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Samstag, 15. März 2014, 17:04

ethik

Kants kategorischer Imperativ (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ)



„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich
wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“


Oder auch die goldene Regel, modifiziert nach Gensler:


„Treat others only as you consent to being treated in the
same situation“


Übersetzt in etwa:


Behandle die anderen so, wie du selbst behandelt werden
möchtest, wenn du in derselben Situation wärst.


Sowohl die goldene Regel nach Gensler als auch die Kantsche
Maxime (beide beinhalten Universalisierungsprinzip/ Selbstzweckformel) halte
ich für abstrakte und nebulöse handlungsanleitungen: Sie definieren das Gute
nicht.


„[...] der Wille ist
ein Vermögen, nur dasjenige zu wählen, was die Vernunft unabhängig von der
Neigung als praktisch nothwendig, d.i. als gut, erkennt“


http://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant)


=> woher bitte soll der mensch wissen was gut ist? Nur durch
die persönliche erfahrung des guten an sich selbst UND durch vernunft (Zuschreibung
der Idee des Guten einer guten Handlung).


Der Imperativ setzt voraus, dass alle Menschen wüssten, was
gut für sich und die anderen ist (leider haben wir es in der praxis nicht immer
mit aufgeklärten und mündigen mitmenschen zu tun). Da die Menschen zudem nicht
gleich sind und deshalb unterschiedliche Vorstellungen von „gut“ haben,
betrachte ich seinen KI als untauglich für die Anwendung auf die Allgemeinheit.


Kant verwendet genau dasselbe Argument der subjektiven
Vorstellungen von Glück als Begründung FÜR seine Pflichtethik.


=> ich betrachte seine ethik als „Überforderung für die
Allgemeinheit“ als „leeren Formalismus“ (trotz gegenteiligem Wortlaut im
wikipedia-artikel)





Deshalb ERGÄNZE ich meinen persönlichen ethischen Leitfaden der
KI/ goldene Regel (Gensler) (Pflichtethik) um die 4 Kardinalstugenden inkl. der
3 christlichen Tugenden (Tugendethik).


(dazu die 10 Gebote, ausser Sabbatgebot =>
Auslegungsfrage: was versteht man unter „ruhen“? darf ich am Sabbat nicht arbeiten,
z.B. fürs studium lernen, sport treiben? => lachhaft => siehe Pharisäer)


Und: Falschzeugnisgebot unter bestimmten Umständen okay) (bsp.:
SS-Mann: wo ist der Jude versteckt?...)


Klugheit oder Weisheit, Gerechtigkeit,
Tapferkeit
und Mäßigung


Glaube
Hoffnung und
Liebe











PS:


Kant war zweifellos brillant in seinem logischen denken. Aber
war er auch ein liebender, gläubiger Mensch?
Ich weiss es nicht. Ist natürlich ein hoher Anspruch an einen
Sterblichen. Nur Gott und sein Sohn sind vollkommen.


vernunft hört dort auf, wo der glaube beginnt; dies ist besonders
in der frage nach gott, einer absoluten wahrheit von belang. Kant vertrat eine
agnostische position (meiner meinung nach). Im gegensatz zu kierkegaard: er war
theist. enigma sympathisiert natürlich mit letzterem.

2

Montag, 17. März 2014, 13:10

ethische zugabe, die wichtigste:
"du sollst den herrn, deinen gott lieben von ganzem herzen, mit ganzer hingabe, mit all deiner kraft und mit deinem ganzen verstand! Und: Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!"
(Lukas 10,27)

3

Montag, 17. März 2014, 19:04

Tief religiös mir dein Beitrag scheint.
Inwieweit er die Menschheit eint?
Eine manchen verlockende Möglichkeit ganz und gar,
doch keineswegs die einzige, fürwahr.
Streiten lässt es sich gar scheusslich,
nur meine Dogmen gelten schliesslich.
Die Alternative ist aber auch gar beschwerlich,
muss sich doch jeder meilenweit bewegen, innerlich.
Mag Religion uns auch viel Sicherheit verheissen,
so kann man doch Entscheidendes übersehen in Lichtes Gleissen.

4

Montag, 17. März 2014, 23:08

den glauben muss man selbst wählen. das hat was mit dem freien willen zu tun und der ist definitiv nicht dogmatisch.
ich nehm mal an, dass viele aspies agnostisch sind, weil sie so logisch veranlagt sind.
glauben können hat ev. auch eher mit einem gefühl zu tun.

sid

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5

Dienstag, 18. März 2014, 00:23

glauben können hat ev. auch eher mit einem gefühl zu tun.
Hoi enigmatische entität


Könntest du beschreiben, wie du das genau meinst? Man könnte deine Aussage auch so verstehen, dass viele Aspies nicht glauben könnten, weil sie wenig Gefühl haben. Und das wäre dann, von mir aus gesehen, eine Beleidigung für alle Asperger-Betroffenen.

Bitte erkläre doch ein bisschen ausführlicher, wie deine Aussage gemeint ist, damit es da keine Missverständnisse gibt.

Vielen Dank!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sid« (18. März 2014, 00:26)


cindy2003

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6

Dienstag, 18. März 2014, 08:28

nun, enigma,
eines der ältesten Moralprinzipien, das nun gewiss schon über 2000 Jahre bekannt ist, wird die goldene Regel (wie du schon zitiert hast) genannt, die auf Gegenseitigkeit und das Äquivalenzprinzip abzielt.
Im alten Testament heißt es, das Gott dem Moses auf dem Berg Sinai dazu verkündet habe : "Wer einen Menschen schlägt mit dem Stabe, daß er stirbt unter seinen Händen, der soll des Todes sterben". (2.Mose 21.12)
Bemerkenswert ist zwischen diesen beiden Sätzen (goldene Regel und diese Verkündung) die folgende Einschränkung :
"Wer seinen Knecht oder Magd schlägt mit dem Stabe, daß er stirbt unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden. Bleibt er aber an einen oder zween Tage am Leben, so soll er nicht darum gestraft werden ; denn es ist sein Geld " (2.Mose 21.20./21.)


Von Christus wird berichtet, daß er in der Bergpredigt die goldene Regel wieder aufgegriffen und als Gebot verkündet hat : "Alles nun, das ihr wollet, daß euch die Leute thun sollen, das thut ihr ihnen auch; das ist das Gesetz des Propheten."(Ev.Mathäi 7.12)


Als "Gut" sein definiere ich persönlich : Nichtbestimmung des Wertes des menschlichen Lebens durch den sozialen Stand, keine Abhängigkeit der Würde des menschl. Lebens von der Geburt, der Nation oder Rasse, des Glaubens und des Standes.


Was charakterisiert aber eine Handlung als gut und böse ? Was ist gut und was ist böse. Es wäre ja aber weder die rechtlich verbindliche und mit Zwang durchgesetzte Vorschrift noch die moralische Norm notwendig, wenn alle Menschen die gleichen Bedürfnisse und Interessen hätten, demzufolge darin übereinstimmen, was das Gute und was das Böse ist.


liebe Grüsse von Cindy2003
Der wertvollste Besitz, den man haben kann, ist Seelenfrieden. Friede kommt von innen und kann niemals durch materielle Werte entstehen.
-Sathya Sai Baba-

7

Dienstag, 18. März 2014, 09:54

glauben können hat ev. auch eher mit einem gefühl zu tun.
Könntest du beschreiben, wie du das genau meinst? Man könnte deine Aussage auch so verstehen, dass viele Aspies nicht glauben könnten, weil sie wenig Gefühl haben. Und das wäre dann, von mir aus gesehen, eine Beleidigung für alle Asperger-Betroffenen.

Bitte erkläre doch ein bisschen ausführlicher, wie deine Aussage gemeint ist, damit es da keine Missverständnisse gibt.
Kieerkegard sprach von "von der Kreuzigung des Verstandes", was den Glauben betrifft.
also: ich meine, dass das der glaube etwas irrationales, etwas der vernunft entgegengesetztes, vielleicht fantasie oder gefühl voraussetzt.
ich weiss nicht, ob aspies davon weniger haben (das könnte man ja auch auf die allgemeinheit beziehen). es liegt mir übrigens fern, aspies zu beleidigen.

zum begriff des "guten":


Ich würde „gut“ (nach menschlichen Massstäben) als
Tugendhaftigkeit (Kardinaltugenden + christliche Tugenden) bezeichnen


im Hinblick auf Gott/ das Absolute betrachte ich „das Gute“
als Allmacht, Allwissenheit, Omipräsenz sowie Liebe, (eine oberste Bedingung,
die selbst unbedingt ist) aus welcher sich die Tugendhaftigkeit ableiten lässt
(vgl. The Urantia book, 2:5.1, 0:1.10)



[2:5.1] „God
is love“; therefore his only personal attitude towards the affairs of the
universe is always a reaction of divine affection. The Father loves us
sufficiently to bestow his life upon us. « He makes his sun rise on the
evil and on the good and sends rain on the just and on the unjust. »
und weiter:

[2 :5.3]
[…] God’s love is by nature a fatherly affection ; therefore does he
sometimes « chasten us for our own profit, that we may be partakers of his
holiness. »



[2 :5.5]
After all, the greatest evidence of the goodness of God and the supreme reason
for loving him is the indwelling gift of the Father – the [thought] Adjuster
who so patiently awaits the hour when you both shall be eternally made one. Though
you cannot find God by searching, if you will submit to the leading of the
indwelling spirit, you will be unerringly guided, step by step, life by life,
through universe upon universe, and age by age, until you finally stand in the
presence of the Paradise personality of the Universal Father.



[2 :5.6]
How unreasonable that you should not worship God because the limitations of
human nature and the handicaps of your material creation make it impossible for
you to see him. Between you and God there is a tremendous distance (physical
space) to be traversed. There likewise exists a great gulf of spiritual
differential which must be bridged ; but notwithstanding all that
physically and spiritually seperates you from the Paradise personal presence of
God, stop and ponder the solemn fact that God lives within you [as the
thought Adjuster]; he has in his own way already bridged the gulf. He has sent
of himself, his spirit, to live in you and toil with you as you pursue your
eternal universe career.

ps1: selbst übersetzt die frau/ der mann!

ps2:

Gott nötig haben ist nichts, dessen man sich
schämen müßte, sondern es ist die Vollkommenheit, und es ist am traurigsten,
wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge, ohne zu entdecken, daß er Gott nötig
hat.



Ein reines Herz ist zuerst und zuletzt ein
gebundenes Herz. Gebunden, fester gebunden als irgendein Schiff, das vor allen
Ankern liegt, muß das Herz sein, das rein sein soll; es muß an Gott gebunden
sein. Gott aber stirbt nicht, und das Band, das an ihn bindet, bricht nie. So muß
das Herz gebunden sein.






Das ist der Weg, den alle gehen müssen: über
die Seufzerbrücke hinein in die Ewigkeit.




(sören kierkegaard)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »enigmatische_entität« (18. März 2014, 09:54)


8

Dienstag, 18. März 2014, 11:03

nur meine Dogmen gelten schliesslich.
ne, ich sag nicht, dass die bibel (das neue Testament) oder eine andere religiöse quelle (z.B. Urantia Book) die absolute wahrheit darstellt, die unabänderliche, in stein gemeisselte lehre darstellt.
alle diese quellen enthalten fehler, manche mehr, manche weniger, aber keine ist perfekt!
meiner meinung nach haben wir erst in der spirituellen dimension zugang zu der absoluten wahrheit.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »enigmatische_entität« (18. März 2014, 11:04)


sid

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9

Dienstag, 18. März 2014, 11:17

Danke vielmal für die Erklärung, Enigma. Da bin ich froh, dass ich nachgefragt habe... :ja:

10

Samstag, 29. März 2014, 15:38

Zitat

dazu die 10 Gebote
weitere Einschränkung (neben Sabbatgebot) des gebots:
"du sollst nicht töten" ausnahme tyrannenmord (vgl. Widerstand gegen NS, Leute wie Graf von Stauffenberg, Bonhoeffer, sie waren wahre Helden)

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