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Montag, 12. März 2012, 17:47

ZDF: Ihr Name ist Sabine

Das ZDF zeigt morgen, Dienstag 12. März 2012 um 20:15, einen Dokumentarfilm zum Thema Autismus:

Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire, ein Star des französischen Kinos, gibt in ihrem Regiedebüt Einblicke in das Leben ihrer Schwester Sabine, einer Autistin. Sabine war als junge Frau talentiert, vital und wissbegierig, zeigte aber ein sozial abweichendes Verhalten, weswegen sie nicht in eine normale Schule gehen konnte. Ihre Form des Autismus wurde nicht erkannt, und als sie autoaggressiv wurde, konnte die Familie die Betreuung nicht mehr alleine leisten. Sabine kam in eine psychiatrische Anstalt, wo sie fünf Jahre lang mit Medikamenten behandelt wurde. In dieser Zeit nahm sie extrem zu, verlor durch die Nebenwirkungen der Medikamente geistige Fähigkeiten und wurde lethargisch.

Schließlich fand Sandrine für ihre Schwester eine neue Einrichtung, in der den Patienten bei reduzierter Medikamentendosis mehr Initiative eingeräumt wird. Langsam erholt sich Sabine und zeigt wieder Interesse an ihrer Umwelt. Anhand einer unmittelbaren Erfahrung in ihrer eigenen Familie griff Sandine Bonnaire in ihrem ersten Film als Regisseurin ein gesamtgesellschaftliches Thema auf: die Auswirkung falscher Behandlung von geistig behinderten Menschen in psychiatrischen Anstalten. Dafür begleitete die Schauspielerin ihre inzwischen 38-jährige Schwester in dem neuen Heim mit der Kamera. Den Alltagsaufnahmen stellt sie Videoaufzeichnungen aus verschiedenen Phasen von Sabines Leben gegenüber. Am schockierendsten ist der Kontrast zwischen der jungen, lebendigen und der knapp 30-jährigen, übergewichtigen und apathischen Sabine kurz nach der Entlassung aus der Psychiatrie. Aber der Film macht auch deutlich, welche Chance Sabine hat, sich wieder zu erholen. Bonnaire zeigt Sabines Schicksal sowie die Hilflosigkeit ihrer Familie mit aller Schonungslosigkeit, aber auch mit außerordentlicher Liebe. Der Fall der psychisch Kranken offenbart nicht zuletzt das Versagen der Institution Psychiatrie und einer Gesundheitspolitik, die die Kranken und ihre Angehörigen weitgehend im Stich lässt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »soleil« (12. März 2012, 17:48)


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Mittwoch, 2. Mai 2012, 10:38

Sabine

Ich habe den Film gesehen, ich fand in sehr eindrücklich aber auch traurig.

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