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Montag, 13. Dezember 2010, 17:44

asperger-news IV

Hallo

Lesenwerte News im Dezember bei uns im Forum: s. news-seite im Informationsportal.

Zum Reinlesen jeweils ein kleiner Ausschnitt:

  1. Was ist Autismus?
    Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „auf sich selbst zurück gezogen“. Es handelt sich nach Forschungsergebnissen um eine tiefgreifende genetisch bedingte Entwicklungsstörung. Sie ist nicht heilbar, sondern kann nur nach aufwändiger Diagnose durch eine Therapie den Betroffenen bewusst gemacht werden. Dies soll eine möglichst starke Selbstkontrolle bewirken.
  2. Gibt es unterschiedliche Formen?
    Da Autismus keine einheitliche Erscheinungsform hat, sprechen Fachleute vom Autismus-Spektrum, etwa ein Prozent der Menschen sollen betroffen sein.

Im Gegensatz dazu steht das so genannte Asperger-Syndrom. Hier ist zunächst kein Entwicklungsrückstand in der Sprache oder dem Verstehen des Umfeldes erkennbar. Allerdings werden Auffälligkeiten im Umgang mit anderen Menschen festgestellt.

Da Autismus keine einheitliche Erscheinungsform hat, sprechen Fachleute vom Autismus-Spektrum,



Eine Initiative macht sich für eine in der Region fehlende therapeutische Wohngruppe stark, die den Bedürfnissen autistischer Menschen gerecht wird.

Sie sind in sich verschlossen, wirken ausschließlich auf sich bezogen, können sich nicht verständlich machen und andere nicht verstehen. Denn Menschen, die an einer Form von Autismus erkrankt sind, mangelt es meist an der Fähigkeit, soziale Situationen wahrzunehmen, zu erfassen und sich entsprechend zu verhalten. Dabei ist diesem Mangel durchaus zu begegnen – falls er rechtzeitig festgestellt wird. Doch daran, klagen Eltern und andere Fachleute, hapert es genauso wie daran, dass geeignete therapeutische Wohngruppen für erwachsene Autisten fehlen.

"Das große Problem ist", weiß Janice Santos, Vorsitzende des Autismusverbands Südbaden aus eigener leidvoller Erfahrung: "Es wird fast nicht erkannt von Ärzten, in Schulen." Stattdessen bekommen Eltern zu hören: Das wächst sich aus. Die Folgen beschreibt Barbara Weyler, seit 20 Jahren Autismus-Beauftragte beim Staatlichen Schulamt Freiburg, eindringlich so: "Die Kinder machen ein Martyrium durch."



Seit sieben Jahren ist die pensionierte Lehrerin Helga Poppe im Rahmen des Malteserprojekts „Mit Tieren für Menschen“ ehrenamtlich mit ihren Hündinnen Lizzy und Cherrie unterwegs, um autistische Kinder zu besuchen und ihnen durch den Umgang mit den Tieren körperliche Nähe und Zuneigung zu ermöglichen.

„Hunde lieben Menschen, egal ob diese dick, dünn, gesund, krank, alt oder jung sind. Das tut uns Menschen gut“, erzählt die ehrenamtliche Malteserin Poppe. Die Erfolge der tiergestützten Therapie bei Autismus sind anerkannt, dennoch wird dieser Therapieansatz von Krankenkassen in der Regel nicht finanziert. Deshalb ist das Projekt der Malteser so wichtig. „Michael hat oft Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe zu anderen Menschen und meidet Berührung, bei den Hunden ist das anders,“ freut sich seine Mutter.


Die US-Forscherin Temple Grandin sorgt mit einer ungewöhnliche Hypothese für Aufsehen. Sie meint, dass die Gedankenwelt von Autisten derjenigen von Tieren ähnlich sei. Bemerkenswert dabei: Grandin hat die These anhand ihrer eigenen Erfahrungen entwickelt. Sie ist nämlich selbst an Autismus erkrankt.

Heute lehrt Grandin selbst an der Colorado State University im Fach Tierwissenschaft, eine gewisse Distanz zur Sprache ist ihr dennoch geblieben. "Ich denke in Bildern. Meine Muttersprache ist eigentlich meine Zweitsprache", betont sie. Erst als Erwachsene erfuhr Grandin den Grund für ihre Sprachprobleme, ihre soziale Scheu, ihr Anderssein. Man diagnostizierte bei ihr das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus.


Ein Fluss von Bildern

"Als Mensch mit Autismus bestehen für mich die Gedanken aus fotorealistischen Bildern. [...] Wenn man mir ein Stichwort gibt, 'Erdnuss' etwa, dann sehe ich eine Serie von Bildern, als erstes das Logo von Planter's Peanut, dann ein Restaurant, das Erdnussgerichte serviert, dann einen Sack voller Erdnüsse in einem Flugzeug", schreibt Grandin. "Die hauptsächliche Ähnlichkeit zwischen tierischem und meinem Denken ist die Abwesenheit von verbaler Sprache."

Diesen Ansatz hat die US-Forscherin in ihrem Buch "Animals in translation" zu der These entwickelt, dass Autismus dem tierischen Denken grundsätzlich verwandt sei. Für Tiere und Autisten besteht Grandin zufolge die Welt aus einem ungefilterten Strom von Sinnesempfindungen, der auch noch so unwichtige Kleinigkeiten berücksichtigt. Das Denken "normaler" Menschen sei hingegen stärker regelorientiert - es ziele eher auf allgemein gültige Konzepte ab, sei dafür wesentlich detailärmer."



Obwohl dies nicht dem letzten Stand der Forschung entspricht, gilt Autismus als kleine Abweichung von der männlichen Norm, meint die Biologin und Philosophin Nicole Karafyllis in einem science.ORF.at-Interview.


Für die ebenfalls sehr interessanten News über Forschung / Entstehung / neurobiologischen Entdeckungen bez. Autismus habe ich ein separates Thema erstellt.

Viel Spass beim Lesen!

grüsse

soleil

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »soleil« (13. Dezember 2010, 19:14)


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