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Mittwoch, 13. Oktober 2010, 20:37

asperger-news III

Hallo

Lesenwerte News im Oktober bei uns im Forum: s. news-seite im Informationsportal.

Zum Reinlesen jeweils ein kleiner Ausschnitt:

Eine herzliche Umarmung, ein lockerer Small Talk oder ein tiefer Blick in die Augen: für die meisten Menschen alltäglich, für Autisten allerdings der pure Stress. Direkter Personenkontakt macht sie nervös, vor Berührungen schrecken sie zurück.

Was genau ist Autismus?

„Autismus ist eine größtenteils vererbbare Entwicklungsstörung, die es Betroffenen schwer macht, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten“, sagt Professor Matthias Dose, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Isar-Amper-Klinik, Taufkirchen. „Zudem haben Autisten oft ausgefallene Spezialinteressen und zeigen stereotype Verhaltensweisen.“

Was sind die typischen Symptome?

Professor Dose: „Das hängt von der Art des Autismus ab, es gibt zwei Formen. Beim frühkindlichen, sogenannten Kanner-Autismus, sind Betroffene von Geburt an in ihrer sprachlichen und geistigen Entwicklung behindert und etwa 70 Prozent bleiben auch in ihrer geistigen Entwicklung zurück. Asperger-Autisten zeigen dagegen keine sprachliche oder geistige Entwicklungsstörung, sie sind meist normal bis sehr intelligent. Manche Autisten haben spezielle Begabungen wie ein fotografisches Gedächtnis.“

In welchem Lebensalter tritt Autismus auf?

Professor Dose: „Autismus liegt bereits bei der Geburt vor. Die Ursache ist also keinesfalls falsche Erziehung. Beim Kanner-Syndrom zeigen sich die Symptome im Säuglingsalter. Den Asperger-Autismus erkennt man meist erst nach den ersten Lebensjahren.“



Die Asperger-Autistin Nicole Schuster las in der evangelischen Kirchengemeinde aus ihrem neuen Buch „Colines Welt hat neue Rätsel“. Die Autorin sprach vielen Zuhörern aus der Seele.

Nicole Schuster
Als die Asperger-Autistin Nicole Schuster aus ihrem Buch las, war der Raum der evangelischen Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. (Bild: Blaß)

Euskirchen - Nicole Schuster trug einen grauen Hosenanzug, hochhackige Schuhe und goldene Ohrringe. Entspannt saß sie an einem Tisch und las aus ihrem neuen Buch vor. Auf den ersten Blick sah sie aus wie eine ganz normale junge Frau. Erst wenn man das Thema ihres Buches erfasst hatte, wusste man Bescheid über ihre Krankheit. Nicole Schuster ist Autistin, sie hat das Asperger-Syndrom. Genau das thematisiert die 25-Jährige in ihrem neuen Buch „Colines Welt hat neue Rätsel“, dem Nachfolgewerk von „Colines Welt hat tausend Rätsel“.

 

Das Mädchen hadert zum Beispiel mit seinem „Auting“, überlegt, ob sie ihren Mitmenschen an der Universität von ihrer Krankheit erzählen soll. „Autisten sehen normal aus. Ich habe keinen Rollstuhl und keinen Blindenhund, damit müsste ich mich nicht erklären. Aber meine Behinderung ist unsichtbar. Deshalb verlangen die anderen Dinge von mir, die ich nicht leisten kann“, las Schuster aus ihrem Buch.



Wenn das Kind auf Lächeln nicht reagiert und auf dem Spielplatz lieber abseits sitzt, könnte dahinter Autimsmus stecken. Es gibt weitere Warnsignale.

Oft sind es Kleinigkeiten, die irgendwann auffallen: Das Kind reagiert nicht auf ein Lächeln, lacht selbst nicht und spielt lieber alleine als mit anderen Kindern. Treten solche frühen Anzeichen einer autistischen Störung auf, sind viele Eltern verunsichert. Nicht wenige verdrängen mögliche Warnsignale.

Doch nicht jede Verzögerung der Entwicklung muss gleich die Diagnose Autismus bedeuten. Um das klarzustellen, sind verschiedenen Untersuchungen notwendig. Darüber hinaus sind autistische Störungen bei jedem Kind unterschiedlich stark ausgeprägt.
Kernsymptome einer autistischen Erkrankung sind Störungen der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie eine Störung der sozialen Interaktion, erklärt Martin Sobanski, Leiter der Abteilung für Entwicklungsstörungen am Heckscher-Klinikum München


grüsse

soleil

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