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Marisa

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1

Donnerstag, 22. Dezember 2011, 17:57

Sozialpädagogische Unterstützung für Kinder mit AS

Hallo,

ich bin ein NT und angehende Sozialpädagogin. Ich schreibe meine Diplomarbeit über das AS, genauer über die Entwicklung von Kindern mit AS. Das Ziel meiner Diplomarbeit ist es unter anderem, herauszufinden, wie ich als Sozialpädagogin Kinder mit AS unterstützen kann. Darum wollte ich um eure Hilfe bitten. Es ist sehr schwer, herauszufinden, welche Förderprogramme Kinder mit AS bekommen und von wem diese angeboten werden (welche Fachkräfte, z.B., Psycholog/-innen, Lehrer/-innen, Pädagog/-innen etc.)

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen und erzählen, was er/sie oder ihr Kind für Förderprogramme erhalten hat? Vielleicht gibt es hier ja auch Familien, die mir weiterhelfen können, indem sie mir erzählen, welche Art von Unterstützung sie sich wünschen oder gewünscht hätten.

Ich würde es sehr schön finden, wenn ich am Ende meiner Diplomarbeit vielleicht sogar eine Unterstützungsform gefunden hätte, die sich Menchen mit AS wünschten, es aber so spezifisch noch nicht gibt. Ich denke dabei an Angebote wie Entlastungsdienst für Familien, persönliche Begleitung für Kinder in Schule und Zuhause, evt, als Vernetzerin von Schule und Familie etc.

Auf allfällige Antworten freue ich mich sehr und ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit das Thema AS der Menscheit nochmals etwas näher bringen kann, sodass weitere Barrieren für AS-Betroffene abgebaut werden können!

Ich grüsse euch alle!

2

Freitag, 30. Dezember 2011, 13:47

Liebe Marisa

Ich habe beobachtet, dass es meist recht lang geht bis die Diagnose klar ist. In dieser Zeit bekommt weder das betroffene Kind noch die Familie die wichtige Unterstützung oder Entlastung! So haben wir dies auch erlebt!

Daher finde ich deinen Einsatz für diese Sache super gut.

Was möchtest Du genau wissen? Schulische und oder Familien Unterstützung?

Liebe Grüsse
Kate
Wenn wir einem Menschen helfen wollen, müssen wir an ihn glauben. (Alb. Schweitzer)

Marisa

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3

Freitag, 30. Dezember 2011, 14:26

Hallo Kate,

danke für deine Antwort!

Ich bin an allen Möglichkeiten interessiert. Für mich würde es keine so grosse Rolle Spielen, in welchem Kontext ich als Sozialpädagogin Unterstützung anbieten könnte. Ich habe Berichte von Deutschland gelesen, wo Kindern mit AS eine Schulbegleitung zustehen soll, gibt es sowas in der Schweiz auch? Und wenn ja, von wem würde diese Aufgabe wohl ausgeführt werden? Und weisst du per Zufall gerade, was für Menschen bei den Autismus-Fachstellen arbeiten? Sind das alles Psycholog/-innen oder Sozialarbeiter/-innen oder evt. auch Sozialpädagog/-innen?

Liebe Grüsse!

Marisa

Kopfkino

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4

Freitag, 30. Dezember 2011, 17:46

Hallo Marisa

Also meine Thera hat mir vorgeschlagen, dass sie mich bei der IV anmeldet aus verschiedenen Gründen. Und dass ich dann noch einen "Coach" bekomme, eine Frau, die sich mit Menschen mit AS auskennen und schon lange mit denen arbeitet. Diese wird mich dann bei meinem Studium unterstützen, also bei der Organisation und so, einfach dort wo ich Hilfe brauche. Ich hoffe, dass dir das vielleicht weiter hilft.

Marisa

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5

Freitag, 30. Dezember 2011, 18:04

Hallo Kopfkino!

Danke für deinen Beitrag. Weisst du per Zufall, was diese Frau für einen Beruf hat? Ist sie Psychologin, Sozialarbeiterin, Pädagogin oder etwas anderes?

Liebe Grüsse!

Marisa

6

Freitag, 30. Dezember 2011, 18:10

Hallo Marisa

Im Kanton Bern bekommen Kinder mit AS Unterstützung in der Regelschule. Die Abklärungsstelle hat eine Stundenanzahl empfohlen. Zusammen mit den Lehrern und dem Schulinspektor wurde dann eine definitive Stundenanzahl festgelegt. Im Fall unserer Tochter sind das 5 bis 6 Stunden. Die Begleitung ist wohl meistens eine Lehrperson oder Heilpädagogin. Der Schulinspektor hat darauf hingewiesen, dass die Begleitperson nicht nur für das AS-Kind zuständig ist, sondern vielmehr die Lehrer entlasten soll.
Unsere Tochter hat die Einzelhilfe zunächst total abgeblockt. Sie will keine Spezialbehandlung. Ist ja auch verständlich.
Die Lösung war, dass die Begleitperson in kleinen Gruppen spezielle Unterstützung bietet, z. B. zusätzliche Übungen im Franz. Unsere Tochter ist dort oft dabei, aber nicht immer.
Welche Ausbildung die Leute in den Abklärungsstellen haben, kann ich leider auch nicht sagen.

Liebe Grüsse,
unam

Marisa

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7

Freitag, 30. Dezember 2011, 18:28

Vielen Dank, unam!

Eure Beiträge sind sehr aufschlussreich, ihr helft mir super weiter!

Danke!

Kopfkino

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8

Freitag, 30. Dezember 2011, 18:51

Sie ist keine Psychologin. Aber sie hat langjährige Erfahrung mit Aspie's. Mehr weiss ich leider auch nicht. Aber wenn ich mehr weiss, werde ich es dich wissen lassen. Ich finde es sehr gut von dir, was du mit deiner Arbeit erreichen willst. Denn ich habe das Gefühl, dass es immer noch zu wenig Angebote für Betroffene gibt, oder nur für solche die sehr stark eingeschränkt sind in ihrem Leben. Ich habe aber auch das Gefühl, dass viele Betroffene früh und dankbar für Hilfe wären. Aber ich will jetzt keine Diskussion darüber anfangen, ist nur meine Meinung dazu.

Marisa

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9

Freitag, 30. Dezember 2011, 19:42

Ich schreibe nun seit ca. Oktober an meiner Diplomarbeit und musste auch feststellen, dass es tatsächlich nicht wirklich viel Unterstützung für AS-Betroffene und deren Familien gibt. Und dass es scheinbar auch so ist, dass sich Betroffene alles selber hart erarbeiten müssen. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass es an einer vollumfänglichen Betreuung/Unterstützung für Familien mit Kindern mit AS fehlt. Kann das sein?
Ich kann mir vorstellen, dass es sehr mühsam ist, den Durchblick zu bekommen, was von wem in welcher Form angeboten wird, wo man sich Hilfe holen kann, was Sinn macht (das ist natürlich auch sehr individuell) etc. Mir geht es auf jeden Fall so.
Ich dachte mir, dass Autismus-Fachstellen da sehr gut beraten und koordinieren, was habt ihr da für Erfahrungen gemacht? Habt ihr das Gefühl, dass es da noch mehr Bedarf gibt (so etwas wie eine Person, die eine Familie unterstützt und in allen Belangen beraten kann)? Oder wo seht ihr am ehesten Bedarf, an was für Unterstützung es fehlt?

Ich grüsse euch!

10

Freitag, 30. Dezember 2011, 22:47

Ich habe es so erlebt. Keine spezifische Hilfe ohne Diagnose. Aber die Diagnose bekamen wir erst 10 Jahre nach der ersten Untersuchung! Wie ich es höre und lese von anderen Familien mit AS Kids ist dies die Regel.
Es sollte einen Entlastungsdienst geben für Familien mit Kindern, welche man nicht allen zum Hüten geben kann. Es gibt z.B. auch viele hyperaktive Kinder ohne Diagnose. Da sind die Eltern auch oft an ihren Grenzen. Frage: Wer soll das bezahlen???

Unsere Tochter hat mit 15j endlich eine Diagnose erhalten und ihre Psychologin arbeitet mit ihr seit knapp 1 Jahr daran, dass E. ihre Gefühle wahrnehmen lernt und anschliessend sogar in Worte fassen versucht. Daneben wurden die Medis gegen die Erschöpfung angepasst. E. macht grosse Fortschritte!!!

Liebe Grüsse
Kate
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Marisa

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11

Freitag, 30. Dezember 2011, 23:39

Hallo Kate!

Es ist schön zu hören, dass deine Tochter Fortschritte macht, das freut mich!

Ich habe schon von verschiedenen Entlastungsdiensten gelesen. Meistens sind die Kosten zu etwa 50% selber zu übernehmen, der Rest wird vom Entlastungsdienst als Verein übernommen. Bei solchen Entlastungsdiensten arbeiten meistens Laien. Ich frage mich nun, warum es für Familien mit AS-Kindern nicht möglich ist, einen solchen Dienst in Anspruch zu nehmen. Sind es die Kosten, das mangelnde Fachwissen der Laien, zu wenig Angebote der Dienste oder an was fehlt es?

Hat irgendjemand Erfahrungen damit?

Liebe Grüsse!

Marisa

12

Freitag, 20. Januar 2012, 21:22

Hallo Marisa

Bei uns war es so: der Alltag war so anstrengend, dass man nicht die Kraft hatte, irgendwoher Hilfe zu suchen. Unsere Mütterberatungsschwester hat uns mal ne Seniorin vermittelt. Das war ein Tropfen auf den heissen Stein...
Aber immerhin.

Liebe Grüsse
Kate
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13

Freitag, 20. Januar 2012, 21:45

Hallo Marisa !

Leider kann ich dir momentan nicht helfen, da ich nicht weiß was mir geholfen hätte. Ich bin leider erst seit vorgestern als Asperger Autist diagnostiziert, ich würde dir aber trotzdem gerne helfen. Wenn du interesse hast schreib mir einfach eine PM ;).

lg Frederico
"+++++ +++[- >++++ ++++< ]>+.< +++++ ++[-> +++++ ++<]> +.--- .<+++ [->--
-<]>- -.<++ +[->+ ++<]> ++++. <+++[ ->--- <]>-- .--.< +++[- >+++< ]>+++ +.<"

:thumbsup:

Angel

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14

Dienstag, 24. Januar 2012, 10:26

Hallo Marisa,

bei unserer Tochter ist es so, dass sie während 2 Stunden pro Woche 'Nachhilfe' bekommt, die Schulbegleiterin ist Heilpädagogin. Da unsere Tochter schon klassenbeste ist, braucht sie eigentlich keine Nachhilfe, die Schulbegleiterin ist vielmehr Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus, überprüft z.B. Prüfungen, ob sie 'aspergertauglich' sind, dh klar formuliert. Und wenn dann mal ein Vortrag in der Schule zu machen sein wird, so wird diese Schulbegleiterin zusammen mit unserer Tochter eine Lösung suchen, wie das am besten zu bewäligen ist.

Kopfkino

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15

Dienstag, 24. Januar 2012, 11:58

Das finde ich sehr gut. Denn ich war früher auch immer Klassenbeste, doch eben mit Vorträgen oder so hatte ich meine grössten Probleme. Da wäre eine solche Unterstützung sehr hilfreich gewesen. Denn an der Intelligenz mangelt es ja meistens nicht, die Probleme sind an anderen Orten vorhanden.

Ich wünsche allen, dass sie eine adäquate Hilfestellung bekommen können.

Marisa

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16

Donnerstag, 26. Januar 2012, 10:50

Hallo zusammen!

Ich danke euch herzlich für die Inputs! Ihr habt mir weitergeholfen!

Ich habe meine Diplomarbeit nun fertig geschrieben, fehlt nur noch drucken, binden, abschicken!:) juhuu!

Ich wünsche euch weiterhin alles Gute!

Liebe Grüsse! Marisa

Kopfkino

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17

Donnerstag, 26. Januar 2012, 12:34

Hallo Marisa

Gibt es irgendwie die Möglichkeit, dass man deine Diplomarbeit lesen kann? Ich würde mich nämlich sehr dafür interessieren.

18

Freitag, 27. Januar 2012, 22:07

Da wir seit Wochen Probleme haben mit Thema Schule,(Schulverweigerung) hat uns die EB (Erziehungsberatung) Bern am meisten geholfen ! Sie spricht mit den Lehrern,unser Ki.Psych. und schaut beim Schulinspektorat für eine offizielle Freistellung. Und wir sollen ihm jeglichen Druck wegnehmen.Nun ist er Zuhause und die Anmeldung läuft für die Ki.Tagesklinik.Später hoffen wir ,dass er in die Privatschule wechseln kann...Ohne ihn zu kennen,hat sie ihn richtig eingeschätzt und sie ist die Einzige ,die unser Problem ernst nahm und ihn auch versteht !

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19

Freitag, 27. Januar 2012, 22:40

Hallo Marisa,
ich bin die Mutter von einem 18 jährigen Jungen mit Asperger - Syndron, welches erst vor zwei Jahren diagnostziert wurde, obschon er schon mit 5 Jahren eine Abklärung hatte, auf einer Pychotherapiestation war und auf jeden Fall genügend "Fachpersonal" um sich hatte. Die erste Diagnose mit 5 war POS, mit elf wurde dann vom abklärenden Psychiater gesagt, dass es kein POS sei, sonder Erziehungsfehler. Er hat übrigens nie mit mir gespochen. Seit zwei Jahren geht mein Sohn in eine Therapue zu einem Psychologen, welcher selber ein Asperger-Syndrom hat. Seither gehts aufwärts und auch ich fühle mich gut unterstützt. Du siest also, dass es wohl in der Diagnosestellung immer noch sehr happert, welche natürlich zentral ist, für eine optimale Förderung.

Marisa

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20

Sonntag, 29. Januar 2012, 18:11

Ich danke nochmals für die zusätzlichen Antworten.

An Kopfkino: ich könnte dir meine Diplomarbeit als PDF-Datei mailen, wenn du willst. Ich habe schon einige Anfragen dafür und darum kann ich sie leider nicht für alle in einer gebundenen Version abgeben, das würde meinen Rahmen sprengen, wenn du weisst was ich meine. :-)

Send mir doch eine PN mit deinen Angaben, dann maile ich sie dir.

Liebe Grüsse!

Marisa

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