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Sonntag, 16. Oktober 2011, 12:44

Heutiger Tatort

...Mindestens so interessant wie Rath ist die Rolle seines Sohnes Ferry (Jonathan Müller): Der junge Mann leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Spielart des Autismus. Dass solche Menschen oft besondere Begabungen haben, vertieft Bohn allerdings nicht weiter. Für die Geschichte wichtig ist Ferry, weil er mit Susanne (Annika Blendl) liiert ist, einer Kellnerin im Künstlercafé, und die hätte durchaus Grund für Rachepläne.

"Tatort: Das schwarze Haus", 16. Oktober, 20.15 Uhr

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »soleil« (16. Oktober 2011, 12:50)


2

Sonntag, 16. Oktober 2011, 14:58

Beim Weiterreichen dieser Info habe ich schon etwas gezögert.
Wir haben gerade eine Diskussion im Forum am Laufen um "Modediagnose" AS. Es ist auffällig, wie oft in den letzten Monaten in Filmen, Serien einem Schauspieler die Neben- oder Hauptrolle eines AS Betroffenen zugeschrieben wird! AS wirklichkeitsnah zu verfilmen ohne in Klischees zu verfallen, dürfte höchst schwierig sein. Dementsprechen stelle ich in Frage, ob solche Filmrollen zur Aufklärung über AS dienen.

grüsse

soleil

Kathy92

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3

Sonntag, 16. Oktober 2011, 16:35

Nein, weil jeder AS-Betroffen sich vom einen AS-Betroffenen differenziert. Als Beispiel dient der Film: "Mozart und der Wahl" sehr gut. Dort wird auch ersichtlivch, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind. Viele stellen AS-Betroffene in Filmen als extrem autistisch dar, und das trifft nicht ganz zu. Natürlich liegt Asperger auf dem Autistenspektrum. Dennoch ist es nicht dasselbe, wie ein richtiger AUtist und das verwechseln sehr viele Leute.

4

Sonntag, 16. Oktober 2011, 18:17

Meine Antwort siehe hier: Bist Du Aspie? (Modediagnose etc.)
http://www.asperger-forum.ch/board59-int…2.html#post7605

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Kate

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5

Sonntag, 16. Oktober 2011, 23:17

Um wirklich etwas über echte AS Betroffene zu erfahren eignen sich solche Filme nicht: Siehe Rainman. Nachher haben alle Leute das Gefühl, dass sie nun wissen wie AS Betroffene oder Autisten sind. Dass sie aber auch Individuen sind, wird vergessen. Wenn in einer Sendung (möglichst mehrere) Betroffene portraitiert oder befragt werden, hilft dies viel mehr zum Verständnis.
Wenn wir einem Menschen helfen wollen, müssen wir an ihn glauben. (Alb. Schweitzer)

6

Montag, 17. Oktober 2011, 08:34

Um wirklich etwas über echte AS Betroffene zu erfahren eignen sich solche Filme nicht: Siehe Rainman. Nachher haben alle Leute das Gefühl, dass sie nun wissen wie AS Betroffene oder Autisten sind. Dass sie aber auch Individuen sind, wird vergessen. Wenn in einer Sendung (möglichst mehrere) Betroffene portraitiert oder befragt werden, hilft dies viel mehr zum Verständnis.
Kate,
Ich kann dir hier nur zustimmen. Das Asperger-Syndrom wurde im Tatort innert ca. 20 Sekunden erklärt, sehr verkürzt natürlich. Es ist auch sehr schwierig, es zu fassen, da es sehr breit formuliert ist. Dafür hat es in einem Tatort zu wenig Platz. Gut fand ich, dass im Tatort das Asperger-Syndrom nicht mit schwerem Autismus gleichgesetzt wurde, was immer wieder vorkommt. Der Schauspieler hat die Rolle von Ferry Rath gut gespielt.

friedel

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7

Montag, 17. Oktober 2011, 14:46

AS ist keine Modediagnose. Aber es ist modern, sein Werk (Film, Doku, Roman, Rede,...) damit zu schmücken, dass man den Begriff AS kennt. Um diesen herum wird dann der Fantasie freien Lauf gelassen statt penibel vorrecherchiert. Die nächsten machens nach, wollen auch modern sein. Und schon ist das Klischee geboren.

Dazwischen gehen ordentlich recherchierte Werke fast unter.
Keine Aussage wird wahrer, indem sie häufig wiederholt wird.
Aber sie gewinnt dadurch ungemein an Glaubwürdigkeit. (UT)
Wer den Willen hat, etwas zu tun (oder zu lassen), findet auch einen Anlass dafür. (UT)

8

Montag, 17. Oktober 2011, 19:32

AS ist keine Modediagnose. Aber es ist modern, sein Werk (Film, Doku, Roman, Rede,...) damit zu schmücken, dass man den Begriff AS kennt. Um diesen herum wird dann der Fantasie freien Lauf gelassen statt penibel vorrecherchiert. Die nächsten machens nach, wollen auch modern sein. Und schon ist das Klischee geboren.

Dazwischen gehen ordentlich recherchierte Werke fast unter.
Ich denke nicht dass es etwas mit "Schmücken" zu tun hat. Bei einer Serie wie "Tatort" muss man die Charaktere der Nebendarsteller kurz und prägnant beschreiben und darstellen.
Auch wenn man etwas ganz genau recherchiert hat muss man die Information extrem verkürzen. Es ist wie bei einer Kurzgeschichte, wo man nicht viel Platz hat um ins Detail zu gehen.

In so einer Erzählform müssen sich die Nebendarsteller (Täter, Opfer, andere Beteiligte und Verdächtige) irgendwie von einem "langweiligen" Durchschnittsmenschen abheben.
Sei es durch ein ausgefallenes Hobby, sei es durch speziele Neigungen, sei es durch ausgefallene soziale Kontakte ( oder wenn sie fehlen), oder andere nicht alltägliche Themen.
Die Autoren müssen sich also eine Rolle ausdenken, die sich von einem "normalen" Menschen unterscheidet.
So bleibt die Erzählung spannend, welcher dieser seltsamer und "merk-würdiger" Menschen der Täter sein könnte und welcher zum neuen Opfer wird.

Das Ziel einer solchen Serie ist es die Zuschauer zu unterhalten. Wenn sie dabei etwas neues erfahren, so heisst es noch lange nicht, dass sie etwas neues gelernt haben.
Aber in der heutigen Zeit, mit Internet und Co., ist es sehr einfach etwas selber nachzuforschen, was einen neugierig gemacht hat.

Die Nähe zu Menschen ist wie die Nähe zum Feuer.
Zu nahe verbrennt man sich und zu weit weg erfriert man.