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tarnkappe

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1

Dienstag, 27. August 2013, 12:26

yoga/spiritualität, Gott und Glauben

mich würde interessieren, ob es auf dieser plattform aspies hat, die über einen längeren zeitraum regelmässig yoga praktiziert haben und falls ja, ob sie veränderungen an sich wahrgenommen haben bzw. ob die umwelt veränderungen wahrgenommen hat. wenn ja, welche?

mich würde ebenfalls interessieren, ob es hier aspies gibt, die irgendeine art spiritualität praktizieren und falls ja, was sie tun.

mein freund mit as-verhalten hat in diesem jahr eine schamanische heilerausbildung begonnen. nach dem letzten kurs (dauert jeweils 5 tage) habe ich ihn so erlebt, wie noch nie zuvor, jedenfalls selten so deutlich: leuchtende, klare, wache und vor allem extrem lebendige augen, er kam und umarmte mich spontan und herzlich - alles an ihm war offen und "im fluss", ganz durchlässig. ich kann nicht leugnen, dass ich mich darüber sehr gefreut habe. ich habe sein glück gespürt - er konnte es zeigen und mit mir teilen.

aus diesem grund habe ich mich gefragt, ob spiritualität ein tor sein könnte, das den weg in die "andere welt" ermöglicht.

ich lese hier immer wieder, dass as eine neurologische angelegenheit sei. das mag wohl stimmen. doch unsere hirnstrukturen sind erwiesenermassen plastisch, sie können sich bis zum tod verändern. darum sind wir auch bis zum tod lernfähig. ich will damit nicht die unterschiede zwischen nt und as verleugnen - die spüre ich oft nur allzudeutlich. doch im yoga beispielsweise gibt es sehr viel harmonisierende übungen, ausgleichend in alle richtungen. empathie ist etwas, was immer wieder erwähnt ist - dass diese fehlt oder nur schwach ausgebildet ist bei as (oft auch bei nt, übrigens). ich würde das als einseitigkeit bezeichnen - diese faktenbezogenheit, wie es hier oft genannt wird.

es geht nicht darum, as zu "verbiegen", sondern darum zu erfahren, ob es as gibt, die von sich aus, freiwillig, ähnliche erfahrungen gemacht haben, wie mein freund. mein freund hat diese ausbildung ganz freiwillig ohne mein wissen begonnen. die für mich positiven veränderungen (die sich ganz sicher wieder positiv auf ihn auswirken) finde ich doch sehr erstaunlich und bemerkenswert. mein freund praktiziert auch seit mehr als 12 jahren - für sich allein, mit hilfe eines buches - chakra-übungen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »sid« (8. Dezember 2014, 16:28) aus folgendem Grund: Titel abgeändert


2

Dienstag, 27. August 2013, 13:06

Joga: Nein
Spiritualität: Ja. Ich bin tiefgläubiger Katholik. Ich bete sehr gerne. Beten ist ein Zwiegespräch mit Gott. Ein intensives Gebet ist wie Meditation. Man betet nicht nur mit Worten, sondern gibt sich mit seinem ganzen Wesen/Sein Gott hin.

An was glaubst Du den Tarnkappe? Was ist Spiritualität für Dich?

tarnkappe

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3

Dienstag, 27. August 2013, 16:54

ou, da fühle ich mich grad herausgefordert... ich versuche eine annäherung - ich kann diese fragen nicht umfassend beantworten.
spiritualität bedeutet für mich, mich nicht mehr getrennt von allem zu fühlen, sondern verbunden mit allen wesen - also in gewisser weise auch mit bäumen, meinem sofa (sofa-geist?? :D ), dem regen, der eidechse, sogar mit den ekligen spinnen... mich als teile eines ganzen, sinnvollen zu fühlen. wenn ich es nur weiss, hilft mir das nicht - erst, wenn ich es zutiefst empfinden kann, ist es wahr.
was du über das beten schreibst, finde ich ausserordentich schön und wahr.
ich glaube zum beispiel daran, dass alles einen sinn hat - auch wenn ich ihn nicht erkenne. also auch, dass autismus einen sinn hat. dass es einen sinn darin gibt, dass sich nt und as miteinander abmühen - auch wenn ich nicht weiss, worin dieser sinn liegt. manchmal, da empfinde ich ihn aber ganz tief. dann bin ich beglückt und erfüllt.

tarnkappe

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4

Dienstag, 27. August 2013, 17:12

als ich 18 war, war ich wegen suizidgefahr bei einem psychotherapeuten. der hat mir gesagt, dass es bei mir vor allem darum ginge: unconditional love, also bedingungslose liebe. ich habe damals überhaupt nicht verstanden, was das mit meinem zustand und insbesondere mit mir zu tun hat.
ich weiss immer noch nicht, was er damit gemeint hat. ich habe zwar eine ahnung. doch ich fühle, dass das, was er sagte, *irgendwie* wahr ist. das ist für mich auch spiritualität. zu jener zeit hatte ich eine christus-vision: ich stieg eine dunkle treppe hinunter. immer weiter, es wurde immer dunkler, wenn ich zurückschaute, sah ich das licht nur noch ganz schwach durch den türspalt scheinen. ich konnte nichts mehr sehen, tastete mich im dunklen den wänden entlang. es kamen immer wieder türen, die ich öffnete und hindurch ging. irgendwann war ich ganz unten - und sah IHN. in blendend hellem licht drehte er sich um und ich wusste: ER ist es. ich war im himmel angekommen.
also ganz unten gelangte ich in den himmel... dort, wo es am dunkelsten war, wurde es plötzlich ganz hell. das ist ein bild, an dessen wahrheit ich glaube. ich glaube, es hat mich vor dem selbstmord bewahrt.
also das mit der bedingungslosen liebe, das ergibt bei mir einen inneren zusammenhang in bezug auf meine freundschaft mit einem mann mit as-verhalten (keine diagnose).

5

Dienstag, 27. August 2013, 18:46

Hallo Tarnkappe

Ich denke was Du füllst ist die Liebe und Allgegenwart Gottes wie heisst es schön in der Bibel:

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.


1 Johannes 4,16b

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

Psalm 139, 5-7

9Ich sage dir noch
einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch
nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du
auch gehst!«

Josua 1, 9

"Musst du durchs Wasser gehen, so bin ich bei dir; auch in reißenden
Strömen wirst du nicht ertrinken. Musst du durchs Feuer gehen, so
bleibst du unversehrt; keine Flamme wird dir etwas anhaben können."

Jesaja 43, 2

Wie Jesus sagt: "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben".

Gott ist die allgegenwärtige Liebe und Wahrheit, die befreit und Frieden bringt.

Ja, Jesus Christus hat Dich vom Selbstmord bewahrt und somit nicht nur Deinen Körper, sondern auch Deine Seele vom Tod bewahrt. Er ist der Erlöser.

Ja, bedinglose Liebe ist wahre Liebe. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch noch diesen Ausschnitt aus einer Hochzeits-Predigt von St. Augustinus von Hypo mit Dir teilen, die aber meiner Meinung immer Gültigkeit hat:

„Deswegen sage ich, wenn Ihr schweigt, dann schweigt mit
Liebe. Wenn Ihr etwas ausspricht, dann sprecht es mit Liebe aus. Wenn Ihr
bestraft, dann bestraft mit Liebe. Wenn
Ihr etwas verzeiht, dann verzeiht es mit Liebe. Lasst die Liebe in Euch Wurzeln
schlagen, weil die Güte nur aus der
Liebe hervorgehen kann. Liebt, dann handelt nach Euren Wünschen.“

Gruss,
Asperger

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Asperger« (27. August 2013, 18:47)


Wieland

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6

Sonntag, 1. September 2013, 17:58

Sehr schöner Thread!

Ja, ich übe mich seit Jahren in Meditation und Kontemplation. Als praktizierender Anhänger der spätantiken und mittelalterlichen neuplatonischen Philosophie und der theistischen Metaphysik würde ich mich ebenfalls als tief gottgläubig bezeichnen. Auch das Gebet ist sehr wichtig für mich.

Als Neuplatoniker habe ich insgesamt einen grossen Respekt, Ehrfurcht sowie Faszination für das Christentum (vor allem für den Katholizismus sowie für die byzantinisch-orthodoxen Ostkirchen), für die islamische Sufi-Mystik, für das orthodoxe Judentum, für den vedischen Hinduismus (Bhagavad-Gita!), für den Schamanismus sowie für die alten heidnischen Religionen und Mysterienkulte, beispielsweise bei den den alten Römern.

Keinesfalls befürworte ich eine äusserliche, synkretistische Vermischung all dieser verschiedenen Traditionen, sondern ich interessiere mich für die gemeinsame innere Essenz. Ich verstehe beispielsweise, weshalb das Christentum die Dreifaltigkeit Gottes betont, genauso, wie der Islam hingegen die Einheit Gottes, des Allbarmherzigen und Allerbarmers, betont. Beides ist nämlich paradoxerweise wahr, genau wie die gleichzeitige Transzendenz UND Immanenz Gottes, die gleichzeitige Einheit in der Vielheit UND Vielheit in der Einheit sowie die gleichzeitige Nondualität UND Individualität Gottes.

Es mag vielleicht überraschen, aber aus theistisch-neuplatonischer Sichtweise kann ich deshalb sämtlichen obigen Ausführungen von Asperger voll und ganz zustimmen. (Allerdings hätte ich Verständnis dafür, wenn bei einer rein katholischen Sichtweise meine Ausführungen nur Kopfschütteln auslösen sollten. Kein Problem!)


Einmal erschien mir im Traum eine Vision von der Emanation Gottes: sein ewiges Überströmen und Überquillen hinaus in seine Schöpfung. Es sah aus wie ein wunderschöner, breiter, gewaltiger, in goldenem und orangefarbenen Lichte flutender Wasserfall. Ich fühlte mich von Gottes unerschaffenem Licht und seiner unendlichen Liebe erfüllt.
"Uns Menschen in dieser Welt ist daran am meisten gelegen, dass wir das Verlorene wieder suchen. So wir nun wollen suchen, so müssen wir nicht ausser uns suchen!"

Jacob Böhme (Schuhmacher, Philosoph, Mystiker und Alchimist, 1575-1624)

tarnkappe

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7

Montag, 2. September 2013, 18:15

lieber wieland, lieber asperger

sehr schöne beiträge von euch! da spüre ich gemeinsamkeiten. ich bete zwar nicht, aber ich habe über längere zeit regelmässig und oft imaginiert. nicht bilder "gemacht" oder nach "vorgabe" mir vorgestellt, sondern die bilder in mir entstehen und mich von ihnen leiten lassen. da hatte ich intensive spirituelle erlebnisse. in einer extrovertierten phase ist imaginieren allein für mich eher anspruchsvoll - ich bin dann von äusseren sachen viel zu sehr abgelenkt, was mich manchmal traurig macht. (vielleicht ähnlich, wie wenn ihr aus eurer introvertiertheit nicht herauskommt...?) ich muss mich um ruhe (innere und äussere) ganz fest bemühen und brauche sehr viel zeit, bis ich innerlich wirklich ruhig bin. aber nur in dieser ruhe finde ich zu diesen bildern, die zu mir sprechen. "mein" aspie ist auch mein "stopper"...

Bebihh Kuzz

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Freitag, 26. September 2014, 23:46

Atmung ist meine Meditation

Ich weiss, das ich besser auf Menschen wirke, wenn ich lange mich ganz normal im Alltag bewegt habe, körperlich, oder wenn ich Sport gemacht habe, dabei aber nicht im Kopf war, sondern bei meiner Atmung, also im Körper.
Empathie zu mir selber herzustellen hilft, dem Menschen, der ich bin, aber selten bewohne. Das geht so, dass ich mich körprlich durch das Einatmen bei Anspannung und Ausatmung bei Entspannung von Muskeln beobachte, so zu mir zurück mich verbinde, um wieder den natürlichen Zustand herzustellen, also ruhig und ausgeglichen zu sein.

Der Beitrag von »Unantastbarkeit« (Samstag, 27. September 2014, 07:42) wurde vom Benutzer »soleil« gelöscht (Samstag, 27. September 2014, 10:09).

Sennemaa

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Sonntag, 28. September 2014, 22:38

Yoga: Nein

Spiritualität: Buddhismus, Meditation

Sennemaa

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Montag, 29. September 2014, 11:25

Yoga: Nein

Spiritualität: Buddhismus, Meditation

edit: Bei Spiritualität kommen noch Die 5 Elemente dazu. Beim Buddhismus, die 4 Wahrheiten, sowie 4 der 8 Pfade. Was aber nicht bedeutet das ich gläubig bin, ich bin überzeugter Atheist.

Passiflower

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12

Montag, 29. September 2014, 21:37

Ich halte es mit der Definition etwas anders. Ich bin auch Atheist.
Ich bin gläubig - aber nicht religiös ;-)

Sennemaa

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13

Dienstag, 30. September 2014, 08:06

Kommt immer darauf an wie man gläubig sein oder religiös sein definiert. Ab welchem Grad ist man dann religiös oder gläubig? Kann man auch gläubig sein wenn man an etwas nicht religiöses glaubt?

Entschuldigung Passiflower dein Post hat mich jetzt gerade aus der Bahn geworfen, wolltest du damit sagen das ich religiös bin? tut mir leid das ist jetzt gerade ein bisschen viel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sennemaa« (30. September 2014, 08:07)


Sennemaa

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14

Dienstag, 30. September 2014, 21:44

Mittlerweile habe ich eine Lösung für das was mich heute so
aus der Bahn geworfen hat. Ich kann sagen das dies, Zitat: „Ich bin gläubig -
aber nicht religiös“ auch auf mich
zutrifft.

Passiflower

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15

Dienstag, 30. September 2014, 23:28

Das zu lesen bereitet mir gerade Gänsehaut :huh:

Zum einen habe ich diese Reaktion nicht erwartet, auf die andere Seite tut es mir irgendwie leid, dass meine Äusserung dich so beschäftigt hat.

Ich versuche es zu erklären: Ich glaube an die Kraft der Natur und den Gesetzmässigkeiten die von den Naturwissenschafte(r)n hervorgebracht wurden. Egal was mit unserer Erde meteorologisch und klimatisch passiert, das natürliche Umfeld wird es so korrigieren, dass die Erde weiterhin besteht und sorgt dafür was ihr "gut" tut. Dies impliziert ganz klar NICHT den Fortbestand der Menschen. Ich betrachte uns in der Evolution der Erde als einen Regentropfen auf einem heissen Stein. Wenn ein tropisches Riff zerfällt weil das Meer zu warm wird, werden in den nächsten Jahren in klimatisch günstigeren Bedingungen neue Riffe entstehen, das geht schnell wie uns vor 100 Jahren gesunkene Wracks beweisen. Wenn die Polkappen abschmelzen trifft es die Menscheit in den Küstenregionen empfindlich, aber die Erde kratzt es nicht im Geringsten. Wenn zuviel CO2 in der Atmosphäre vorhanden ist erwärmt sich die Erde, die Wasserflächen breiten sich aus und es entstehen mehr Wolken die den Himel verdunkeln und die Temperatur wiederum senken. Es befindet sich alles in einem natürlichen Gleichgewicht, das ebenfalls natürlichen Schwankungen unterworfen ist. Es ist der Mensch, welcher daran arbeitet, seinen Bestand zu wahren und nicht dabei unterzugehen. Die Klimadiskussion dient einzig dem Erhalt unseres Wohlstands.

Die Natur hat alles im Griff und passt sich den Gegebenheiten fortwährend an - während der Mensch an seinem Standard und Wohlstand festhalten will.

Ich glaube ganz fest an die Natur und ihre Möglichkeiten, selber alles genau so zu regeln wie sie es braucht. Dazu benötigt man keine Religion - denn die Religion ist von Menschen gemacht um Menschen verstehen zu lassen, was sie niemals verstehen können. Wissenschaftler liefern Bausteine dazu, aber sie sind so spezialisiert, dass sie nicht in der Lage sind das ganz grosse Ganze in Wirklichkeit erfassen und erklären zu können. Dafür reicht aber der Glaube durchaus aus.

Keine Religion wird es jemals schaffen die ganzen Erkenntnisse der menschlichen Wissenschaft in sich zu vereinen und so einfach für alle Menschen darstellen zu können. Bibel, Koran und was es alles noch gibt ist über Jahrhunderte veraltet und man versucht uns weis zu machen, das alles hätte heute noch Gültigkeit. Religion ist nicht dazu da, die Menschen zu bilden. Sie ist dazu da, die Menschen zusammen zu bringen - was aber ein rein sozialer Aspekt ist. Geld lassen wir in dieser Überlegung mal weg, würde es nur komplizierter machen.

Und so glaube ich.

LG Passi

schmutzteufel

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16

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 05:54



Ich versuche es zu erklären: Ich glaube an die Kraft der Natur und den Gesetzmässigkeiten die von den Naturwissenschafte(r)n hervorgebracht wurden. Egal was mit unserer Erde meteorologisch und klimatisch passiert, das natürliche Umfeld wird es so korrigieren, dass die Erde weiterhin besteht und sorgt dafür was ihr "gut" tut. Dies impliziert ganz klar NICHT den Fortbestand der Menschen. Ich betrachte uns in der Evolution der Erde als einen Regentropfen auf einem heissen Stein. Wenn ein tropisches Riff zerfällt weil das Meer zu warm wird, werden in den nächsten Jahren in klimatisch günstigeren Bedingungen neue Riffe entstehen, das geht schnell wie uns vor 100 Jahren gesunkene Wracks beweisen. Wenn die Polkappen abschmelzen trifft es die Menscheit in den Küstenregionen empfindlich, aber die Erde kratzt es nicht im Geringsten. Wenn zuviel CO2 in der Atmosphäre vorhanden ist erwärmt sich die Erde, die Wasserflächen breiten sich aus und es entstehen mehr Wolken die den Himel verdunkeln und die Temperatur wiederum senken. Es befindet sich alles in einem natürlichen Gleichgewicht, das ebenfalls natürlichen Schwankungen unterworfen ist. Es ist der Mensch, welcher daran arbeitet, seinen Bestand zu wahren und nicht dabei unterzugehen. Die Klimadiskussion dient einzig dem Erhalt unseres Wohlstands.

Die Natur hat alles im Griff und passt sich den Gegebenheiten fortwährend an - während der Mensch an seinem Standard und Wohlstand festhalten will.

Ich glaube ganz fest an die Natur und ihre Möglichkeiten, selber alles genau so zu regeln wie sie es braucht. Dazu benötigt man keine Religion - denn die Religion ist von Menschen gemacht um Menschen verstehen zu lassen, was sie niemals verstehen können. Wissenschaftler liefern Bausteine dazu, aber sie sind so spezialisiert, dass sie nicht in der Lage sind das ganz grosse Ganze in Wirklichkeit erfassen und erklären zu können. Dafür reicht aber der Glaube durchaus aus.

Keine Religion wird es jemals schaffen die ganzen Erkenntnisse der menschlichen Wissenschaft in sich zu vereinen und so einfach für alle Menschen darstellen zu können. Bibel, Koran und was es alles noch gibt ist über Jahrhunderte veraltet und man versucht uns weis zu machen, das alles hätte heute noch Gültigkeit. Religion ist nicht dazu da, die Menschen zu bilden. Sie ist dazu da, die Menschen zusammen zu bringen - was aber ein rein sozialer Aspekt ist. Geld lassen wir in dieser Überlegung mal weg, würde es nur komplizierter machen.

Und so glaube ich.



8o Unglaublich Passiflower! Du hast es exakt in Worte gefasst, wie ich denke! So ist es, so empfinde auch ich. Danke für diese wunderbare Erklärung! Hätte ich selber nicht so exakt hin gebracht. :thumbup:
Es würde mich interessieren in welchem Alter und warum du zu dieser Einstellung gekommen bist. Denn wahrscheinlich bist du auch nach christlichem Weltbild erzogen worden.
Ich wurde (vergeblich) auf katholisch "getrimmt" (5 Jahre Klosterschule und eine Omi die jeden Sonntag den Gottesdienst besuchte und mir zum Gute-Nacht-Kuss das Kreuzzeichen auf die Stirn machte und ein Abendgebet sprach.)
Diskussionen über Religion entarten meist emotional und der Thread wird dann geschlossen. Kannst auch PN machen! Danke!

Sennemaa

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17

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 07:37

Ich bedanke mich für die genaue Erläuterung. Da sind wir
beinahe derselben Ansicht. Ich wollte dich nicht schocken mit meinem Post, ich
wusste einfach nicht wie ich deine Antwort werten soll. Jetzt bin ich jedoch erleichtert
da ich weiss dass wir mit unseren Einstellungen im Grunde genau dieselbe
Ansicht teilen.

Passiflower

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18

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 23:23

Es würde mich interessieren in welchem Alter und warum du zu dieser Einstellung gekommen bist. Denn wahrscheinlich bist du auch nach christlichem Weltbild erzogen worden.
Ich wurde (vergeblich) auf katholisch "getrimmt" (5 Jahre Klosterschule und eine Omi die jeden Sonntag den Gottesdienst besuchte und mir zum Gute-Nacht-Kuss das Kreuzzeichen auf die Stirn machte und ein Abendgebet sprach.)
Das kann ich so nicht erklären, es kam einfach so im Laufe der Zeit. Ja ich bin christlich reformiert erzogen worden, wobei mir nur das Nötigste mitgegeben wurde. Kirche kenne ich aus Konfirmation, Taufe, Heirat und Beerdigung. Von der Arbeit her kenne ich aber auch die katholische Kirche etwas und habe dort Menschen mitbekommen, die an der kirchlichen Basis arbeiten und in der Seelsorge eine wichtige Arbeit erfüllen. Da habe ich vieles mitbekommen was so ganz anders ist als es den Menschen mit dieser Religion beigebracht wird. Mein eigenes kirchliches Leben habe ich absolviert, um niemanden vor den Kopf zu stossen. Wirklich überzeugt war ich davon nie und die haben von Dingen gesprochen die ich so wie erzählt einfach nicht glauben konnte.

Passiflower

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19

Mittwoch, 1. Oktober 2014, 23:27

Ich bedanke mich für die genaue Erläuterung. Da sind wir
beinahe derselben Ansicht. Ich wollte dich nicht schocken mit meinem Post, ich
wusste einfach nicht wie ich deine Antwort werten soll. Jetzt bin ich jedoch erleichtert
da ich weiss dass wir mit unseren Einstellungen im Grunde genau dieselbe
Ansicht teilen.
Das liegt vielleicht daran, dass wir beide sowas wie "Asperger" haben? :rolleyes: Worin unterscheidet sich deine Ansicht?

LG Passi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Passiflower« (1. Oktober 2014, 23:28)


Sennemaa

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20

Donnerstag, 2. Oktober 2014, 08:28

Zitat von »Passiflower«

Ich glaube an die Kraft der Natur und den Gesetzmässigkeiten die von den Naturwissenschaftle(r)n hervorgebracht wurden. Egal was mit unserer Erde meteorologisch und klimatisch passiert, das natürliche Umfeld wird es so korrigieren, dass die Erde weiterhin besteht und sorgt dafür was ihr "gut" tut.


Ich teile deine Ansicht. Ich wende dies auch jedoch auf den Kosmos an.

Zitat von »Passiflower«

Es befindet sich alles in einem natürlichen Gleichgewicht, das ebenfalls natürlichen Schwankungen unterworfen ist.


Auch hier Stimme ich dir voll und ganz zu. Ich gehe jedoch noch ein bisschen mehr in die Tiefe der Materie. (Ich will damit aber nicht behaupten dass du dies nicht tust) Aus einem sich dauernd verändernden Zustand erfolgt irgendwann eine Aktion, was zu Folge hat das Reaktionen entstehen. Alles irgendwie miteinander verbunden, Aktionen welche Reaktion hervorrufen können weitere Aktionen in Gang setzen welche weitere Reaktionen zur Folge haben.

Zitat von »Passiflower«

während der Mensch an seinem Standard und Wohlstand festhalten will.


Dazu möchte ich kurz erwähnen dass ich den Kapitalismus überhaupt nicht mag.

Zitat von »Passiflower«

Denn die Religion ist von Menschen gemacht um Menschen verstehen zu lassen, was sie niemals verstehen können.


Die Ansicht teile ich nur teilweise. Wenn ich Religion als Aussenstehender betrachte sehe ich sie mehr als Werkzeug um Kontrolle über Menschen auszuüben. Die Kontrolle funktioniert meines Wissens wie folgt, Drohne mit dem Höllenfeuer oder anderen verdammten Orten erzeugt Angst bei den Leuten. Die klammern sich so an ihr Leben und an den ist Zustand damit sie alles tun um dies nicht zu verlieren. Und schon hat man eine willige Gefolgschaft die alles tut was (Gott) sagt, sich also manipulieren lässt.

Zitat von »Passiflower«

Wissenschaftler liefern Bausteine dazu, aber sie sind so spezialisiert, dass sie nicht in der Lage sind das ganz grosse Ganze in Wirklichkeit erfassen und erklären zu können. Dafür reicht aber der Glaube durchaus aus.


Wenn du mit dem Glaube das meinst wie du es oben beschrieben hast sehe ich das genau so.

Zitat von »Passiflower«

Geld lassen wir in dieser Überlegung mal weg, würde es nur komplizierter machen.


Damit bin ich einverstanden, das würde eher ein neues Thema bilden. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sennemaa« (2. Oktober 2014, 08:31)


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