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cindy2003

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21

Montag, 24. Februar 2014, 07:50

das Senden von Signalen wird anhand deiner Körpersprache als positiv und negativ bewertet :
- der erhobene Zeigefinger
- das vorschieben der Unterlippe
-das verschränken der Arme


einige Menschen entwickeln eine außerordentliche Fähigkeit, mit ihren Körpern zu lügen. Oft täuschen sie uns und wir glauben ihnen. Sie vermeiden die sog. nichtverbale Offenbarung - etwas was dem Durchschnittsbürger alle Tage passiert.
Ein Beispiel : wer lügt - gestikuliert weniger, denn er spürt unbewusst, dass die Sprache seiner Hände, mit seinen Worten nicht übereinstimmt, also unterdrückt er die Körpersignale auf ein Minimum. Der Lügner schwenkt seine Arme zwar weniger in der Luft herum, dafür benutzt er sie auf andere Weise. Sobald er die Unwahrheit sagt, überkommt ihm offenbar ein merkwürdiger Drang, sein Gesicht zu berühren : er fasst sich an die Nase oder kratzt seine Stirn. Eine nonverbale Lüge ist für den geschulten Beobachter klar zu erkennen, da gibts auch Techniken der Kriminalisten, in Verhören, z.B.


liebe Grüsse von Cindy2003
Der wertvollste Besitz, den man haben kann, ist Seelenfrieden. Friede kommt von innen und kann niemals durch materielle Werte entstehen.
-Sathya Sai Baba-

schmutzteufel

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22

Montag, 24. Februar 2014, 08:08

Ja, Cindy, das mit der Körpersprache kenne ich. Habe auch ein Buch darüber. Aber sobald eine Situation spontan ist, und vielleicht sogar noch emotional kann ich weder meine erlernten Rollen gut spielen noch die Körpersprache des anderen "lesen". Da habe ich den "Tunnelblick", Stress und dann geht nichts mehr...

cindy2003

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23

Montag, 24. Februar 2014, 08:17

verstehe ich sehr gut, in manchen Situationen, fällt es schwer, die Ruhe zu bewahren, analytisch zu denken und zu handeln.
Da könnte man sagen, die impulsiven, emotionalen setzen sich so Nachteilen aus, ich bin auch schon wesentlich "ruhiger" geworden und versuche mich dazu zu zwingen, eine offene Auseinandersetzung/Streit, versuche ich zu vermeiden. So kann ich natürlich auch meine Interessen durchsetzen, wenn auch über gewisse Umwege.....
Bei einigen Konflikten ist aber Hopfen und Malz verloren, da die Parteien die Kommunikation eingestellt haben und alles nur noch über Rechtsverdreher läuft.
Die freuen sich dann, weil die Kasse klingelt.


liebe Grüsse von Cindy2003
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friedel

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24

Dienstag, 25. Februar 2014, 17:54

Ihr habt das möglicherweise auch schon mal bemerkt:

Wenn man gerade eben Unterstützung durch einen Menschen erfahren hat, ist man in der Zeit danach eher geneigt,
wiederum einem anderen Menschen einen kleinen Vorteil zu gestatten.

Ist man dagegen selbst gerade übergangen worden, neigt man eher dazu,
sich in der nächsten Situation zum Teil sogar etwas rücksichtsloser durchzusetzen als man es normalerweise zu tun gewohnt ist.

Spinnt man diese Gedanken weiter, dann kommt man zu zu einem Ergebnis, das weit über dieses zweidimensionale This for That hinausgeht.

Jedesmal also, wenn ich meine miese Stimmung weitergebe, erhöhe ich ein winziges Bisschen die Wahrscheinlichkeit, dass sie von anderer
Seite dann zu mir zurückkommt, wenn ich sie gerade ganz wenig gebrauchen kann.
Wenn ich das ein paar mal pro Tag mache, dann summiert sich das übers Jahr. Und wenn das noch ein paar milliarden Menschen ebenso machen,
summiert es sich noch mehr. Bis man von allen Seiten angebrummt wird.

Wenn ich andererseits einem anderen Menschen ein wenig Freunlichkeit zukommen lasse, dann erhöhe ich die Wahrscheilichkeit,
dass der diese bei seiner nächsten Begegnung weitergibt. Würden das alle so handhaben...

Ist euch schon mal aufgefallen, dass man die Fähigkeit des räumlichen Denkens auch auf soziale Gefüge anwenden kann?
Keine Aussage wird wahrer, indem sie häufig wiederholt wird.
Aber sie gewinnt dadurch ungemein an Glaubwürdigkeit. (UT)
Wer den Willen hat, etwas zu tun (oder zu lassen), findet auch einen Anlass dafür. (UT)

friedel

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25

Dienstag, 25. Februar 2014, 18:22

Es gibt da etwas, das mir aufgefallen ist, weil ich es immer wieder beobachten konnte.

Es ist dieses scheinbare Erstaunen, das viele Menschen befällt, wenn sie einen anderen Menschen angreifen (gerade auch verbal),
und der andere verteidigt sich doch tatsächlich.
(Wie kann es denn so etwas geben? Der verteidigt sich. Da muss man sich doch drüber empören, dass der so etwas tut.)

Damit habe ich etwas gefunden, dass meine Intelligenz herausfordert. (Womit ich prompt wieder allein stehe.)
Was mich dabei interresiert, ist:

Wie schaffe ich es am besten, jemanden seine Missetaten klar zu machen, ohne ihn in eine Position des Verteidigens zu bringen?

Denn eines ist klar, sobald diese primitive Angriff-und-Verteidiguns-Schaukel erst mal ins Wippen kommt, ist an konstruktive
Problemlösung nicht mehr zu denken.

Ein einfaches Beispiel:
An einem Hang hinten im Garten habe ich etwas eingegraben und die Stelle markiert. Ich kam einige Zeit nicht mehr dazu,
mich darum zu kümmern.
Dann viel Schnee. Und ein paar Jungs aus der Nachbarschaft nutzen den Hang zum Rutschen.
Soviel Schnee war es nicht, dass der Boden geschützt gewesen wäre. Der Bau der Sprungschanzen tat ein Übriges.
Der Hang wirkte danach etwas angepflügt. Von etwaigen Markierungen war nicht eine Spur mehr zu sehen.

Ich war doch etwas verzweifelt. Nicht wegen dem verunstalteten Hang. Dafür gibt es Grassamen.
Aber ich musste unbedingt das vergrabene Teil wiederhaben.

Tags darauf spielten die Jungs ganz in der Nähe. Und ich hatte eine Idee. Denn wer sonst war fit, hatte gute Augen und
kannte das Gelände bereits?
Da die Jungs nur davon gelaufen wären, hätte ich gleich losgeschimpft, habe ich sie nur zu mir gerufen.
Ich habe sie um ihre Mithilfe gebeten. Sie seien da gestern gerutscht, kein Problem, aber dadurch finde ich die
Markierungen nicht mehr, die ich gesetzt hatte. Ob sie mir nicht beim Suchen helfen würden.
Sie haben also auf der Suche nicht nur die Sprungschanzen zurückgebaut, sonder, tatsächlich, sie haben die bestimmte Stelle gefunden.

Da hat mir ein wenig Taktik doch viel mehr gebracht, als alles Schimpfen und Beschweren es vermocht hätten.
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Apeiron70

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26

Dienstag, 25. Februar 2014, 21:14

Zitat von "friedel":
"Wie schaffe ich es am besten, jemanden seine Missetaten klar zu machen, ohne ihn in eine Position des Verteidigens zu bringen?"

Ein für jede Diskussion geltender Grundsatz lautet, das Wort "du" weglassen; denn durch diese Anrede wird immer das Gefühl der Anschuldigung gegeben.
Und das Phänomen der sich verbreitenden und übertragenden Gefühle hat Dieter Duhm in seinem Buch "Die heilige Matrix" erklärt. - Die "Philosophie" vom Duhm wurde von vielen
zerrissen und missbraucht, aber das ist ja immer so. Woran das liegt hat wiederherum W. Reich im Buch "Der Mensch im Staat" erklärt. ... lauter Hinweise ...
Grüsse A.
»Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Daseins. Sie sollen es auch regieren.«
Wilhelm Reich

cindy2003

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27

Dienstag, 25. Februar 2014, 23:04

Hey, friedel, ich mache das so : ich bin in einer Position wo ich auch Konfliktgespräche führen muss : meine Erfahrungen, Menschen zu resümieren, zu belehren, zu kritisieren, haben mir gezeigt, das es nur mit folgendem Vorgehen geht :
- eine Basis für das Gespräch herstellen , d.h. alle sitzen oder alle stehen (Machtposition eingedämmt)
- keine Du-Botschaften und Vorwürfe an den Empfänger (wie Apeiron sagte)
-das Gespräch mit positivem, geleistetem beginnen
-für alle sprechen und im Namen von allen, es austarieren, den Endzweck hervorheben
-die eigentliche Kritik rhetorisch gut verpacken : wir haben das bis jetzt so und so gemacht, einmal hat es nicht geklappt, von nun an läuft es so.....
-das Gespräch langsam ausklingen lassen, mit betrieblichen Alltagsdingen..


am Ende versteht derjenige ganz genau, wie eine Tätigkeit von nun an erfolgen muss, fühlt sich gut, weil er signalisiert bekommen hat, das er gebraucht wird und ist motiviert für den nächsten Tag und bringt keinen Krankenschein (passiert häufig, bei äußerst negativer Kommunikation). Er hatte niemals das Gefühl sich verteidigen zu müssen, warum auch, ab jetzt machen "wir" es ja so, wie nun die Richtlinie ist.
Ich arbeite seit Jahren mit dem gleichen Team (gut Azubis und Praktikanten ausgenommen), ich habe gute Leute, die mir den Rücken stärken und auf die ich nichts kommen lasse, wir arbeiten perfekt im Team, zum Wohle der Firma -:) mal sehen, wie lange das noch so bleibt, da Teamarbeit ja mittlerweile geschäftsschädigend sein soll ?????????


liebe Grüsse von Cindy2003
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-Sathya Sai Baba-

28

Mittwoch, 26. Februar 2014, 04:21

Die bestgemeinte Anweisung funktioniert nicht, wenn sie auf die Möglichkeiten des/der Ausführenden keine Rücksicht nimmt.
Es ist daher sehr wichtig, dass der "Befehlshaber" nicht dogmatisch agiert und Zugang zu seinen Leuten hat.

schmutzteufel

unregistriert

29

Mittwoch, 26. Februar 2014, 06:52

Jene Strategien die hier aufgeführt werden zur Konfliktvermeidung kenne ich auch oder teilweise, versuche sie auch anzuwenden, aber da ist immer der Überraschungsmoment. Und da hakt es bei mir gewaltig!

Ich habe ein ganz hohes Defizit an Schlagfertigkeit. Alles gelernte ist weg. Ich stehe nur da und bin erschreckt, muss furchtbar aussehen. Was nun? Ich denke an Flucht, ich habe Angst, ich bin verwirrt....weiß aber, dass Flucht Schwäche bedeutet und ein Zugeständnis an das oft Falsche was mir vorgeworfen wird. Wenn ich nachher die Situation überdenke, weiß ich ganz genau, wie ich besser reagieren hätte sollen, aber leider zu spät...
Fange ich ein Gespräch zur Konfliktvermeidung an, klappt das schon, aber nur wenn der andere will! Das Beispiel von Friedel mit den Kindern ist mir geläufig! Die taten ja nichts böses bewusst. Kinder sind noch offen für vieles und nicht erstarrt in einer ganz bestimmten Meinung. Mit denen kann man echt reden noch. Hier im Dorf in dem ich lebe seit 4Jahren ist das gut zu erkennen.

Ich denke es ist so: Man muss konfliktvermeidende Gesprächsformen immer wieder jeden Tag stetig trainieren. So wie die richtige Taktik bei der körperlichen Selbstverteidigung um auch einen unerwarteten Angriff zielsicher abwehren zu können. Die Strategien müssen so tief eingeübt werden, dass sie einen praktisch "in Fleisch und Blut übergehen", man sie im Schlaf kann, sozusagen, so wie das kleine Einmaleins...

Aber wie soll ich das allein üben täglich?

Es ist leider so, dass ich öfter als ich denke damit konfrontiert werde, dass fremde Menschen einfach ihren Frust am nächstbesten unschuldigen Passanten auslassen, der ihnen gerade über den Weg läuft. Da ich aufgrund meines Aussehens nicht sehr selbstbewusst und wehrhaft wirke bin ich sicher das geeignete Objekt.
Stein des Anstoßes sind meist Lärm und/oder Schmutz von Hunden und Kindern, unglaublich...und dann kommen oft völlig Unschuldige dazu als Blitzableiter zu dienen. Da könnte ich etliche Beispiele erzählen!

Echt frustrierend...

Apeiron70

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30

Mittwoch, 26. Februar 2014, 20:38

Weltuntergangsstimmung?
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Wilhelm Reich

cindy2003

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31

Mittwoch, 26. Februar 2014, 22:54

nein, Apeiron, wir krempeln die Ärmel hoch und fangen nochmal von vorn an, weil wir Hoffnung haben.......


liebe Grüsse von Cindy2003
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32

Mittwoch, 26. Februar 2014, 23:34

Zivilisation ohne Mitgefühl

Hallo Zusammen

Ich fand zu diesem Thema die folgende Sendung sehr aufschlussreich:

http://www.srf.ch/sendungen/kontext/zivi…ohne-mitgefuehl

"Der Gesellschaftskritiker schreibt seit Jahrzehnten gegen eine Welt an, die uns am Lebendigsein hindert und den Blick für die Wirklichkeit verstellt. Weitgehend hätten wir das Mitgefühl für Andere verlernt. Wie wir es auch verlernten, zu unserer Schwäche und zu unserem Leiden zu stehen."


Gruss, Jason

cindy2003

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33

Freitag, 28. Februar 2014, 12:39

ich habe heute erst wieder einen Beitrag gesehen, in dem es um die Vorrohung unserer Gesellschaft ging, dort diskutierten vollziehende Organe und Pädagogen über die jetzige Situation : Gewalt an Schulen und auf Strassen, Wertschätzung und Respekt für Mitmenschen, Aggressivität, Cybermobbing (war dort ein Riesenthema) und eben auch die Erziehung und Moralvorstellungen, die Diskussion war eine Bestandsaufnahme und Beleuchtung der Hintergründe sowie ein Bericht über Aktuelles, sie glich unserer hier im Forum.


Eine Therapie hat man bisher nicht gefunden, ich kann mir aber nicht vorstellen, das es für uns alle bereits zu spät sein soll, eine Pädagogin berichtete, die Verantwortung für die Erziehung der Kinder wird hin und hergewälzt - die Eltern erwarten mehr von den Lehrern und umgedreht, viele Eltern wüssten auch nicht, was ihre Kinder z.B. im Internet machen, sie hätten da den Überblick verloren.
Als bedenklich wurde eben hier die gewisse Anonymität eingestuft, da man eher bereit sein soll, direkte ungeschönte Meinungen zu äußern (milde ausgedrückt), als im persönlichen Gespräch und es dann zu solchen Mobbing-Attacken kommen kann.
Ich kenn mich da zu wenig aus auf diesen Plattformen, hörte aber schon von einem Mädchen, die sich aufgrund von bösen Verunglimpfungen das Leben nahm, das tut mir sehr leid, wo soll das denn alles noch hinführen ?


liebe Grüsse von Cindy2003

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34

Freitag, 28. Februar 2014, 13:34

Ich finde dieses Interview mit dem Hirnforscher Gerald Hüther zum fehlenden Zusammenhalt in der Gesellschaft interessant:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=35708

Grüsse, Satu

35

Freitag, 28. Februar 2014, 20:17

wenn ich mir die schweizer jugend ansehe - denke ich scheisse, wie oberflächlich und beschränkt sind die (echt ein trauriger haufen).
sorry, ich bin nicht in der stimmung, ein milderes urteil zu fällen...
ich möchte an dieser stelle eine kleine selbstkritik anbringen.

1. ist es bekannt, dass der mensch, wenn er schlecht gestimmt ist, die welt sozusagen durch eine dunkle brille betrachtet und "schwarz" sieht, also nur das negative, schlechte wahrnimmt. da muss ich aufpassen!

2. ist es natürlich eine verallgemeinerung, nicht alle jugendlichen sind so oberflächlich und beschränkt

3. sollte ich mit urteilen aufpassen, habe ein bisschen recherchiert und lasse die bibel>(Neues Testament+Psalmen, Neue Genfer Übersetzung) sprechen:

(Matthäus, 7)
"Warnung vor selbstgerechten Urteilen...
Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Mass, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden.
...aber kein Verzicht auf notwendige Beurteilung
Gebt das Heilige nicht den Hunden, werft eure Perlen nicht vor die Schweine! Sie könnten sonst eure Perlen zertrampeln und sich dann gegen euch selbst wenden und euch zerreissen."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »enigmatische_entität« (28. Februar 2014, 20:18)


cindy2003

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36

Freitag, 28. Februar 2014, 20:28

@satu,

habe mir das Interview angehört : beängstigend find ich, das Kinder, die nicht genug soziale Kontakte haben und von ihnen lernen können, diese Fähigkeiten UNWIEDERBRINGBAR niemals besitzen werden - der Hirnforscher spricht davon, das neuronale Strukturen nicht richtig ausgebildet werden können und das Internet auch keinen Ersatz darstellt.
Als Lösung sieht der das kommunale Engagement, wäre schön wenn so etwas machbar wäre, oder weiss jemand, wo sowas schon gelebt wird ? (ausser Sekten).


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37

Freitag, 28. Februar 2014, 20:44

@cindy2003

Ich habe mal eine Studentin gekannt, die in der "Longo Mai" gelebt hat. Die Gemeinschaft ist politisch unabhängig und religiös ungebunden, aber lies selbst :) :

http://www.prolongomai.ch/pro-longo-mai

Grüsse, Satu

cindy2003

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38

Freitag, 28. Februar 2014, 21:06

satu, dass ist ein guter Weg, hatte bisher noch nichts davon gehört, denke, diese Lebensweise ist eine echte Alternative und hat Zukunft, es muss ein Umdenken stattfinden, wie es dort schon getan wurde, dass z.B. kein Lohn in Form von Finanzen für Leistung "gebraucht" wird. Ich fände es auch schön, das erfundene Zahlungsmittel "Geld" abzuschaffen - wofür brauchen wir es ?, wir könnten doch auch tauschen : ich gebe dir etwas und dann gibst du mir etwas, ganz einfach, das Ganze, oder was ist die Schwierigkeit ?


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Apeiron70

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39

Freitag, 28. Februar 2014, 21:08

Die einzigst lebbare Zukunft der Menschheit liegt in der Kommune. (Siehe Hüther, D. Duhm. S. Makarenkow, ...) Um in einer Kommune leben zu können, muss man erst das zusammen-Leben lernen. Und wenn die Erziehung bei einem selbst schon durch die Eltern unbewusst auf die Entwicklung von Neurosen ausgelegt wurde, z. B. durch keine sanfte Geburt (das reicht schon!), wird ein auf Dauer angelegtes Leben in einer (grossen) Gemeinschaft nicht funktionieren. (Daher auch die Widmung vom W. Reich in seinem Buch "Menschen im Staat": Den Kindern der Zukunft)
Dieter Duhm hat in seinem Buch "Die heilige Matrix" beschrieben, wie ein kommunales Zusammenleben funktioniert. (Duhms Konzept wurde von vielen ausgenutzt, doch ist es immer so, dass Positives von schlechten Menschen ausgenutzt wird! Das wisst Ihr aus eigener Erfahrung, nehme ich an.)
Grüsse A.
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Wilhelm Reich

40

Freitag, 28. Februar 2014, 21:11

kleiner exkurs bezüglich urteilen teil 1

"Luther will sagen: Es ist so simpel und so unglaublich einfach, dich auf
den Thron zu setzen und zu schauen, wie die Hände eines Menschen sich bewegen,
und dann nach fertigem Urteil im Voraus schon zu wissen, was davon zu halten
sei. So kannst du verfahren, wenn du dich begnügst damit, Menschen reinweg
äusserlich abzuurteilen, wenn sie mit anderen Worten dich überhaupt nicht
betreffen noch in irgendeiner Weise als Personen was angehen. Wenn du dich
nichts weiter bist als Richter in der Robe, dann mag das so gehen. Aber es ist
nicht menschlich, dass das so geht. Statt zu schauen auf die Hände und die
Handlungen, die sie vollführen, müsstest du in das Herz der Menschen schauen.
Du müsstest hinter den Taten die Täter wiederentdecken, und dann wäre nichts
mehr so einfach, wie du glaubst. Plötzlich tritt dir eine Tragödie nach der
anderen vor Augen.




Dass es Luther genau so meint, erklärt er im nächsten Satz: "Denn alle
Gesetze können dir nur sagen, was du tun sollst, sie geben dir aber nicht die
Kraft dazu.“ Luther will sagen: Ein
Mensch kann überhaupt nicht gut sein, einfach weil er will. Er kann nur leben
wie von einer Notration auf der Wegzehr von dem, was er an Güte in seinem Leben
erfahren hat, - das kann er weitergeben. Aber in einer Welt der Abgelehntheit,
des nur bedingungsweisen Akzeptiertwerdens aufgrund von erbrachter Leistung –
der beste Computerfachmann, der beste Banker, der beste Soldat – schaffst du
die Menschlichkeit ab. So viele Begriffe von Gut und Böse du auch im Munde
führen magst, du erreichst die Menschen nicht, du siehst sie ja überhaupt
nicht.


(…)


Kierkegaard gibt sich überzeugt, dass das Gerede von der
Sünde in der Christenheit auf nichts weiter hinausläuft als auf eine
Re-Ethisierung der gesamten Botschaft Jesu,- Christentum als Ethik! (…)


Verzweiflung wäre der wahre Begriff für das, was wir Sünde
nennen müssten, meinte er. Sie hören sofort den Unterschied: Reden wir im
konventionellen Sinn von Sünde, kommen wir gleich raus mit dem erhobenen
Zeigefinger: Das darfst du nicht! Oder mit der geballten Faust: Jetzt setzt es
was! Nur, es wird immer schlimmer.


Wissen wir hingegen, dass das, was Menschen tun, wenn sie
wirklich Schlimmes begehen, aus Verzweiflung geschieht, ist es sonnenklar, dass
ein ganz anderes benötigt wird,- nicht die Strafe, nicht die weitere
Ausgrenzung, nicht der erweiterte Korridor der Isolation und der Einsamkeit in
der Verbannung des sozialen Exils, sondern ein Umgriffenwerden, ein Nachgehen,
ein Verstehen. An dieser Stelle ist es die Aufgabe der Religion, therapeutisch
in all das Elend hinein zu wirken, dem wir begegnen. So sehen wir hinter dem
Symptomhintergrund moralischer und juridischer Verfehlungen das Herz der
Menschen, wie es wirklich ist. Nichts geht dann mehr schnell, nichts, in dem
wir auf dem Richterstuhl weiter Platz zu nehmen gedenken.

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