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Sonntag, 23. Dezember 2012, 16:26

Kein Rain Man - über Autismus berichten

Hallo zusammen

dhqd hat uns freundlicherweise den von ihm verfassten Leitfaden "Über Autismus berichten" zur Verfügung gestellt. Anbei einpaar Ausschnitte und den Link zur vollständigen Fassung.

Autismus zu verstehen und darüber zu schreiben und zu berichten ist nicht einfach. Das merke ich selbst, während ich an diesem Text arbeite. „Den“ Autismus oder „das“ Asperger-Syndrom gibt es nicht. Jeder Mensch mit einer solchen Diagnose erlebt seinen Autismus anders, die Symptome und deren Ausprägungen sind verschieden.

In der Diagnostik spricht man zwischenzeitlich von der Autismus-Spektrums-Störung, kurz ASS, und dazu gehören der frühkindliche Autismus, der atypische Autismus und das Asperger-Syndrom. Diese Störungen gehören zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. „Hochfunktional“ werden jene Autisten und Autistinnen bezeichnet, die trotz ihres Autismus’ sehr gut im Alltag zurecht kommen. Dazu empfehle ich auch den Artikel “Was Autismus ist und was Autismus nicht ist” von Colin Müller (Autismus Kultur).

Autismus ist keine Krankheit, sondern eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Von daher kann man auch nicht von einer “Heilung” sprechen. Menschen aus dem Autismus-Spektrum haben eine angeborene, veränderte Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, die viele von ihnen als Reizüberflutung erleben. Woher das kommt, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Durch die andere Wahrnehmung kommt es für Menschen aus dem autistischen Spektrum immer wieder zu Einschränkungen.

Menschen mit Autismus haben oft, bedingt durch den Stress wegen der Reizüberflutung und dem Anpassungsdruck, Depressionen oder Ängste. Aber nicht nur und nicht alle.
Journalistinnen und Journalisten sollten mal auf den Stil der Bilder bei einigen der verlinkten Artikeln am Ende dieser Seite achten. Was für Stimmungen entstehen bei Ihnen? Einsam, traurig, verlassen, verloren, melancholisch, depressiv? Das passt schon, aber das ist doch nicht alles! Verwenden Sie auch schöne, positive, fröhliche, farbige, lustige und alltäglich normale Bilder. Autisten kennen auch diese Seiten im Leben. Verwenden Sie eine passende Bildgestaltung.

Autismus ist nicht gleich Hochbegabung! Zudem werden Autisten oft als Savants beschrieben, was sachlich falsch ist. Savants sind Menschen mit einer oder mehreren extremen oder außergewöhnlichen Inselbegabungen in einem Gebiet.

Längst nicht alle Autisten sind Zahlenmenschen oder Computer-Nerds. Manche beschäftigen sich mit Geschichte, Biologie, Zoologie, mit dem Transportwesen oder bauen große Sammlungen an LKW-Modellen auf. Andere haben große sprachliche Interessen und Vorlieben. Schreiben Sie von diesen Interessen und erwähnen Sie eine Hoch- oder Inselbegabung nur dann, wenn sie auf die porträtierte Person zutrifft.

Unter folgendem Link findet ihr die vollständige Fassung: http://leidmedien.de/gastbeitraege/ueber_autismus_berichten/
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