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Bhai

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1

Sonntag, 14. Dezember 2014, 11:23

Buchprojekt "Autistische Erwerbsbiografien"

Wir (ein paar „Betroffene“ aus Deutschland) sammeln Erwerbsbiografien von Autisten, um daraus ein Buch und/oder ein Radiofeature zu machen. Wer also auf ein Erwerbsleben zurückblickt - oder mittendrin steckt -, das er für erzählenswert hält, und zudem Lust und Zeit hat, darüber zu berichten, ist herzlich willkommen. Einfach hier eine Nachricht hinterlassen (im Thread oder als PN) oder mailen an:


asbio[ätt]mail[Pkt.]de


Bitte stellt dann Eure Erwerbsbiografie aber vorerst nur ganz kurz in Stichworten dar. Wir wollen insg. etwa 20 berufliche Lebenswege sammeln – und je nachdem, wie groß die Resonanz ist, werden wir also möglicherweise auswählen müssen, was in welcher Form überhaupt zueinander passt. Der spätere Text sollte dann einen Umfang von um die 20.000 Zeichen haben (bzw. 10-11 Manuskriptseiten = 60 Zeichen à 30 Zeilen).

Da viele nicht gerne schreiben oder einfach ungeübt sind darin – ein Interview wäre genauso gut möglich, z.B. per Chat, Skype oder E-Mail, oder der Bericht als Audiodatei.

Selbstverständlich werden wir alles komplett anonymisieren. Wichtig ist nur, dass aus der Biografie klar hervorgeht, dass die/der Autor/in auch autistisch ist, und nicht, wer hinter der Biografie steckt.

Zu dem Projekt gibt es sowohl einen Flyer (PDF), in dem unser Vorhaben noch einmal ausführlicher dargestellt wird, als hier, wie auch einen Fragebogen, der in erster Linie denen als Leitfaden dienen soll, die sich mit dem Schreiben/Erzählen schwer tun. Beide Dateien übersenden wir auf Wunsch gern.
"Die Freude an meinen Gedanken ist die Freude an meinem eigenen seltsamen Leben"

Wittgenstein

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Bhai« (14. Dezember 2014, 11:24)


2

Sonntag, 14. Dezember 2014, 11:42

ich denke, der Anspruch, dass man aus dem beruflichen Lebenslauf herauslesen können soll, dass der Autor zum autistischen Spektrum gehört, ist nicht angemessen.

Nicht jeder Zickzack-Lebenslauf lässt automatisch auf einen Autisten schliessen und es soll ja auch Autisten geben, die keinen Zickzack-Lebenslauf haben.
Das Erkennen auf Grund des beruflichen Lebenslaufs wird auch dadurch erschwert, dass dieser möglichst auf 1 - 2 Seiten passen soll.

HerrDaimon

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3

Sonntag, 14. Dezember 2014, 20:09

Ich schliesse mich da Fraktal an.

Ich beispielsweise habe eine ziemlich saubere "Erwerbsbiografie", die nicht auf das Asperger-Syndrom schliessen liesse. Und nicht wenige andere wird es geben, bei denen es genauso aussieht. Schlussendlich habt ihr damit also nur eine Sammlung von "Problemfällen", womit Asperger wieder in die Ecke der Gestörten gezwängt wird. Dass Aspies auch relativ unauffällig in der Gesellschaft leben, bleibt unerwähnt. Aber genau das wäre ja für die Aufklärung der Gesellschaft wichtig.

Bhai

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4

Montag, 15. Dezember 2014, 03:47

Wir haben gar nicht vor, nur "Problemfälle" zu schildern - wir wollen so repräsentativ wie möglich sein und haben unter unseren Autor/inn/en auch viele mit einem völlig unspektakulären, ganz geradlinigen Werdegang. Das ist genauso berichtenswert, aus unserer Sicht, wie die Biografien derer, denen der Autismus beim Fußfassen in der Arbeitswelt Probleme bereitet hat.

Es geht uns nicht darum, zu zeigen, dass Autisten es schwer haben, also eine Anklageschrift zu erstellen, sondern ganz ohne Wertung eine große Zahl von "Betroffenen" zu Wort kommen zu lassen, ganz gleich, wie deren Erwerbsbiografie nun verlaufen ist. Wir wissen ja selbst nicht, ob es für Autisten schwieriger ist, beruflich Fuß zu fassen, als für andere, und würden das darum auch von vornherein erst mal gar nicht behaupten wollen. Was uns drei Herausgeber anbetrifft, so hatten wir in der Tat eine recht mühevollen, wechselhaften beruflichen Werdegang, und die Idee zu diesem Buch kam uns, als wir uns die Frage stellten: Geht/ging das anderen "Betroffenen" eigentlich auch so? Bisher sind die Rückmeldungen, wie gesagt, ganz gemischt: Die einen hatten große Probleme, die anderen gar keine.
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Wittgenstein

schmutzteufel

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Montag, 15. Dezember 2014, 07:10

Und ich habe eine extrem "unsaubere" und äußerst spektakuläre Erwerbsbiografie die aber wahrscheinlich oder teilweise NICHT mit meinem Aspergersyndrom zu tun hat, eher mit der österreichischen Bürokratie und Gesetzeslage. Ich bin aus Ostösterreich und 55. Würde gerne etwas dazu schreiben, aber ich habe absolut keine Ahnung wie ich das auf die geforderte Länge einkürzen kann, trotzdem aber das wesentliche ordentlich rüber zu bringen.... ;(
Bin da echt überfordert.... :wacko:

Laciriel

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6

Dienstag, 16. Dezember 2014, 12:28

Grundsätzlich schreibe ich gern. Doch schliesse ich mich der Meinung an. Für mich macht das Buchprojekt so keinen Sinn. Es ist bekannt, dass Autisten viele Berufswechsel hinter sich haben. Was für jedoch nicht nur mit dem Beruf oder der Sozialinteraktion meiner Arbeitskollegen zusammenhängt. Sondern viel mehr mit meinen Spezialinteressen, meinem privaten Umfeld und Erziehung. Wenn ich das alles aufschreiben will, kann ich gleich ein eigenes Buch starten ^^

Wünsche euch trotzdem viel Erfolg!
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Bhai

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7

Dienstag, 16. Dezember 2014, 12:54

Und ich habe eine extrem "unsaubere" und äußerst spektakuläre Erwerbsbiografie die aber wahrscheinlich oder teilweise NICHT mit meinem Aspergersyndrom zu tun hat, eher mit der österreichischen Bürokratie und Gesetzeslage. Ich bin aus Ostösterreich und 55. Würde gerne etwas dazu schreiben, aber ich habe absolut keine Ahnung wie ich das auf die geforderte Länge einkürzen kann, trotzdem aber das wesentliche ordentlich rüber zu bringen.... ;(
Bin da echt überfordert.... :wacko:

Nun ja, das Kürzen würden wir übernehmen (wobei wir den Autor/inn/en den Text danach noch mal zur Prüfung geben). Du könntest alternativ unseren Fragebogen ausfüllen oder Dich mit einem von uns zu einem Chat-Interview treffen. Meine eigene Erwerbsbiografie ist übrigens auch recht "spektakulär" und ich habe in meinem eigenen, noch zu kürzenden, Beitrag das Maß, das wir uns selber gesetzt hatten, um ein Mehrfaches überschritten :)

Wenn Du wirklich Interesse hast, dann schick am besten eine PN oder mail an: asbio(ät)mail(Punkt)de

Gibt es eigentlich auch österreichische Asperger-/Autistenforen im Web?
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Wittgenstein

8

Dienstag, 16. Dezember 2014, 13:24

Gibt es eigentlich auch österreichische Asperger-/Autistenforen im Web?
...dazu gibt es eine Suchmaschine google die dir in Windeseile eine Antwort liefert.....?

Im Ernst: Mir ist das Buchprojekt etwas suspekt: Bist du wirklich AS betroffen? Kennst du dich aus mit den Schwierigkeiten AS und Beruf? AS und Interview?

Was heisst anonymisieren? Welche Rechte hat der Betroffene da wirklich noch, um auf seine "Biografie" Einfluss zu nehmen, nachdem er einmal seine Geschichte berichtet hat?

soleil

schmutzteufel

unregistriert

9

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 06:26

Gibt es eigentlich auch österreichische Asperger-/Autistenforen im Web?


Ich habe über die Google-Suchmaschine nichts gefunden. Auch in Deutschland nichts brauchbares. Diese Forum hier ist mit Abstand das beste in deutsch was Google für mich gefunden hat.
Werde meine Lebensgeschichte in Miniform per Mail schicken, dann könnt ihr entscheiden, ob ich auch für die Betrachtung meines Berufslebens interessant bin, dann wäre der Chat für mich interessant.
Das wird sich aber vor Weihnachten nicht mehr ausgehen.

Bhai

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10

Mittwoch, 17. Dezember 2014, 13:12



Im Ernst: Mir ist das Buchprojekt etwas suspekt: Bist du wirklich AS betroffen? Kennst du dich aus mit den Schwierigkeiten AS und Beruf? AS und Interview?

Was heisst anonymisieren? Welche Rechte hat der Betroffene da wirklich noch, um auf seine "Biografie" Einfluss zu nehmen, nachdem er einmal seine Geschichte berichtet hat?

Wir sind alle drei betroffen. Einer von uns, Hajo Seng aus Hamburg, ist zudem als Buchautor und Vortragsreisender zum Thema Autismus bekannt und hat in Hamburg das Projekt autWorker initiiert, das Betroffene u.a. durch Fähigkeiten-Workshops aufs Berufsleben vorbereitet. Hajo war bis Anfang des Jahres auch im Vorstand von Aspies e.V. - ich war da früher auch mal aktiv, habe mein Engagement aber u.a. aus Zeitmangel inzwischen weitgehend heruntergefahren.

Wir werden nichts veröffentlichen, was wir den Autor/inn/en nicht noch einmal zur Prüfung, zum letzten Korrekturlesen, vorgelegt haben. Das letzte Wort hat also in jedem Fall der/die Autor/in. Und "anonymisiert" bedeutet ganz einfach, dass es anhand des Textes nicht nachzuvollziehen/herauszufinden ist, um welche reale Person es sich da handelt.
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Wittgenstein

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