Prozessor
    • 5. August 2014 um 22:04
    Zitat von Franziska

    Da stimme ich nicht zu, denn es ist nunmal wirklich ein Schweizer-Forum, und zu Rechtsfragen, behördlichen Dingen etc nutzt den Schweizern die Lage in Österreich/Deutschland ja nichts--
    In diesem konkreten Falle war es in meinen Augen aber nur ein Mißverständnis, da das Wort "Vertrag" in "Generationenvertrag" wörtlich genommen wurde, weil es diesen Begriff eben in der Schweiz nicht gibt.

    Das kann sein, da stören sich auch viele Deutsche dran, denn auf gesamtgesellschaftlicher Ebene kann man keine Verträge abschließen. Aber daran sollte man sich jetzt nicht aufhängen und das Thema abwürgen oder sogar bis hin zu Rechtsberatung übertreiben. Davon war überhaupt nie die Rede bei der Strangerstellung.

    Ich möchte mich jetzt aber nicht zum Strangneudefinierer erheben. Ich kann nur meine Meinung schreiben. Und da die Schweizer ähnlich konservativ denken wie ich, sollte es da auch keine nationalen Irritationen geben.

    Kurz: Die Tendenz ist klar: Die Überalterung schreitet mächtig voran. Es gibt aber außer Renten kürzen und Beiträge erhöhen noch eine dritte Lösung: Mehr Kinder kriegen. In politischen Talkshows wird diese Problemlösung aber immer lautstark verschwiegen (ich liebe solche spielerischen Widersprüche). Denn das ist zumindest in Deutschland ein Tabuthema, weil sich das Dritte Reich mal so stark dafür eingesetzt hatte, das mehr Kinder geboren werden sollen. Meiner Meinung nach gibt es aber auf Dauer keine bessere Lösung. Denn wer heute noch glaubt, "man muss heute keine Kinder mehr bekommen", der wird auch damit leben müssen, dass ihm mal gesagt wird: "Man muss heute keine Rente mehr bekommen".

  • Generationenvertrag

    • Prozessor
    • 5. August 2014 um 21:24
    Zitat von soleil

    Hallo Prozessor

    Sunny hat absolut nicht aggressiv geschrieben. Das ist eine sachliche Information seitens der Moderation: Wir sind ein Schweizer Forum und wollen und können Beiträge /Themen die zu sehr Länderspezifisch sind, nicht moderieren.

    Grüsse

    soleil

    ....und nun gerne wieder zurück zum Thema

    Da liegt aber schon der Denkfehler. Hier ist nichts länderspezifisch. Die Problematik ist überall die gleiche.

  • Generationenvertrag

    • Prozessor
    • 5. August 2014 um 21:23
    Zitat von Franziska

    Es gibt ja jede Menge Wörter die in den verschiedenen deutsch-sprachigen Ländern unterschiedlich sind (zb Österreich "Topfen", Deutschland: "Quark", was heißt es in der Schweiz?); Jedenfalls wenn einem nicht bewusst ist, dass ein Wort in einem Land anders heißt, dann passiert das sicher nicht im bösen Willen um sein Land in den Vordergrund zu stellen und die Schweizer zu verwirren!
    Ich muss zugeben dass ich mich durch diesen Thread doch etwas unerwünscht fühle, hier wurden für alle drei Länder gültige Dinge besprochen und nur weil man als Deutscher eben nur den deutschen Begriff für etwas kennt, ist das m.E. nicht gleich "deutsch politisch".

    Eben. Man stelle sich mal vor, man würde als deutsches Forum darauf bestehen, dass man sich an deutsche Begriffe hält und Schweizer oder Österreicher so direkt bevormunden wie hier. Man könnte auch "vor den Kopf stoßen" sagen. Allein die Wortwahl "Das ist ein Schweizer Forum" ist schon ziemlich grenzwertig.

  • Generationenvertrag

    • Prozessor
    • 5. August 2014 um 19:02
    Zitat von Sunny

    Also das Thema Generationenvertrag bezieht sich offensichtlich auf Deutschland.

    Verzeiht mir, aber wir sind ein schweizer Forum und es ist doch sehr verwirrend, wenn immer öfters Diskussionen entstehen, die auf deutsche Gesetze basieren.

    @ friedel:
    Danke für den Link. :knuddel:

    Ich bitte die deutschen Mitglieder, in Zukunft zu bedenken, dass in der Schweiz andere Gesetze gelten.
    Im aktuellen Beitrag wäre es wohl sinnvoll gewesen, die Frage allgemein zu formulieren und nicht auf irgendwelche Verträge, die juristisch keine Bedeutung haben und die Schweizer nicht kennen.
    Konkret hätte man fragen können, wer sich verpflichtet fühlt, seine Eltern zu pflegen. Bei einer solchen Frage gibt es keine Landesgrenzen mit verschiedenen Gesetzen.

    Sollte weiterhin *Deutsch Politische* Beiträge geschrieben werden, werden solche Beiträge kommentarlos gelöscht.
    Danke für das Verständnis.

    Ihr könnt gerne weiter diskutieren, aber bitte national neutral.

    Alles anzeigen

    Irgendwie verstehe ich deine Aggressivität nicht. Es handelt sich hier nur um unterschiedliche Begriffe, aber die Grundproblematik ist in ganz Europa die gleiche. Es gibt eine massive Überalterung. Und viele Missverständnisse, weil die Politik, wie ich hier gelesen habe, auch in der Schweiz den Anschein erweckt, das eingezahlte Geld der jungen Generation würde an sich schon Ansprüche entstehen lassen. Eingezahlte Beiträge sind aber nur die halbe Miete: Wer keine eigenen Kinder hat, der hat dann eben für die eigene Rente auch nur die halbe Leistung erbracht. Denn ob Generationenvertrag, Umlageverfahren AHV-Beitrag oder gar Geldanlage in den Kapitalmarkt: Nichts von alledem funktioniert ohne ausreichende Folgegeneration. Stattdessen werden die heute und in Zukunft geborenen Kinder mit immer Renten für Kinderlose belastet, die es aus irgendwelchen Gründen nicht geschafft haben, ihre eigenen Beitragszahler heranzuziehen.

    Wenn man schon über Tabus schreibt wie Sterbehilfe oder Patientenverfügungen, sollte man gerade die zunehmende Zahl der Kinderlosen erst recht erwähnen dürfen. Ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit dem Thema. In Westeuropa ist ein kinderloser Rentner zu Beginn seines Rentenbezugs mit einer kalkulatorischen Last von rund 300.000 EUR belastet, was der erwarteten Rentenbezugsdauer und Leistungen aus Kranken- und Pflegeversicherung entspricht. Wenn er kein Vermögen hat, kann er gar nicht anders, als die Hände bei den Kindern der Anderen aufzuhalten. Wie man dieses Verhalten noch nennen kann, will ich hier lieber nicht sagen.

    Die Ironie der Geschichte ist: Bismarck hatte die Rentenversicherung damals zum Schutz von Kinderlosen gegründet, weil sie niemanden hatten, der sich um sie gekümmert hatte. Der Anteil Kinderloser lag bei um die 5%. Heute sind Kinderlose fast schon die Mehrheit und damit diejenigen, die das System zu Fall bringen. So war das nämlich nicht geplant. Dass es auch anders geht, beweisen uns täglich Mitglieder fremder Kulturen, für die wir als abschreckendes Beispiel dienen.

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