Du bist nicht angemeldet.

schmutzteufel

unregistriert

1

Mittwoch, 17. September 2014, 07:30

"n#mmer"

"Das Magazin für Autisten, AD(H)Sler und Astronauten."

http://kurier.at/lebensart/asperger-synd…inke/85.796.729

Endlich auch mal in einer österreichischen Tageszeitung etwas brauchbares über Asperger und Autismus!
Bin schon gespannt, wo ich diese Zeitschrift problemlos kaufen werde können bei uns im rückständigen ländlichen Ostende des deutschsprachigen Raumes.

2

Mittwoch, 17. September 2014, 08:07

Hi Schmutzteufel,

sie haben es schwer mit der Finanzierung:

Siehe auch hier:

https://www.startnext.de/nummer-magazin/blog/


Fast wäre es zu keiner Gründung gekommen.

Es gab vor der Gründung auch noch Interviews:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei…ist-immer-eklig


Hier wäre die offizielle Webseite:
http://www.nummer-magazin.de/



Gruss Geralt

Die Nähe zu Menschen ist wie die Nähe zum Feuer.
Zu nahe verbrennt man sich und zu weit weg erfriert man.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Geralt« (17. September 2014, 08:31)


Franziska

Registrierte Benutzerin

Beiträge: 152

Wohnort: Bayern

Nationalität: Deutschland

  • Private Nachricht senden

3

Mittwoch, 17. September 2014, 12:20

Leute werden schon darauf angesprochen,
ob es stimmt, dass Autisten BDSM (Fesselspiele, Bondage, Sadomaso)
mögen, hab ich zumindest bei Autistenwelt.de und Aspies.de
gelesen.

Frau Linke (Herausgeberin und Chefredakteurin)
scheint in beinahe jedem Interview (mein Kenntnisstand) diese
Behauptung zu wiederholen, so auch im Kurier.
"Zum
Beispiel, wenn es im Bereich Liebe und Sex um BDSM geht, dann
erklären die Autoren, warum dies für Autisten besonders reizvoll
ist und häufiger vorkommt als in der
Normalbevölkerung."

http://kurier.at/lebensart/asperger-synd…inke/85.796.729

oder
in der Süddeutschen
"". . . du meinst Fesselspiele
und Sado-Maso?
Es gibt Studien, die zeigen, dass BDSM bei Autisten
und ADHS-lern häufiger praktiziert wird als in der breiten
Bevölkerung."

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei…ist-immer-eklig

Es
wird wohl auch Thema in der ersten
Ausgabe
http://aspies.de/forum/index.php?t=msg&t…t=20#msg_944796

Es
gibt aber keinerlei Studien die diese These belegen.

"In
der Literatur gibt es keine Studie, die den Zusammenhang von Autismus
und BDSM, unschärfer auch oft als Sadomasochismus bezeichnet,
beschrieben
hat.
"
http://auticare.de/was-forscher-interess…-sexualitaet-2/


Ich
möchte betonen, dass Sexualität und Autismus für
mich kein Tabuthema ist.

Ich finde es dennoch nicht richtig,
Autismus ausgerechnet mit solch (meines Erachtens) reißerischen,
noch dazu unbestätigten Thesen, ins Gespräch zu bringen via einem
Magazin, in Zeitungsartikeln, in sozialen Netzwerken etc. Es gibt
doch bereits genug Klischees über Autisten...

4

Mittwoch, 17. September 2014, 12:33

Wenn auch nur ein Wort verloren geht, ändert sich sofort der Sinn.
Wenn man etwas schnell liest ist dies sofort passiert.

Es kann schon sein, dass Autisten häufiger als der Durchschnitt solche Praktiken mögen.
Doch daraus wird beim Leser schnell "alle Autisten" oder "die Mehrheit der Autisten".
Das aber hat mit der Aussage "Autisten häufiger als der Durchschnitt" nicht mehr viel zu tun.

Franziska

Registrierte Benutzerin

Beiträge: 152

Wohnort: Bayern

Nationalität: Deutschland

  • Private Nachricht senden

5

Mittwoch, 17. September 2014, 12:42

Zitat

Es kann schon sein, dass Autisten häufiger als der Durchschnitt solche Praktiken mögen.
Das ist eben in keiner Studie belegt, zumindest ergaben das die Recherchen von "Lila" (auf der Seite von Auticare).
Von Frau Linke selbst habe ich noch keinen Quellenbeleg gesehen.
Es ist also eine unwahre Behauptung.
Es mag Autisten geben die es mögen, aber nicht mehr als in einer beliebigen Gruppe NA-Menschen.

Ansonsten geb ich dir recht, Fraktal.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Franziska« (17. September 2014, 12:44)


sid

Moderatorin

Beiträge: 1 100

Wohnort: Kt. Bern

Nationalität: Schweiz

  • Private Nachricht senden

6

Mittwoch, 17. September 2014, 17:58

Ich habe die Diskussion über die Zeitschrift N#MMER in einem anderen Forum intensiv mitverfolgt.

Ich finde es schwierig, ein Magazin auf den Markt zu bringen, bei dem bereits die Formulierung der Zielgruppe unklar ist.

Zielgruppe Autisten / AD(H)Sler
Gemäss der offiziellen Webseite ist N#MMER ein Magazin für Autisten und AD(H)Sler
Nun, es gibt ja nicht den typischen Autisten, wie es auch nicht den typischen NT gibt. Ich denke, dass die Themenauswahl sehr schwierig sein wird, da die Interessen, Wahrnehmungen, Schwierigkeiten usw. so unterschiedlich sind. Kommt ein Spezialinteresse eines Aspies im Magazin zum Zug, werden ihm die Recherchen wahrscheinlich viel zu wenig weit gehen - und er wird Fehler im Artikel finden ;) (da er sich ja seit langer Zeit intensiv mit diesem Thema befasst). Die anderen Aspies werden diesen Artikel zum Gähnen finden, da er sie schlicht nicht interessiert.
Da wird es sehr schwierig, Themen zu finden, die ein breites Publikum ansprechen werden.


Zielgruppe NTs (im Magazin Astronauten genannt...)
Im Interview mit Frau Linke im Kurier steht: ... Denise Linke will mit einem Magazin Einblick in die Welt von Autisten geben.
Nun, ich muss keine Zeitschrift kaufen, in dem mir Einblicke in die Welt von Autisten gegeben werden. Ich lebe nämlich bereits in dieser Welt. Dann wäre es also mehr ein Magazin für interesserte NTs und nicht für Betroffene... ?(


Sehr schade finde ich, dass mit einem reisserischen Titel versucht wird, auf das Heft aufmerksam zu machen.

Es gibt Studien, die zeigen, dass BDSM bei Autisten und ADHS-lern häufiger praktiziert wird als in der breiten Bevölkerung."
Diese Aussage ist schlichtweg falsch! Frau Linke wurde bereits mehrfach von anderen Autisten aufgefordert, die Studie anzugeben, welche sie zitiert. Es gibt jedoch keine Studie zu diesem Thema!!! Mit diesen Aussagen diskreditiert sie sich gerade selber, was ich sehr schade finde.


Ich finde es dennoch nicht richtig, Autismus ausgerechnet mit solch (meines Erachtens) reißerischen, noch dazu unbestätigten Thesen, ins Gespräch zu bringen via einem Magazin, in Zeitungsartikeln, in sozialen Netzwerken etc. Es gibt doch bereits genug Klischees über Autisten...

Da hast du sehr recht, wir brauchen nicht noch ein Klischee mehr.
Und ich habe auch keine Lust von Leuten angesprochen zu werden, die von meinem Autismus wissen und zu hören: "Ah ja, du stehst doch auf BDSM, oder? Ich komme heute Abend mal vorbei, hä hä hä... " :pinch: 8|

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »sid« (17. September 2014, 18:09)


schmutzteufel

unregistriert

7

Samstag, 20. September 2014, 07:28

Schade! Wird wohl nichts mit dem Magazin!

Was das medienwirksame "Ausschlachten" von Sadomasoliebhaberei und ähnlichen bei Aspergern betrifft, ist das genauso schäbig wie das mediale "Ausschlachten" von Savants! :thumbdown:

Übrigens, ich mag auch keine leichten Berührungen, denn da läuft es mit kalt über den Rücken und es beutelt mich. Oder die zart berührte Stelle beginnt dann intensiv zu jucken, ich muss kratzen und es juckt noch mehr.

Was fesseln und ähnliches betrifft macht es mir extreme Angst, geriet schon als Kind in Panik, wenn jemand oder etwas mich festhielt, wenn ich keine Fluchtmöglichkeit oder Überblick besaß.
Trotzdem mag ich es wenn man mich fest berührt und nicht zart in der Partnerschaft, bei Händedruck oder sonstigen notwendigen Körperkontakt.
Zwischen SM und "fest" gibt es wohl unendlich viel Spielarten. Ich bin der partnerschaftliche Typ, der Kumpel und fühle mich am wohlsten mit gleichgesinnten, gleich starken und gleich großen Menschen, ebenbürtig sozusagen, "auf Augenhöhe" auch sexuell bezogen....wenn ich solche nicht finde, bin ich lieber allein.....tja und ich bin fast immer allein, auch mit Familie.... :(

cindy2003

Registrierte Benutzerin

Beiträge: 959

Wohnort: Plauen

Nationalität: Deutschland

Beruf: MTA

  • Private Nachricht senden

8

Samstag, 20. September 2014, 22:44

heutzutage wird beinahe alles mit "Schlagwörtern" vermarktet, Autismus ist ein Schlagwort.
auch ohne oder fadenscheinige Grundlage werden Behauptungen publiziert, das ist doch kein Problem, jeder kann alles schreiben siehe auch andere Gazetten. Interessiert denn noch jemanden, was er damit bewirkt, ausser natürlich seinen Kontostand ?
das Schlimme ist, das man sich für Dinge und Anschuldigungen wehren muss, Stellung beziehen, die uns unterstellt werden.
keiner will auch die Hintergründe wissen, es wird oberflächlich aus Hörensagen irgendwas konstruiert, dieses wird der Welt zur Kenntnis gegeben, und wir haben darunter zu leiden.
entschuldigt, aber ich frage mich, warum verbreitet jemand so einen Unsinn ? das geht immer solange gut, bis jemand sich wehrt und sein Recht einklagt, jedoch ist der Unsinn-Verbreiter meisst auf der sicheren Seite, da er eine perfekte Rechtsschutzversicherung hat und sieht Klagen "gelassen" entgegen, rechnet schon damit, oder kann es sich ganz einfach "leisten", weil seine ganze Unternehmensstrategie darauf basiert und die bisherigen Klagen abgewürgt wurden...
"Einblick in die Welt der Autisten" ist für mich ein Witz, wenn jemand das sagt, Einblick in die Welt der Autisten können nur Autisten persönlich im Interview geben, dieses kann man dann zitieren...., ansonsten kann eine Person sich gar kein Urteil erlauben und geschweige denn, ihr subjektives Urteil in den Orbit bringen, egal auf welchem Weg.
und weiter : aus Gründen der Individualität kann man keine Verallgemeinerungen zulassen.
liebe Grüsse von Cindy
PS: basieren Studien nicht auch auf Verallgemeinerungen ?
welche Studien sind repräsentativ ?

liebe Grüsse von Cindy
Der wertvollste Besitz, den man haben kann, ist Seelenfrieden. Friede kommt von innen und kann niemals durch materielle Werte entstehen.
-Sathya Sai Baba-

9

Sonntag, 21. September 2014, 01:27

So ein Magazin könnte durchaus funktionieren, wenn daran viele Autisten und einige Nicht-Autisten arbeiten, die die "Welt" der Autisten bereits sehr gut nachvollziehen können.
Das Themenfeld der Berichte sollte dabei ein paar fachspezielle Inhalte beinhalten, welche von Betroffenen im jeweiligen Fachgebiet erstellt und vom Magazin-Team zusammengefasst werden, und ansonsten allgemeine Inhalte, die sich z.B. auf Vorurteile gegen Autisten, Politik, Enthinderung von Autisten in der Gesellschaft, aktuelle Vorfälle in der Gesellschaft bzgl. Autismus, usw. beziehen.

Wenn man das gut umsetzt, könnte so ein Magazin viele Autisten und auch viele NT ansprechen.

Unmöglich ist das definitiv nicht. Es erfordert nur ein herausragendes Talent, viel Mut, geschicktes Handling und vor allem soziales Einfühlsvermögen in unterschiedliche Menschentypen/-gruppen.

Dabei muss man z.B. die Fähigkeit besitzen, dass man einen Artikel über das Spezialinteresse eines Autisten so schreiben kann, dass es auch das Interesse anderer Autisten etwas weckt und ebenso der NT und dazu noch eine appellierende und belehrende Komponente für NT enthält.

Wie gesagt, das ist machbar, aber nicht alleine. Es sollten schon 15-20 Autoren/Rechercheure sein, wenn man monatlich viele sehr ansprechende Artikel für ein breites Autismus- und NT-Sprektrum schreiben will.

Für den Start würde ich sogar vorschlagen, dass man erstmal nur eine Ausgabe alle 3-6 Monate macht, um damit mehr Zeit zu haben, um zu prüfen, wie die ersten Ausgaben jeweils ankommen, und folgende dementsprechend optimieren zu können.

Die Ziele sollten zu Beginn jedenfalls erstmal klein gesteckt sein, weil so gut wie niemand aus dem Stand heraus eine erfolgreiche Sache heraufbeschwören kann.

Dabei könnte man auch Querdenker zu Rate ziehen, da sie mit ihrem Blog ja bereits sehr viel Erfolg innerhalb der letzten Jahre erzielte.
Auch andere autistische Bloger sollten für so ein Magazin zu Rate gezogen werden, um eben auch Erfahrungen von anderen zu sammeln.

Raxmon

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Raxmon« (21. September 2014, 01:31)


schmutzteufel

unregistriert

10

Sonntag, 21. September 2014, 08:07

Vielleicht sollte jemand versuchen bewusst aus Artikel der Blogger, die sie in ihrem Blog schreiben ein Printmagazin zusammenzustellen. Dazu links zu Beratungsstellen. Interviews mit Nichtautisten, Psychologen, Ärzten, etc.

Also alles was da drin steht sollten direkte Aussagen sein von Personen die namentlich bekannt sind, also keine Vermutungen oder selbst zusammengestelltes...

Das kann aber nur jemand Erfahrener aus der Medienbranche, es kostet Geld, Zeit, Mühe um alles gesetzlich korrekt durchzuführen. Wer bringt schon mal das Geld auf..... :(