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Epistemon

Eydeet (je ca. 1 Asperger und NT-Hirn)

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1

Dienstag, 18. Dezember 2012, 22:00

Ich wollt ich wär so blöd wie Du

Gibt es hier noch andere Angehörige der menschlichen Rasse, die sich manchmal wünschen, einfach nur blöd, dumm, beschränkt, einfältig zu sein, um so reibungslos durch's Leben zu flutschen, wie das offenbar einige Individuen schaffen?
Es gibt immer wieder Begründungen, die bringen meine Synapsen zum Hyperventilieren. Antworten, die einem ständig davon flutschen wie nasse Seifen. Statt einer Antwort kommt eine Entgegnung mit einer neuen Behauptung, und nach der Begründung derselben gefragt, folgt eine andere Behauptung... undsoweiterundsofort. Bis das Gegenüber entnervt reagiert, man würde sich nur im Kreis drehen. Dabei folge ich doch nur seinem besch...ränkten Kreisgerenne. Aber der Vorwurf des Im-Kreis-Drehens gilt ja mir.

2

Dienstag, 18. Dezember 2012, 23:08

Yep.

3

Dienstag, 18. Dezember 2012, 23:15

Zitat

Gibt es hier noch andere Angehörige der menschlichen Rasse, die sich manchmal wünschen, einfach nur blöd, dumm, beschränkt, einfältig zu sein, um so reibungslos durch's Leben zu flutschen, wie das offenbar einige Individuen schaffen?
Mag sein, dass es die gibt. Aber ich möchte das nicht sein... Was ist daran erstrebenswert?

Und kein Mensch flutscht so einfach durch das Leben, wie du dir das vorstellst. Und wenn doch, ist es sicherlich kein erstrebenswertes Leben, weil nicht bewusst angenommen.

Das, was du beschreibst, ist für mich eher Hilflosigkeit und ein permanentes Ausweichen, denn ein schönes Flutschen durch das Leben.

Wieso strebst gerade du sowas an? Bzw. wünschst du das dir?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »faldegorn« (18. Dezember 2012, 23:17)


4

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 07:54

Ich hatte Schwiegereltern, die mit ihrer Dummheit bzw. Naivität sich so durchs leben schleichen. Sie haben mich oft fast zum Wahnsinn getrieben.

Ein Beispiel:
2003 hatten wir ihren Hof übernmmen und umstrukturiert. Von milchwirtschaft zu Mutterkuhhaltung umgestiegen. Uns informiert, wo wir optimieren konnten, damit wir mehr Direktzahlungen erhalten.
So haben wir herausgefunden, dass wir mehr Geld erhalten, wenn wir Obstbäume (Hochstamm) neupflanzen. Als das der Schwiegervater erfuhr stand er da wie ein * Klöpfte Aff* und sagte ganz depprimiert: Das hat uns aber niemand gesagt, dass wir die gefällten Bäume nachpflanzen sollen, damit wir Subventionen erhalten.... :wall:

Oder ein anderes Beispiel:
Überall mischten sie sich ein.....und wenn ich was gesagt habe, gaben sie zur Antwort: Ich habs ja nur gut gemeint.

Und alle um mich herum hatten Mittleid mit ihnen und überall sind sie damit durchgekommen. Ich hab das nie verstanden.
Ich habe mich halt dann lange damit getröstet, dass wenn Dummheit weh tun würde, sähe die Welt ganz anders aus.....

Ich kann Dich Epistemon also ganz gut verstehen.....aber ich möchte nie so blöd durchs Leben gehen wie die 2!
AS ist keine Behinderung und keine Krankheit, sondern eine Besonderheit, die man als Chance nutzen soll.

Liebe Gruess Sunny :winke:

Epistemon

Eydeet (je ca. 1 Asperger und NT-Hirn)

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5

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 18:53

Ja, ich behelfe mir manchmal auch mit dem Spruch von Einstein, zwei Dinge seien Unendlich: Die Dummheit der Menschen und das Universum. Nur beim Universum sei er sich nicht ganz sicher.

Es mag überheblich klingen oder sogar sein.
Wenn ich mir in einer Sache nicht sicher bin, dann hole ich mir Informationen, aus allen möglichen Richtungen, dann grüble ich nach, bis ich klarer sehe. Auch wenn das in der Freizeit passieren muss. In letzter Zeit hatte ich mit zig Behörden zu tun, und zig sogenannte Fachleute, mit Diplom und Ansehen und Rang und Namen. Aber es war stets nur Schall und Rauch. Und wenn ich ihnen Koriphäen aus ihrem Fachgebiet zitiere, dann haben sie keine Ahnung, wer das überhaupt ist. Und sie verstehen nicht einmal, was ich ihnen sagen will. Ich komme mir oft vor, als spräche ich chinesisch. Sie halten sich an irgendwelche Leitlinien, die sie aber nicht benennen können, und doch scheinen "alle" am selben festzuhalten. Es kommt mir oft so vor, als ob "Menschen", wenn sie etwas nicht verstehen, einfach davon ausgehen, dass der Sprechende unrecht hat. Und andere, die irgendein paar wohlklingende Worte von sich geben, aber nicht im geringsten danach handeln, denen wird jedes Wort für bare Münze abgekauft. Wer nur ein bisschen hinter die Kulisse schauen würde, sähe die unglaubliche, manchmal atemverschlagende Diskrepanz zwischen Reden und Tun.

6

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 22:45

Ich verstehe deine heutige Aussage gut. Aber gestern hast du dir noch gewünscht, so zu sein, wie diese Leute. Ich verstehe das nicht.

Ich finde mich auch nur schlecht zurecht. Aber ich möchte mich nicht gleichstellen mit einfältigen Menschen. Ich weiss, das klingt herablassend. Für mich war es nie ein Bedürfnis so sein zu wollen. Und auch wenn ich mal herablassend sein mag, so wiege ich das mit einer anderen Fähigkeit auf. Ich kann sehr gut erklären, auch «dummen» Menschen. Ich mag den Begriff dumm übrigens überhaupt nicht. Ich habe Menschen kennengelernt, die sicher nie ein Studium absolvieren könnten. Aber sie waren sehr oft sehr freundlich. Nicht jeder, der nicht intelligent ist, ist «dumm». Oft akzeptieren sie, dass sie halt nicht so viel Wissen können wie andere. Und suchen sie eine Nische, in der sie sich wohl fühlen. Und vor allem, sie schaden anderen nicht. «Dumm» hat für immer etwas bösartiges, aber das ist wohl persönliche Wahrnehmung.

Wenn mir mal jemand nicht so antwortet, wie ich erwarte (im Sinne von; dass er der Frage ausweicht), kann ich sehr hartnäckig sein. Antworten wie von Sunny zitiert akzeptiere ich nicht und das gebe ich auch zu Erkennen. Und dann frage ich halt immer wieder nach. Natürlich, wenn man mit Behörden zu tun hat, funktioniert das nicht. Das kenne ich allzu gut aus meiner Arbeitswelt. Aber sonst für mich schon.

Ich verstehe einfach nicht, was Erstrebenswert daran sein soll, blöd, dumm, beschränkt, einfältig zu sein. Es könnte einiges einfacher machen, ja. Aber lebenswerter? Der einfache Weg ist einfach, der schwierige voller Erkenntnisse. Man lernt doch viel mehr, wenn man halt immer wieder aneckt, nicht?


Und ich empfinde dich keineswegs als überheblich. Sondern als sehr nachdenkend und wohl formulierend. Lustig fand ich aber die Sätze:

Zitat

Wenn ich mir in einer Sache nicht sicher bin, dann hole ich mir Informationen, aus allen möglichen Richtungen, dann grüble ich nach, bis ich klarer sehe. Auch wenn das in der Freizeit passieren muss.
Also wenn ich in der Freizeit nicht nachdenken dürfte, uiuiui. Das wäre ganz schlimm.

Ihr dürft mich nicht immer zu ernst nehmen, wenn es um Sprache und Logik in dieser geht. Da kann ich sehr pedantisch sein und auf einzelnen Aussagen herumhacken. Das ist nicht böse gemeint. Sprache ist oft sehr unlogisch für mich und ich verpflichte gerne Menschen darauf, klare und eindeutige Aussagen zu machen (weil ich es sonst nicht verstehe). Im Zusammenhang zum Topic: Gerade von dir, hätte ich eine solche Aussage wie gestern nicht erwartet, die war für mich verwirrend und unlogisch.

Epistemon

Eydeet (je ca. 1 Asperger und NT-Hirn)

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7

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 23:37

Danke für die Blumen, Herr vom Drachenfelsen.

Ich habe auch weniger intelligente Menschen als gute Freunde, etliche "dumme" Menschen schätze ich sehr. In der Regel sind das Personen, die am "richtigen Platz" sind. Perfekte Handwerker, Bauern, Putzfrauen, Sekretärinnen, Mütter, Grossväter, irgendwas. Sie machen ihren Job gut - und sie wollen nicht mehr sein als sie sind.
Dann gibt es aber auch die "Wadenbeisser". Im Grund kleine blöde Kläffer, die sich für was Besonderes halten, weil sich irgendeine Behörde ihrer nicht erwehren konnte. Bei den Hunden sieht man diese auch, wie sie einen Bernhardiner oder Deutschen Schäfer anbellen, um ihn rumtanzen. Und wenn der grosse angewiddert davon zieht, dann trotten sie auf ihren kurzen Stelzen mit vor Stolz geschwollener Brust davon. Ein Bernhardiner kann mit einem einzigen kurzen Hieb die Ordnung wiederherstellen. Ein verblüffter Kleinling, und aus und Amen. Fertig mit dem Geprotze.
Ein hinreichend intelligenter kleiner Hund sieht die Relationen gleich, und versucht sich schon gar nicht aufzuspielen. Die doofen, die sind es, die dem Grossen zusetzen. Es ist für diesen einfach nur mühsam und störend.
Bei uns Menschen haben es aber viele dieser Kläffer zu gewissen Positionen geschafft, und nun sind sie gewissermassen immun, aus der Hierarchie ausgeschieden. Nun befiehlt plötzlich der Rehpinscher der Dogge. Und das, was mich so ärgert: Zum einen merken sie es nicht, mit wem sie es zu tun haben. Zum anderen spüren sie es irgendwie schon, weil über die Kleinen versuchen sie gar nicht zu herrschen.
Seit mehr als einem Jahr habe ich mit ständig neuen solchen Wadenbeissern zu tun. Bei jeder anderen Gelegenheit würde ich einfach rechtsumkehr machen, und Tschüss... Aber weil sie sich ständig zwischen mich und meine Kinder drängen, muss ich mich doch mit ihnen herumschlagen. Gestern hatte ich eine Sitzung mit einer ganzen Herde davon, und ich war am Abend einfach nur frustriert. Und, ehrlich gesagt, es gibt manchmal Zeiten, da hätte ich gerne einfach meine Ruhe. Ich möchte Dinge, die ich einfach nicht übersehen kann, einfach nicht sehen können. Manchmal beneide ich Menschen, die einfach eine Anordnung bekommen, und die offenbar einfach so ausführen können. Ohne auch nur einmal mit dem Hirn zu wackeln. Und doch können sie es so ausführen, dass der Auftraggeber offenbar zufrieden ist. Die können am Abend einfach nach Hause gehen, und der ganze Tag scheint vergessen - ok, sie nerven sich dann über die Bluse der Arbeitskollegin, den Hund des Nachbarn etc. Aber das könnte ich ja einfach sein lassen und in Ruhe und Frieden und unbelastet leben.

8

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 23:46

Ich habe auch weniger intelligente Menschen als gute Freunde, etliche "dumme" Menschen schätze ich sehr. In der Regel sind das Personen, die am "richtigen Platz" sind. Perfekte Handwerker, Bauern, Putzfrauen, Sekretärinnen, Mütter, Grossväter, irgendwas. Sie machen ihren Job gut - und sie wollen nicht mehr sein als sie sind.


Wer ist klüger?

Ein Manager der alleine lebt und tot unglücklich ist.
Oder ein Bauer der gerne zur Arbeit geht und glücklich mit seiner Famillie lebt ?

9

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 23:47

Wer so über seine Freunde spricht ist auch nicht gerade der hellste, sry.

10

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 08:50

Danke für die Antwort.

Zitat

Manchmal beneide ich Menschen, die einfach eine Anordnung bekommen, und die offenbar einfach so ausführen können. Ohne auch nur einmal mit dem Hirn zu wackeln. Und doch können sie es so ausführen, dass der Auftraggeber offenbar zufrieden ist. Die können am Abend einfach nach Hause gehen, und der ganze Tag scheint vergessen - ok, sie nerven sich dann über die Bluse der Arbeitskollegin, den Hund des Nachbarn etc. Aber das könnte ich ja einfach sein lassen und in Ruhe und Frieden und unbelastet leben.

Wenn ich dich richtig verstehe, dann möchtest du manchmal einfach Anordnungen erhalten und ausführen, roboterhaft und hirnlos. Für mich eine sehr seltsame Vorstellung.

Und ich denke, es ist eine Illusion, dass Menschen, die genau das machen, besser durchs Leben kommen. Die haben genauso ihre Probleme wie wir. wir erkennen sie wahrscheinlich nur nicht.

Zitat

Seit mehr als einem Jahr habe ich mit ständig neuen solchen Wadenbeissern zu tun. Bei jeder anderen Gelegenheit würde ich einfach rechtsumkehr machen, und Tschüss... Aber weil sie sich ständig zwischen mich und meine Kinder drängen, muss ich mich doch mit ihnen herumschlagen. Gestern hatte ich eine Sitzung mit einer ganzen Herde davon, und ich war am Abend einfach nur frustriert. Und, ehrlich gesagt, es gibt manchmal Zeiten, da hätte ich gerne einfach meine Ruhe.

Das tut mir Leid. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie frustrierend das sein muss. Vor allem, weil diese «Wadenbeisser» in einer solchen Situation Macht über dich haben. Damit könnte ich auch nur sehr schlecht umgehen.


Zitat

Dann gibt es aber auch die "Wadenbeisser". Im Grund kleine blöde Kläffer, die sich für was Besonderes halten, weil sich irgendeine Behörde ihrer nicht erwehren konnte. Bei den Hunden sieht man diese auch, wie sie einen Bernhardiner oder Deutschen Schäfer anbellen, um ihn rumtanzen. Und wenn der grosse angewiddert davon zieht, dann trotten sie auf ihren kurzen Stelzen mit vor Stolz geschwollener Brust davon. Ein Bernhardiner kann mit einem einzigen kurzen Hieb die Ordnung wiederherstellen. Ein verblüffter Kleinling, und aus und Amen. Fertig mit dem Geprotze.

Aus deinen Worten kann man eine bestimmte Weltsicht entnehmen. Ich möchte es dir nicht unterstellen, aber wenn man deine Worte so nimmt, wie du es geschrieben hast, kann man sie so interpretieren: Der Bernadiner oder Schäferhund (Du) sind dem kleinen Kläffer (nervende und «dumme» Menschen) von Natur aus überlegen. Eigentlich haben diese kleinen Kläffer keine Daseinsberechtigung, sie nerven ja nur. Oder wenigstens sollen sie so leben, dass sie den edlen Hunden nicht ans Bein pinkeln können. Mit dieser Weltsicht habe ich Probleme. Ich sehe mich nie überlegen, oft anders, aber nie besser oder edler als andere Menschen. Klar habe ich manchmal auch Probleme mit nervenden Menschen, das hat jeder. Aber sie niedriger zu stellen, fällt mir dabei nicht ein.

@ Louis:

Zitat

Wer ist klüger?

Ein Manager der alleine lebt und tot unglücklich ist.
Oder ein Bauer der gerne zur Arbeit geht und glücklich mit seiner Famillie lebt ?

Die Frage ist falsch gestellt ;) Wahrscheinlich meinst du glücklicher und nicht klüger? Oder? Dann hast du die Frage ja schon selbst beantwortet ;)

Falls du wirklich klüger im Sinne von intelligenter meinst, dann kann man die Frage nicht beantworten. Zu wenig Information.

Zitat



Wer so über seine Freunde spricht ist auch nicht gerade der hellste, sry.

Das fand ich unfreundlich und mit dieser Aussage stellst du dich genau auf die Stufe, die du anprangerst.

11

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 12:52

Zitat

Manchmal beneide ich Menschen, die einfach eine Anordnung bekommen, und die offenbar einfach so ausführen können. Ohne auch nur einmal mit dem Hirn zu wackeln. Und doch können sie es so ausführen, dass der Auftraggeber offenbar zufrieden ist. Die können am Abend einfach nach Hause gehen, und der ganze Tag scheint vergessen


Ich weiss genau was Du meinst. Ich kann mein Hirn auch nicht ausschalten beim Arbeiten und stur einer Anweisung folgen auch wenn sie mir unsinnig erscheint...manchmal wundere ich mich wie schlampig und unprezise NTs arbeiten können und dies für alle ok ist...liegt wahrscheinlich daran das diese besser wissen man schlampig arbeiten kann ohne das es die Vorgesetzten stört...mich stört es einfach wenn jemand einen Firmennamen einmal so und einmal anders schreibt...

Epistemon

Eydeet (je ca. 1 Asperger und NT-Hirn)

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12

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 21:30

Aus deinen Worten kann man eine bestimmte Weltsicht entnehmen. Ich möchte es dir nicht unterstellen, aber wenn man deine Worte so nimmt, wie du es geschrieben hast, kann man sie so interpretieren: Der Bernadiner oder Schäferhund (Du) sind dem kleinen Kläffer (nervende und «dumme» Menschen) von Natur aus überlegen. Eigentlich haben diese kleinen Kläffer keine Daseinsberechtigung, sie nerven ja nur. Oder wenigstens sollen sie so leben, dass sie den edlen Hunden nicht ans Bein pinkeln können. Mit dieser Weltsicht habe ich Probleme. Ich sehe mich nie überlegen, oft anders, aber nie besser oder edler als andere Menschen. Klar habe ich manchmal auch Probleme mit nervenden Menschen, das hat jeder. Aber sie niedriger zu stellen, fällt mir dabei nicht ein

Ja, ich nehme an, dass Deine Interpretation sehr naheliegend ist, gar fast folgerichtig aus den Worten hervorgehen MUSS. Dennoch ist es nicht, was ich sagen wollte. Zumindest nicht alles.Es mögen da auch zwei Dinge in- und durcheinander gepurzelt sein. So versuche ich's nochmals. Dass ich mich zunächst an der Physis festmache, liegt einfach daran, dass sie einfacher zu fassen ist.
Körperlich ist es anerkannt, dass es grosse und kleine gibt. Solche, die einen Unspunnenstein werfen können, und solche, die ihn nicht mal bewegen können. Das hat nichts mit gut oder schlecht zu tun, das hat nichts mit edel oder unedel zu tun. Allerdings ist der Hüne dem Kleinen einfach "überlegen". Das ist einfach so. Das macht den einen nicht zum besseren, den anderen nicht zum schlechteren Menschen. Wenn nun aber ein Schwächling mit grosser Klappe daherkommt, wie weit der den Brocken werfen könne, aber diesen nicht mal angehoben bekommt, ja, dann komme ich nicht umhin, diesem Menschen ein Prädikat anzuhängen, das in mehr oder minder starker Form so etwas wie "schlechter", "unedler" oder wie auch immer heissen mag. Man mag es vielleicht als unreflektiert oder unbewusst oder oder oder bezeichnen.
Dassselbe gibt es nun halt auch bei der geistigen Grösse. Allerdings ist mir klar, dass hier der Kräftevergleich viel schwieriger als beim Steineheben ist. Ich weiss auch, dass es noch andere physische Qualitäten als grosse Rohkraft gibt; es war ja nur ein Versuch, meine abstrakten, flüchtigen Gedanken irgendwie sicht- und allenfalls begreifbar zu machen.
Und weil der Vergleich so schwierig ist, kann ich mir nie sicher sein, ob ich nicht auch nur ein Grossmaul bin. Denn das Grossmaul ist sich seiner Sache vollkommen sicher; und je grossmäuliger desto sicherer.

13

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 22:55

Zitat

Und weil der Vergleich so schwierig ist, kann ich mir nie sicher sein, ob ich nicht auch nur ein Grossmaul bin
Nein, das bist du nicht. Ich versuche nur zu zeigen, wie Worte wirken können. Ich nehme Menschen meist immer «beim Wort», und setze da an, wo sie was ausdrücken. Wenn ich was nicht verstehe, frage ich nach bis ich es verstehe. Das hast du gemacht, dafür bin ich dankbar. Weil es mir hilft. Ich möchte (fast) immer verstehen. Ich muss dabei nicht deiner Meinung sein, das sage ich jeweils auch. Aber ich möchte die Meinung meines Gegenübers immer verstehen.

Was die Physis angeht: Ich bin physisch kein beeindruckender Mensch. Aber ich war ein sehr seltsames Kind. Geschickt bis zum geht nicht mehr und ohne jegliches Körper- und Gefahrenbewusstsein. Dass ich noch lebe, ist eigentlich ein Wunder. Ich habe alles ausprobiert, alles getestet, was man nur konnte. Grenzen gab es niemals. Meine armen Eltern... Ich weiss, dass ich heute physisch stärker bin als die meisten Menschen, rein durch die Geschicklichkeit. Geschicklichkeit kann man nicht lernen, das weiss ich, sie ist da oder nicht. Ich hätte eine Profi-Sportler-Karriere einschlagen können, wenn ich es gewollt hätte. Und eine zeitlang machte ich mir einen Spass daraus, physisch Stärkere in den Boden zu stampfen, weil ich zwar schwach wirkte oder mich bewusst so gab, aber sie mir dennoch nicht gewachsen waren. Nur um Ihnen zu zeigen, dass reine Kraft oder Macht unnötig ist. Dafür schäme ich mich heute... Dass ich nicht diesen Pfad weiterging, hat vor allem damit zu tun, dass mir Konkurrenz-Denken sehr fremd ist oder fremd geworden ist.

Auch intellektuell war es ähnlich. Im meinen Leben habe ich 2-3 Mal die intellektuelle «Dampfwalze» hervorgeholt. Und damit Menschen «überfahren», die es verdient hatten. Es tat mir danach immer unglaublich leid (mit einer Ausnahme). Als ich das gemacht habe, war ich nicht mehr ich selbst. Bzw. ich habe alles, was ich mir angeeignet habe über den Lauf der Jahre in diesem Moment vergessen.


Dass ich mir einen Drachen als Pseudonym ausgewählt habe, kommt nicht einfach so. Drachen gibt es nicht, und für mich ist es leider so, dass so ich wie ich die Welt verstanden habe, es mich auch nicht geben sollte. Ich hatte nie das Glück, dass ich jemanden getroffen habe, der mir in irgendeiner Weise ähnlich ist. Und ich denke, dass es sehr menschlich ist, das finden zu wollen, was einem ähnlich ist. Das suche ich selbst auch. Hier ist für mich der erste Ort, wo ich «Ähnliches» erlebe. Ich brauche noch meine Zeit, das alles zu erfassen. Aber ich bin froh, Menschen wie dich kennenlernen zu dürfen. Ich reibe mich gerne, und löse auch gerne mal sinnlose Konflikte aus. Das hilft mir...

Aber hier finde ich das erste Mal Erkenntnisse, die mir helfen, mich selbst zu verstehen. Und umso mehr DU zum Beispiel von dir preisgibst, desto mehr verstehe ich mich selbst. Nicht, weil alles gleich ist. Aber ich lerne zu verstehen.

Vor meiner Diagnose habe ich nur funktioniert. Dann kam die Diagnose, die hat mich komplett aus der Bahn geworfen, die ich mir angewöhnt hatte. Danach kamen die ersten Momente, wo ich nicht mehr funktioniert habe... Das war für mich schlimm, weil alles in Frage gestellt wurde, Rhythmus, Lebensinhalt und so weiter.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie eure Worte, die ihr hier über Jahre hinterlassen habt, mir nun helfen. Meine Diagnostikerin meinte zwar, dass ich mir schon selbst helfen könnte und keine Therapie brauche, das zu verstehen. Mit eurer Hilfe hier, euch in Worten auszudrücken und von euch was freizulegen, helft ihr mir mehr als ihr denkt. Das wusste sie wahrscheinlich.

Sorry, dass ich nun vom eigentlichen Thema so abgeschweift bin...

Epistemon

Eydeet (je ca. 1 Asperger und NT-Hirn)

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14

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 23:15

Ich reibe mich gerne, und löse auch gerne mal sinnlose Konflikte aus.

Nur weiter so. Das ist mir durchaus und sehr willkommen. Ich erinnere mich noch an meine Studenten-Zeit, das fuhr ich mit einem Kollegen zusammen nach Zürich. Wir hatten über irgendwas politisches diskutiert; engagiert, beide haben sich voll ins Zeug gelegt. Ich glaube, im Nachhinein, wir waren ziemlich laut. Eine Kollegin, die das ganze aus einem anderen Abteil mitverfolgt hatte, sah uns ein paar Tag später zusammensitzen. Danach fragte sie mich, wie das denn möglich sei, wo wir doch so zerstritten seien. Ich wusste gar nicht, was sie meinte, bis sie Bezug nahm auf die Diskussion.
Es war ja gar kein Streit, es ging zum Teil um den Inhalt, aber auch und noch vielmehr darum, einen verbalen und geistigen Degenkampf auszutragen. Fair, hart, mit aller Kraft, aber nie wurden Hiebe oder Stiche ausgeteilt, die den anderen verletzen konnten.
Von solchen Kraftmeiereien bin ich auch weggekommen. Noch lieber ist es mir, zusammen ein Thema zu erörtern, zu durchdringen. Nicht Fragen, um eine Blösse des anderen zu erkunden. Fragen, um möglichst genau die Sichtweise des Gegenübers zu verstehen, mit der eigenen zu vergleichen, daraus (neue) Schlüsse zu ziehen. Erklären und Hinterfragen, sich Antworten und Befragung aussetzen, um Erkenntnis zu gewinnen. Allerdings ist das mittlerweile ziemlich zum Ego-Shooter geworden...

15

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 23:25

:) Ich bin so irgendetwas wie ein Italiener (genetisch ja). Bei uns im Wohnzimmer war permanenter Kriegszustand. Und danach hatten wir uns alle immer lieb ;) Für eine vernünftige Antwort brauche ich aber noch Zeit ;)

16

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 23:44

Wahrscheinlich meinst du glücklicher und nicht klüger? Oder? Dann hast du die Frage ja schon selbst beantwortet ;)


Frag ich anders.

Welches Leben zu leben empfindest du als Intelligenter ?

Ein Managerleben, alleine zu leben und tot unglücklich zu sein.
Oder ein Bauernleben der gerne zur Arbeit geht und glücklich mit seiner Famillie lebt ?


Das fand ich unfreundlich und mit dieser Aussage stellst du dich genau auf die Stufe, die du anprangerst.

Sorry, vieleicht etwas unfreundlich ausgedruckt da gebe ich dir recht, aber Assozial ist es ja irgendwie trotzdem von dir oder nicht? Ich meine es sind ja deine Freunde oder ?

17

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 23:45

Was ist Intelligenter ?

Bücher zu lesen und seine Zeit zu verschwendung und auf dem Wissen sitzen zu bleiben.

Oder nach draussen gehen und sich selbst Wissen anzuscheffeln und zu leben ?

18

Freitag, 21. Dezember 2012, 00:57

@Louis

Bevor wir darüber diskutieren können was "intelligenter " ist.
Sollten wir nicht zuwerst definieren was Inteligenz ist ?

Inteligenz ist nicht:
- Klugheit
- Weisheit
- Schlauheit
- Wissen
- Bildung
- Sinn (Wie Sinnvoll)
- Glück
- Effizienz
- Erfolg


Wäre sie einer der Dinge, das brächten wir keinen separaten Begriff dafür.
Ist Inteligenz etwas Absolutes ? Oder ist die Messung vom Kontext (Umfeld) abhängig.

Gibt es gar unterschiedliche Qualitäten (Stufen / Werte) von Inteligenz ?
Also, wie definierst du Inteligenz, Louis ?

Und was ist das Gegenteil von Dummheit ? Ist es Klugheit ? Oder Wissen, Bildung oder doch Inteligenz ?
Wenn wir es nicht schafen, diese Begriffe auseinander zu halten, dann ist das Ganze recht schwammig

Danke

Gruss Geralt

Die Nähe zu Menschen ist wie die Nähe zum Feuer.
Zu nahe verbrennt man sich und zu weit weg erfriert man.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Geralt« (21. Dezember 2012, 00:58)


19

Freitag, 21. Dezember 2012, 05:33

Intelligenz lässt sich leider nicht definieren

Seit über 100 Jahren versuchen Psychologen zu definieren, was Intelligenz ist.
Es ist bislang nicht gelungen, weil dieses "psychologische Konstrukt" zu viele Facetten hat.
Was ist ein "psychologisches Konstrukt"?
Wir sprechen von einem psychologischen Konstrukt, wenn wir etwas aus unserer Innenwelt einen Namen geben, was physikalisch weder fassbar noch messbar ist.
Beispiele: Liebe, Anhänglichkeit, Aggression, Gewalt, Fürsorglichkeit.
All diese Begriffe lassen sich nicht zufriedenstellend allgemeingültig definieren. Daran ändern auch die zahlreichen Versuche, es zu tun, nichts.

In Sachen Intelligenz haben sich die Psychologen international (inoffiziell) darauf geeinigt: "Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst."
Das ist die Quintessenz tausender wissenschaftlicher Artikel zu diesem Thema. Besser kriegen wir es nicht hin.

Ich halte es für sehr wichtig, dass der Begriff der Intelligenz nicht für Aussagen herangezogen wird, in denen Menschen gewertet werden.
Nach allem, was wir heute wissen, ist das, was man Intelligenz nennen könnte, weitgehend angeboren bzw. wird in den ersten fünf Lebensjahren geprägt.
Jemanden abzuwerten oder aufzuwerten für das, was er genetisch mitbekam, bzw. was in den ersten fünf Jahren seines Lebens passiert ist, scheint mir nicht angemessen zu sein.
Wir bewerten die Menschen ja auch nicht danach, ob sie As oder NT sind. (Oder tun wir das doch?)

20

Freitag, 21. Dezember 2012, 11:05

Ich denke, es gibt verschiedene deffinitionen von Intelligenz.
Ein Psychologe definiert die Intelligenz an messbaren Fakten, was meines Erachtens die schwachsinnigste deffinition ist.
Diese Form wird durch einen Test an einem Tag gemessen. Dass ein Mensch genau an diesem Tag eine Höchstform oder aber auch einen ganz schlechten Tag haben kann ist Glücks - bzw. Pechsache. Zudem kann der Mensch nicht innerhalb von wenigen Stunden beurteilt werden und bei meinem Sohn speziell, war das Ergebnis davon abhängig, ob mein Sohn verstanden hat, was genau man von ihm wollte.

Das was Epistemon am Anfang angesprochen hat, habe ich als die Intelligenz im Alltag verstanden.
Die täglichen Dummheiten, die aus Gedankenlosigkeit entstehen. Bestes Beispiel:
Schnatternde Hausfrauen in der Migros, die Einkaufswagen quergestellt in den Regalen und niemand kann mehr durch gehen. :cursing:

Für mich ist Intelligenz nicht unbedingt beschränkt auf Wissen, sondern zeigt sich auch im Alltag, ob man fähig ist, nur vor die Nase zu denken oder eben weiter....
AS ist keine Behinderung und keine Krankheit, sondern eine Besonderheit, die man als Chance nutzen soll.

Liebe Gruess Sunny :winke:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sunny« (21. Dezember 2012, 11:05)


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