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Mittwoch, 13. November 2013, 11:03

poly-religiöse Gesellschaft

Ich denke mehrere Aspekte darf man nicht ausser Acht lassen. Auf die eine Seite ist unsere Wertevorstellung, egal ob wir Gläubig sind oder nicht von denen des Christentums geprägt.

Mein Ethisch und moralischer Kompass bedient sich sicher bei den Zehn Geboten. Ich lebe vorallem nach der Idee: Behandle jeden wie du selber behandelt werden möchtest. Falls einen Gott gibt, der über mich richtet, dann habe ich wohl in guter christlicher Manier gelebt. Oder wenigstens meistens. Ich denke was einen der Glaube vermittelt, oder vermitteln kann ist eine Idee wie man mit seinen Mitmenschen kooperieren kann/muss... Klar. Die meisten Ethischen und Moralischen Grundregeln sind älter als die Bibel. Und vieles wurde ja auch von den Polytheistischen Glaubensystemen in die Bibel Assimiliert.

Dennoch auch wenn ich von vielen verschiedenen Glaubenssystemen inspiriert bin, möchte ich mich eigentlich nicht als Christ bezeichnen. Bin wohl eher ein Agnostiker...


An Agnostikern schätze ich vor allem die pragmatische Denkweise. Agnostizismus ("nicht wissen") bezeichnet die philosophische Ansicht, dass bestimmte Annahmen (z.B. Existenz von Gott) entweder ungeklärt oder grundsätzlich nicht zu klären sind.

Du hast einen interessanten Aspekt eingebracht, den ich noch gerne etwas genauer erläutern und diskutieren würde.

Meine Sichtweise und Fragen (resp. Nicht-Fragen):

Religion zu verstaatlichen, halte ich für gefährlich. Auch in der Schweiz gab es eine Zeit, in der man Nachbarn unbehelligt töten durfte, wenn sie sich zur Reformation bekannten und dummerweise in einem katholischen Gebiet wohnten, umgekehrt dasselbe, wenn ein Katholik dummerweise in einem reformierten Gebiet lebte. Auch heute noch herrschen in Konfliktgebieten Religionskriege oder religiöse Diktatur (Irak, Afghanistan, Ägypten, Tunesien etc.). Ich frage also nicht nach einer Vereinigung von Staat und Religion oder einer angeblich einzig wahren für alle zu geltende Religion (z.B. missionieren, warnen vor Anders-Denkenden etc.).

Ebenso halte ich es für gefährlich, jegliche Religion staatlich zu unterdrücken (ehem. Sowjetunion, China etc.). Die Menschen suchen heimlich und oft unter grossen Gefahren dennoch nach religiösen Vereinigungen. Ich frage also auch nicht danach, Religion generell unterbinden zu wollen.

Persönlich erachte ich Glaubens- und Religionsfreiheit als notwendig. "Die meisten Ethischen und Moralischen Grundregeln sind älter als die Bibel." Hier setze ich an.

Frage 1
Worin siehst Du Möglichkeiten, auch in einer poly-religiösen Gesellschaft eine einheitliche Gestaltung für Grundregeln von Ethik und Moral? z.B. Schweiz: Das muslimische Mädchen darf nicht am Schulschwimmen teilnehmen, da sie sich nicht öffentlich unsittlich kleiden darf. Wie sollte man solche Konflikte lösen?

Frage 2
Welche Möglichkeiten in der Umsetzung von Seelen oder innere Werte -Pflege sollen stärker gefördert werden auch für Menschen, die sich keiner religiösen Vereinigung anschliessen wollen? Sollen solche Möglichkeiten auch staatlich gefördert werden?

Ich bitte auch andere Forenmitglieder um ihre Sichtweise zu dem Thema. Danke.

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Mittwoch, 13. November 2013, 21:08

Frage 1
Worin siehst Du Möglichkeiten, auch in einer poly-religiösen Gesellschaft eine einheitliche Gestaltung für Grundregeln von Ethik und Moral? z.B. Schweiz: Das muslimische Mädchen darf nicht am Schulschwimmen teilnehmen, da sie sich nicht öffentlich unsittlich kleiden darf. Wie sollte man solche Konflikte lösen?

Frage 2
Welche Möglichkeiten in der Umsetzung von Seelen oder innere Werte -Pflege sollen stärker gefördert werden auch für Menschen, die sich keiner religiösen Vereinigung anschliessen wollen? Sollen solche Möglichkeiten auch staatlich gefördert werden?
1) Ich bin für ein maximum an Religionsfreiheit sowohl im privaten als auch im öffentlichen Raum. Das Gesetz bietet die rechtlichen verbindlichen Grundregeln in der Gesellschaft. Allerdings halte ich es für wenig praktikabel Moral zu via Gesetz vereinheitlichen zu wollen, da dann unweigerlich die Frage aufkommt wesen Moralvorstellungen nun Grundlage für das Gesetz sein soll. Auch wenn es um das Thema Ethik geht gibts klare Grenzen von dem was gesetzlich geregelt werden soll. Gewohnlich hat das Gastland den Anspruch die moralischen und ethischen Richtlinien festzusetzen nach denen sich auch die in der Schweiz lebenden Immigranten richten sollen. Auch sollte man beachten das es sich bei gewissen Dingen um kulturelle Normen der Herkunftsländern handelt und nicht notwenigerweise um Teile von deren Religion...ein populäres Beispiel ist die Verschleierung der Musliminen. Heutzutage wird Religion leider zensiert unter dem Deckmäntelchen von Trennung von Staat und Kirche bzw. der irrigen Meinung man sei nur fair wenn man alle religiösen Symbole etc gleichermassen verbietet. Meiner Meinung sollte sich der Staat komplett raushalten aus der Religion.

Grundsätzlich kann man nur von einer wahrhaftig poly-religiöse Gesellschaft sprechen, wenn man jeder Religionsgemeinschaft zugesteht sich einzubringen und man Immigraten vermehrt miteinbezieht, das heisst Kopfttuch, Verschleierung, Minarete, Kreuze in Schulen sind vollumfänglich zu zulassen etc...alle religiösen Gemeinschaften einer Gesellschaft müssen Gemeinsam für alle akzeptablen Grundregeln erarbeiten. Ob man nun muslimische Mädchen zum Schulschwimmen zwingen soll oder nicht bin ich uneins..Paralellgesellschaften sind zu vermeiden, aber auch eine Gesellschaft auf Assimilierung um jeden Preis besteht.

2) Innere Werte können nicht verordnet werden entweder man hat sie oder man hat sie nicht. Grundsätzlich sollten sich die verschiedenen Interessengruppen und Menschen selbstdarum kümmern, das trifft auf nicht-religiöse und religiöse Gruppierungen zu. Am Ende muss der Stimmbürger richtig abstimmen um unseren Staat und die Gesellschaft sozialer zu machen.

Asperger

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Asperger« (13. November 2013, 21:13)


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