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Unterwassermensch

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1

Dienstag, 8. April 2014, 20:58

Der geschützte Rahme machte mich extrem unglücklich. War total unterfordert, wurde falsch eingeschätzt und nicht verstanden.

Vanessa ist eine junge hübsche Frau mit langem blondem Haar. Sie ist höflich im Umgang mit Menschen und arbeitet seit einigen Monaten bei der Schaerer Company in Küsnacht. «Ich bin dankbar, dass ich hier tätig sein darf», erzählt sie. «Endlich habe ich einen Ort gefunden, an dem ich gerne bin und auch Verantwortung übernehmen darf.»

 

Vanessa, welche an einer atypischen Form von Autismus, dem Asperger-Syndrom, leidet, sagt von sich selber: «Ich bin anders als andere Menschen; ich weiss das und habe es ­bereits in jungen Jahren zu spüren bekommen.» Vanessa blickt zurück und beginnt zu erzählen: «Ich hatte schon als Kind Probleme. Deshalb besuchte die Rudolf-Steiner-Schule», sagt sie. «Doch heute weiss ich, dass diese Art von Schulbildung für mich nicht ideal war, weil sie nur wenig Grenzen setzt.» Für Vanessa, die im Kindergarten noch nicht sprechen konnte und auch motorisch ungeschickt war, ­begann nach der Schule ein langer Leidensweg. «Immer wieder gab es Menschen in meinem Leben, die mich in eine Schule für Behinderte stecken wollten», erzählt sie. Doch zum Glück stand meine Mutter immer hinter mir und wehrte sich gegen diesen Schritt. Ich verstand die Welt nicht, eckte oft an, fühlte mich allein gelassen und unverstanden», sagt Vanessa traurig. Erst als sie 17 Jahre alt war und unter ­Depressionen litt, wurde die Dia­gnose «Asperger» gestellt.

 

Nachdem Vanessa mit viel Freude den Vorkurs in der Schule für Gestaltung besucht hatte, wurde ihr eine künstlerische Laufbahn verwehrt. «Warum genau, habe ich nicht erfahren», erzählt sie. «Man hat mir damals empfohlen, mich anderweitig zu orientieren. Ich war traurig, aber da ich weiss, dass ich anders bin, habe ich mich damit abgefunden.»

 

«Nun bin ich hier, bei der Schae­rer Company in Küsnacht, und darf ­neben der Handelsschule ein kaufmännisches Praktikum absolvieren», strahlt Vanessa. «Endlich habe ich einen Platz gefunden, an dem ich ernst genommen werde. Die Arbeit gefällt mir gut; ich habe bereits viel gelernt. Herr Schaerer zeigt mir alles ganz genau und hat viel Ge­duld, wenn ich einmal etwas nicht sofort begreife.»



Nun bin ich wieder arbeitslos nach einem Jahr im geschützen Rahmen, wo es mir überhaupt nicht
gefiel. Immer wieder wurde ich unterfordert,bekam nur sehr wenig Arbeit oder meine Chefin, mein
Chef kam mit meiner anderen Wahrnehmung nicht klar. Im Admin 1, meine Chefin Nr. 1
(im ganzen hatte ich 3 verschiedene Chefs im geschützten Rahmen) behandelte mich total
ungerecht und machte mich extrem unglücklich, weil sie mir meine Lieblingsarbeit ohne zu
begründen wegnahm und an eine neue Mitarbeiterin, die ihr sympatischer war übergab.
Ich hatte viel weniger Arbeit und musste mich meistens selbst beschäftigen was mich
extrem frustrierte.(hasste meine Chefin dafür) Meine Chefin Nr. 2 war ein extremer Kontrollfreak,
die mich zwar total förderte (gerechte Arbeitsverteilung) jedoch war sie eine sehr schwierige
Person mit der auch alle anderen Angestellten total Mühe hatten (sehr hierarchisches Verhalten)
Leider ist es wirklich so, das die Chefs die in geschützten Rahmen angestellt sind über keine
oder nur wenig Sozialkompetenz verfügen und überhaupt nicht für ihre Stelle geeignet sind,
Sie arbeiten im geschützen Rahmen, weil sie in der Privatwirtschaft keine Stelle bekommen haben.
Leider ist dies sehr häufig so. Sie nutzen ihre Machtposition total aus, machen Mitarbeiter total
herunter oder unterdrücken ihre Angestellten. Alle 3 Chefs hatten jedoch auch gute Seiten und machten
mich in gewissen Situationen auch glücklich oder waren machmal sogar auch sehr gerecht, setzten
sich auch für mich ein. Am schlimmsten jedoch war mein 3ter Chef vom Admin 3. Er war immer total
freundlich zu mir, jedoch machte er eine andere Mitarbeiterin wegen ihrem Übergewicht total herunter
obwohl er selber dick ist, was ich total fies fand. Als ich gekündet hatte war er ein totales Arschloch,
ich hatte ihn nicht wiedererkannt. Er war extrem ungercht. Er gab mir nie das Gefühl das ich zu langsam
war, sagte mir ständig ich soll mir Zeit lassen, deshalb habe ich dann nicht vollgas gegeben bei
meinen Kundenerfassungen. Bereits bei meinem ersten Arbeitstag wusste ich und machte mir auch sorgen
weil meine Vorgängerin ein totaler Übermensch im Bestellungen erfassen war. Sie machte z.B. 40 Bestellungen
in 10 Minuten, so schnell wie sie war keiner jedoch verglich er mich dann an meinem letzten Arbeitstag mit ihr
und mit einer anderen Angestellten, die meine Arbeit schon Jahre machte = plötzlich war ich ihm dann zu langsam
obwohl er mir immer wieder sagte ich soll die Arbeit ruhig machen, soll nicht hetzten. Er ist sowieso sehr schlecht
in der Einschätzung. Er schätze mich total falsch ein und hatte wohl nie den Glauben daran, das ich auch z.B. 50
Bestellungen in einer gewissen Zeit hätte erfassen können, er gab mir nur die Hälfte der Bestellungen, weil er
nicht an mich glaubte und hob mir nun als ich gekündet hatte mein Arbeitstempo vor. Natürlich kann ich auch sehr
schnell erfassen, aber wenn man mir immer wieder sagt ich müsse nicht präsieren mache ich das auch nicht. Auch
sind die Rubin Erfassungen manchmal total ungerecht und vor meiner Kündigung hatte ich leider extrem viele Neukunden,
wärend die anderen nur wenig oder keine hatten. = Neukunden zu erfassen kostet viel mehr Zeit, weil man die ganze
Adresse erfassen muss. Mein Chef vergliech mich dann mit meinen Arbeitskollegen, und sagte ich sei viel längsämer
als sie was überhaupt nicht stimmte. Vor meiner Kündigung hatte ich einfach sehr viele Neukunden das war total
ungerecht, deshalb hatte ich auch länger mit dem Erfassen. Auch arbeiteten sie mit Stempeln, ich nicht. Dann noch das Higlight
mein Chef sagte mir wenn ich ihm beweisen möchte ob ich in der Privatwirtschaft und mit Zeitdruck umgehen kann müsse
ich nun alle Rubin Bestellungen erfassen was ich dann auch schaffte aber total daneben von ihm fand. Ich hatte doch keinen
Kopf mehr von diesem sektenterror Morgen und in der Vorarbeit passierten mir dann leider Fehler aber man kann doch nicht
wegen einmal sagen, ich hätte keine Chancen i PW

Unterwassermensch

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2

Dienstag, 8. April 2014, 22:54

Software Testerin

Nun werde ich evt.einen Kurs für Software Testerin besuchen.
Hat jemand von euch Erfahrung? :)

Kann man diese Arbeit ganze 8 Stunden machen? Wird es
nicht langweilig? Ich bin natürlich schon verwöhnt von
der Büroarbeit im kaufmänischen Bereich (Kauffrau).

Vielen Dank fürs Antworten im Voraus.

isoliert29

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3

Dienstag, 8. April 2014, 23:03

Software Testerin

Hallo, ich bin aus Berufung Software Entwickler und kenne mich auch mit Testen aus. Das ist eine mühsame Arbeit die viel Routine benötigt und oft das selbe ist. Immer wieder das selbe testen. Meistens bekommst du deine Test Cases welche du dann von A-Z abarbeiten musst. Hier gibt es Firmen die speziell Asperger Autisten einstellen. Ich kann mir deshalb vorstellen das diese Arbeit sehr geeignet ist für einen Asperger Autisten und werde mich da auch mal umsehen.

Valesca

unregistriert

4

Mittwoch, 9. April 2014, 07:17

Hallo Unterwassermensch,
ich habe den Beitrag gelesen und dazu zwei Stichpunkte im Sinn, ohne das ganze bewerten zu wollen: Totale Außenorientierung und Rechtfertigungsdruck
- gibt es da noch etwas von Dir, also von Deinem "Ich", das Du schützen konntest, das also überlebt hat?
Wenn Du magst, antworte nur für Dich selbst. Das ist in Ordnung für mich.
Gerne lese ich aber weitere Beiträge von Dir dazu.
Viele Grüße
Valesca

Unterwassermensch

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5

Freitag, 18. April 2014, 16:40

Liebe Valesca

Vielen Dank für deine Nachricht.
Ich verstehe zwar nicht was du meinst mit Rechtfertigungsdruck und Aussenorientierung?
ich habe diesen Bericht geschrieben um zu zeigen, wie schwierig
es ist im geschützen Rahmen zu arbeiten und respektiert zu werden.
Im Admin 1 war ich eine gute Mitarbeiterin, die Arbeit im Admin 3 war
für mich total ungeeignet aber ich habe nun vor eine neue Ausbildung zu
machen. Ein grosser Teil meines Ichs hat überlebt, jedoch habe ich viele
Wunden auf meiner Seele und ein gebrochenes Herz, wenn ich tief in
mein inneres Blicke. Aber ich bin eine Kämpferin und weiss, das eines Tages
mein Leben so läuft, wie ich es mir wünsche. Was machst du beruflich?
Deutschland gefällt mir sehr. Liebe Grüsse aus der Schweiz

6

Freitag, 18. April 2014, 17:31

die Rolle der Software-Tester gibt es in unserem Team zwar, aber es ist nicht so, dass diese Personen nichts anderes tun würden als vordefinierte Tests auszuführen, sondern es sind dieselben Leute, die die Umgebung auch sonst betreiben.
Wir Operator kriegen zwar manchmal fixfertige Testfälle vom Engineering, aber nochmal dieselben Testfälle durchzuführen fördert eher keine neuen Schwachstellen zu Tage, sondern eben nochmals die gleichen.
Um neue Fehler finden zu können, muss jemand in meinem Team in der Lage sein, eigene Testfälle zu entwickeln und
der Tester ist nicht selten der Hersteller des Testcases selber, denn zur vollständigen Aufteilung auf verschiedene Leute haben wir zuwenig genügend gute Leute.

7

Freitag, 18. April 2014, 19:03

Wir Operator kriegen zwar manchmal fixfertige Testfälle vom Engineering, aber nochmal dieselben Testfälle durchzuführen fördert eher keine neuen Schwachstellen zu Tage, sondern eben nochmals die gleichen.
Um neue Fehler finden zu können, muss jemand in meinem Team in der Lage sein, eigene Testfälle zu entwickeln und
der Tester ist nicht selten der Hersteller des Testcases selber, denn zur vollständigen Aufteilung auf verschiedene Leute haben wir zuwenig genügend gute Leute.
Bei uns ist es eher so, dass das Engineering die technische Funktionalität einer neuen Software testet,
wohingegen die Transition/Release Gruppe, die Anwendbarkeit ( z.B. zusammen mit Superusern) und die Installation/Deinstallation testet.
So vermeiden wir Überschneidungen.

Gruss Geralt

Die Nähe zu Menschen ist wie die Nähe zum Feuer.
Zu nahe verbrennt man sich und zu weit weg erfriert man.

Valesca

unregistriert

8

Freitag, 18. April 2014, 20:06

Hallo unterwassermensch,
meine Antwort habe ich wieder gelöscht, mich hat der Mut verlassen, sorry.
Wäre PN in Ordnung für Dich?
Viele Grüße
Valesca

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Valesca« (18. April 2014, 20:10)


Valesca

unregistriert

9

Samstag, 19. April 2014, 10:44

Hallo unterwassermensch,
totale Außenorientierung und Rechtfertigungsdruck sind typische
Merkmale von Mobbing-Strukturen. Was da so alles dahintersteckt, kann
man versuchen zu erklären und genau das habe ich in meinem gestrigen
Beitrag probiert, den aber dann doch wieder gelöscht, was eine gute
Entscheidung war.

Für derartige Texte ist es besser, sich gaaaaanz viel Zeit zu
nehmen (also viel mehr, als ich mir genommen hatte) um nicht ins
Kreuzfeuer der absolut berechtigten Kritik zu geraten.


Wenn Du magst, können wir uns gerne per PN austauschen. Es ist
durchaus möglich, dass Deine ehemaligen Chef´s oder Kollegen hier
in diesem öffentlichen Forum mitlesen und das könnte Folgen haben,
die letztlich für niemanden wirklich hilfreich sind.
Ich wünsche Dir ein sehr gesegnetes Osterfest.
Viele Grüße
Valesca

ephraim85

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10

Sonntag, 20. April 2014, 17:16

Hallo Unterwassermensch

Deine Erzählungen berühren mich sehr, da ich schon sehr viel ähnliches erlebt habe.
Ich finde es sehr schade das uns AS-Betroffene so wenig Chancen gegeben werden, unser können unter Beweis zu stellen,
da wir vieles sehr gut können. Es ist halt leider so, das wenn du heute nicht dem erwarten entsprichst, bist du abgeschrieben leider.

Darf ich noch fragen in welchem Betrieb du diese Erfahrungen gemacht hast? (kannst mir auch per PN antworten)

Liebe Grüsse

Ephraim

SavAntin

17 + 8,1

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11

Sonntag, 20. April 2014, 22:16

Immer wieder wurde ich unterfordert,bekam nur sehr wenig Arbeit oder meine Chefin, mein
Chef kam mit meiner anderen Wahrnehmung nicht klar.
Wenn man merkt und sich bewusst wird, dass man unterfordert ist, empfielt es sich erstmal, sich selber zu fordern. Sich von der Forderung anderer abhängig zu machen, ist eben nie sonderlich empfehlenswert.
Ich selbst setze mir in Arbeiten daher immer eigene Ziele, auch wenn die mir vorgegebenen Ziele viel mehr Zeit für anstehende Arbeiten gewähren sollten. Wenn ich dann schneller mit den vorgegebenen Zielen fertig bin, verfolge ich eben entweder nachfolgende Ziele, sofern diese mir bekannt sind, oder ich suche mir eigene sinnvolle Ziele und versuche diese eben zu erreichen. Dabei können eigene Ziele auch gänzlich andere als die des Unternehmens sein. Denn ich vertrete die Auffassung, wenn mir so ein Unternehmen nicht ausreichend Ziele und Aufträge gibt, dann erledige ich eben eigene Sachen in der Zeit, in der ich am Arbeitsplatz dann eben nichts zu tun habe.

Ansonsten ist es sehr wichtig, sich von außen in keinen Rahmen pressen zu lassen, auch wenn man jeweiligen Rahmen als "geschützt" betitelt. Was andere über einen denken und mit einem machen wollen, sollte einem selbst in erster Linie völlig egal sein. Hierbei ist ein gutes Selbstbewusstsein gefragt. Wenn er dir nur 25 Bestellungen gibt und dir sagt, dass du dir Zeit lassen kannst, ist das eben seine Aussage, die ich persönlich als verbindlich werte. Wenn er später trotzdem damit daher kommt, du würdest viel zu langsam arbeiten, dann würde ich ihm damit kontern, dass er offensichtlich selbst zu langsam darin war, die Anzahl der zugewiesenen Bestellungen eben entsprechend zu erhöhen.

Den Feind schlägt man am besten mit dessen eigenen Waffen.

Da du ja innerhalb einer Art sozialen Einrichtung tätigt warst also nicht in der Privatwirtschaft, kannst du durch solche Kontermaßnahmen auch nicht sonderlich viel verlieren. Im 1. Arbeitsmarkt muss man hingegen intelligenter kontern, also nicht so direkt, wie oben von mir erwähnt, sondern mit deutlich mehr List. List heißt z.B., dass man z.B. indirekt und zweideutig kontert, so dass eben nicht eindeutig ist, wie du etwas gemeint hast. Derjenige, den du damit kontern willst, weiß i.d.R. aber, dass er damit gemeint ist, und was du ihm damit vermitteln möchtest. Das ist eben typische NT-Sprache, die man nach und nach in logischer Hinsicht verstehen lernen kann. ^^

Gruß
Sav
Das Schönste am Anders-Sein ist jeden Tag an sich etwas Neues entdecken zu können, was einem keiner mehr nehmen können wird.