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Sonntag, 14. September 2014, 07:15

Miss America Kandidatin mit Autismus Spektrum Störung

Alexis Wineman ...MISS Montana und vielleicht bald Miss America hat hochfunktionalen Autismus aka Asperger Syndrom.

http://blog.theautismsite.com/miss-monta…m_term=20140912

cindy2003

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Sonntag, 14. September 2014, 21:40

Lieber Asperger,
als erstes hab ich mich gefragt, was du mit diesem Post sagen willst...... es ist bewundernswert, dass es auch Menschen gibt, für die die Präsentationen in der Öffentlichkeit ja sogar ein Bedürfnis darstellen, das ist eben die Facettenhaftigkeit des Aspergersyndroms und die von allen anders interpretierte Realität und Wahrnehmung.
persönlich kann ich mir nur vorstellen, dass Alexis viell. einige Therapien in Sachen soziale Phobien gemacht hat und dadurch zielführend motiviert ist ?
nur eine Überlegung von mir....
irgendwas an der Geschichte passt für mich nicht zusammen.
aber gut, es gibt hervorragende Couches, Backstage-Partner und allerhand wissende Leute, die dir sagen, was richtig und falsch ist, der Erfolg zählt ja schliesslich ?

liebe Grüsse von Cindy


Der wertvollste Besitz, den man haben kann, ist Seelenfrieden. Friede kommt von innen und kann niemals durch materielle Werte entstehen.
-Sathya Sai Baba-

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Montag, 15. September 2014, 07:00

Zitat von »Text«

Alexis and her family have taken big steps in making her life as normal as possible and not letting autism stop her from reaching her dreams.

Freie Übersetzung:

Zitat

Alexis und ihre Familie haben große Schritte unternommen, um ihr Leben so normal wie möglich zu gestalten, und nicht zugelassen, dass sie aufgrund ihres Autismus im Erreichen ihrer Träume gehindert wird.


Sorry, aber hier wird ganz klassisch Autismus als etwas eindeutig Schlechtes dargestellt, und diese willkürlich definierte "Normalität" als etwas absolut Gutes.

Zudem wird damit allen Autisten, die nicht so normal und erfolgreich und schön wie Alexis sein können/sind, der Mediendruck aufgesetzt, dass sie ja auch so "normal" sein könnten, wenn sie sich eben mehr anstrengen würden.

Hier wird das Klischee angefeuert, dass Autisten ganz normal sein können würden, würden sie sich nur mehr anstrengen und mehr zusammenreißen... das ist aber klarer Unfug.

Ich gönne Alexis durchaus diesen Erfolg, aber ich finde diesen Medienbericht darüber äußerst kontraproduktiv bzgl. der Emanzipation der Autisten in der Gesellschaft.

Problem bei dieser ganzen Sache ist ja auch, dass die Leute Autismus dann so sehen, wie bei Alexis der Fall.
Natürlich kann man als Autist auch lernen Witze zu verstehen und zu reißen, aber nur weil das EIN Autist so gut lernen konnte und umsetzen kann, heißt das nicht, dass das JEDER andere Autist auch so leicht kann.
Nur die Leute, die NTs vor den Glotzen glauben dann, dass ALLE Autisten das könnten und nehmen Autisten, die das nicht so können, nicht mehr ernst, sondern beschimpfen sie im schlimmsten Fall als "Heulsusen" oder "Nichtsnutze".

Daher ist dieser Medienbereicht aus meiner Sicht mangelhaft bis ungenügend, sprich Note 5-6.

Zitat von »Interviewer im Video«

The diagnosis came when you were eleven years old and you have said: "It was eleven years to late".

Übersetzung:

Zitat

Du hast mit 11 Jahren die Diagnose erhalten und du hast (neulich) gesagt: 'Das war 11 Jahre zu spät'


Auch in diesem Fall Unverständnis meinerseits.

Sie führt mit 20+ ein offensichtlich hervorragend gutes Leben, ist gut in die Gesellschaft integriert und kann sehr gut mit anderen Menschen umgehen.

Ihrer Aussage nach war die Diagnose zu spät, aber ich erkenne in keinster weise, dass dies zu spät für sie gewesen sei, denn sie lebt nun ein Leben, welches selbst 99% aller NT nie in ihrem Leben erreichen können.
Miss America erzielt man eben nicht einfach mal so.

Ebenso lernt man nicht einfach mal so, so perfekt vor der Kamera auftreten zu können. Das schaffen die wenigsten Menschen (NT) auf diese Weise.

Die Diagnose war meiner Ansicht nach definitiv nicht zu spät, höchstens genau zeitlich passend, wenn nicht sogar völlig irrelevant in diesem Fall, da es auch erfolgreiche Asperger gibt, die erst mit 40 eine Diagnose erhielten.

Ich selbst erziele alle Erfolge bislang auch ohne dieser Diagnose. Man bewundert mich für mein Können, ohne das gleich mit dem Asperger in Verbindung zu bringen, wofür ich sogar dankbar bin.

Talente allein haben eben auch nichts mit dem Asperger-Syndrom zu tun.

Nur wenn bei einem Menschen das Asperger bekannt ist, bezieht man all seine Talente und Errungenschaften nur auf das Asperger-Syndrom, obgleich andere Menschen ganz ohne diesem Syndrom identische Talente bereits aufwiesen.

Das ist unlogisch, irrational und verblendend und für mich keiner Nachricht wert.

Sorry, wenn ich nun so aufgebracht bin, aber ich kann sowas einfach nicht leiden. ^^

Raxmon

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Raxmon« (15. September 2014, 07:03)


4

Montag, 15. September 2014, 21:54

Ich weiss, das ist mühsam ... und diesmal sind es "die NTs" die Stereotypen verfallen.
Oder zumindest gewisse NTs tun das.
Jene die sich an solch einfache Schemen klammern, tun dies aber auch ohne derartige Artikel.
Es gibt aber auch die anderen, die sehr wohl zu differenzieren wissen.

Immerhin hat dieser Artikel einen Vorteil: es wird über einen Erfolg einer Asperger-Autistin berichtet.
Schulnoten möchte ich schon allein wegen der international verschiedenen Notensysteme keine verteilen.

Es ist leider so, dass wir häufig an unseren Defiziten und nicht an unseren speziellen Fähigkeiten gemessen werden. Insofern ist unsere Abweichung tatsächlich oft ein Nachteil, aber eben auch nicht immer. Jenen die ihre spezielle Fähigkeit gut verkaufen können, sei ihr Erfolg gegönnt und ich sehe auch nichts Falsches darin, dass darüber berichtet wird.

Es liegt an mir, meine persönlichen Trigger zwar zu kennen, aber sie soweit wie möglich und für mich sinnvoll kontrollieren zu lernen.

5

Dienstag, 16. September 2014, 07:05

Ich mag nur keine Menschen, die die Realität verklären, damit sie damit andere Menschen emotional manipulieren.
Die Aussage, dass es 11 Jahre zu spät gewesen sei, ist eindeutig eine emotionale Manipulation aller Zuschauer, da diese Aussage rational betrachtet unwahr ist.
Sowas sehe ich so oft im Fernsehen. Ebenso sind mir die Reaktionen der meisten Menschen darauf gut bekannt: "Mitleid".

Ebenso habe ich gegen Aussagen etwas, dass Autismus Schuld daran sei, dass ein Mensch seine Träume nicht erreichen könne.
Schuld ist niemand daran, außer man selbst oder ein System, welches eine Minderheit diffamiert und als krankhaft betitelt.

Um meine Benotung international konform zu machen: Dieser Artikel bzw. dieser Medienbeitrag ist einseitig und verklärend, dadurch letztendlich auch nur populistisch manipulativ und schadet damit der Emanzipation von Autisten innerhalb der Gesellschaft mehr als man das auf den ersten Blick vielleicht vermuten möge.

Wie gesagt, ist dies einseitig berichtet. Eine Autistin hat trotz ihrer viel zu späten Diagnose etwas erreicht, was 99,9% aller "normalen" Menschen nicht erreichen können.

Schön und gut.

Trotzdem gehört in so einen Medienbericht auch die andere Seite, dass es eben Autisten gibt, die an ihren Träumen scheitern, weil die Gesellschaft intolerant gegen diese Randgruppe von Menschen ist oder diverse Schulformen es gar nicht ermöglichen, dass jene Menschen eine würdige Ausblidung und somit später auch einen guten Job erhalten können.

Diese andere Seite darf eben nicht in den Hintergrund rücken, wenn man mal die wenigen positiven Fälle betrachet.
Ein guter Artikel betrachtet immer beide Seiten gleichermaßen, damit der Zuschauer/Leser sich selbst ein unverfälschtes Bild von einer Sachen machen kann.

Dieser Artikel hier beleuchtet aber nur die positive Seite einer einzelnen Autistin und verklärt damit die Realität und manipuliert die Zuschauer, weshalb ich diesen als eindeutig schlecht einstufe.

Besser geht es problemlos, und besser wurde es hier als Beispiel gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=ejpWWP1HNGQ

Raxmon

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Raxmon« (16. September 2014, 07:06)


6

Dienstag, 16. September 2014, 09:50

So sehr ich mir ebenfalls umfassende Artikel wünsche, ich weiss auch, dass viele Leute nur den Anfang eines langen Artikels lesen.
Das ist der Grund für die Korrespondenzregel, in einem Brief nur ein Thema zu behandeln.
Das ist der Grund weshalb das wichtige am Anfang stehen soll.
Das ist aber auch der Grund, warum Artikel selten so lang sind, dass alle Aspekte beleuchtet werden können.
Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Ich bitte daher um Nachsicht mit diesem Blogbeitrag innerhalb einer Autismus-Site.

7

Dienstag, 4. Oktober 2016, 20:51

Autismus wird leider halt allzuoft stigmatisiert, darum ist auch positiv, wenn Frau Alexis Wineman Miss Montana 2012 geworden ist.
Auf mich wirkt sie äusserst sympathisch und völlig natürlich. Sie ist ehrlich und spielt nichts vor.
Klar können nicht alle Autistinnen und Autisten jemals derart erfolgreich werden. Dies ist aber bei all den NT-Menschen aber auch nicht anders.
Dieser Titel von Alexis Wineman wirkt sich zweifellos auch die Publicity vom Themenkreis 'Autismus' aus. Ich würde, trotz begründbare skeptischen Aspekte, behaupten dieser Titel ist etwas Positives für uns.
Weiter engagiert sich Alexis Wineman für autistische Mitmenschen sehr.
https://youtu.be/XsFSknnWu04

Alexis Wineman ist aber nicht die einzige Autistin die erfolgreich werden konnte. Heather Kuzmich beispielsweise, wurde trotz ihren Asperger-Syndrom, ein Topmodel. Für eine Autistin etwas Aussergewöhnliches.
https://youtu.be/WvSCL-W4kL0

Auch Heather Kuzmich gab sich im Interview sehr offen, natürlich und stellt ihr Asperger-Syndrom nicht in den Mittelpunkt:
https://youtu.be/l_I22HqkQeo

Die bekannte Deutsch-Französische Schauspielerin und heutige Performance-Künstlerin Anne Tismer, wäre mit ihren Leistungen zweifellos auch ohne ihr Asperger-Syndrom berühmt geworden. Für sie ist der 'Autismus' halt einfach da - er ist weder ein Frust noch eine 'besondere Begabung':
https://youtu.be/4ux9df47GuY


Ich selber sehe das Asperger-Syndrom weder einen besonderen Vorteil noch Nachteil, bin selber auch betroffen, sondern eine Andersartigkeit in der Persönlichkeit. Gewisse intolerante Zeitgenossen stigmatisieren uns nach wie vor. Wir werden sozusagen, von aussen her, 'behindert' das ist das eigentliche Problem.

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