Was mich als Kind konkret am Einschlafen hinderte, weiß ich nicht mehr so genau.
Aber abends, das war die Zeit, in der man endlich allein war und das Tagesgeschehen nacharbeiten konnte,
in der aber gleichzeitig die Ablenkung von Befürchtungen wegen des nächsen Tages wegfiel.
Und es war die Zeit, in der die Eltern vor der Zimmertür zu streiten anfingen.
Meine elterliche Unterstützung bezüglich des Einschlafproblems beschränkte sich, soweit ich mich erinnern kann, auf folgenden Satz:
Wie willst du die Schule schaffen, wenn du nicht eher einschläfst?
Darum bin ich froh, wenn sich jemand ernsthaft Gedanken deswegen macht und sein Kind unterstützen will.
Doch ich kann nur ein paar Störfaktoren aufzählen, die mir heutzutage das Einschlafen schwer machen.
Immer noch ist die Nacht jene Zeit, in der ich nicht ständig ansprechbar sein muss und deshalb die aufgeschobene
Nachverarbeitung des Tagesgeschehens, aber auch die Planung für den folgenden Tag geschieht.
Und ohne Plan geht bei mir nichts.
Doch darf ich mich damit nicht zu lange beschäftigen.
Auch zu lange lesen darf ich nicht, denn wenn ich sehr müde bin, dann mache ich einfach das weiter, was ich gerade mache.
Und das recht lange.
Darum kann es mir passieren, dass ich bis zum nächsten Tag lese.
Irgendwie gibt es so etliches, das mich am entgültig Einschlafen hindert, auch wenn ich es geschafft habe, mit geschlossenen
Augen unter der Decke zu liegen:
Falten im Bettuch oder in der Kleidung,
ungünstige Temperaturen, besonders solche unter 20°C machen mir sehr zu schaffen, frösteln unter der Decke und schmerzhafter Kontakt
mit dem kalten Kissen, wenn ich den Kopf wende,
volle Blase oder leerer Magen,
bisweilen schmerzende Beine, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen,
eingeschlafene oder "verlegte" Gliedmaßen,
Geräusche von diversen Gerätschaften, die sich eigentlich erst in der Nachtruhe in den Vordergrund bringen,
beispielsweise habe ich den elektrischen Digitalwecker meines Mannes auf eine Lage Blubberfolie gestellt, seitdem
summt der Überbau des Bettes nicht mehr (viele Geräte summen, wenn Strom darauf ist oder vibrieren sogar),
uvm.
Ich gebe mir feste Zeiträume vor, innerhalb derer ich lesen oder kreuzworträtseln darf, um den Kopf ruhig zu bekommen.
Reicht das noch nicht, dann habe ich einen CD-Player am Bett. Ruhige Musik über Kopfhörer.
Ich darf dann keine mathematischen Rätsel machen (Schade!), da ich sonst beim nächsten Einschlafversuch nur noch Zahlen
im Kopf habe.
Fernsehen und PC-Tätigkeit sind eigentlich tabu, da ich eben dann ebenfalls gerne ins Zeitlose verfalle und, wenn ich müde bin,
das was ich gerade tue, immer weiter mache. Aber gerade nachts hat man halt die Ruhe dazu.
Abends noch mal eben schnell spazieren gehen, kann ich mir kaum vorstellen.
Lacht nicht, aber das müsste ich erst planen. Damit wird es zu etwas Aufregendem, das vor dem Einschlafen wiederum verarbeitet werde muss.
Wenn ich abends noch etwas trinke, dann muss ich sicher nach wenigen Minuten aus dem Bett und auf die Toilette.
Milch würde mir eh Bauchdrücken bereiten.
Deshalb esse ich kurz vor dem Schlafengehen etwas mir gut Verträgliches. Dann ist der Bauch ruhig. Und der Zuckerspiegel am
folgenden Morgen hoch genug, dass er mich nicht gleich wieder zurück ins Bett zieht.
Ich versuche wenigstens in der einen Stunde vor dem geplanten Zubettgehen keine Gespräche oder gar Telefonate mehr zu führen, bei denen
ich mitdenken muss.
Und versuche in dieser Zeit insgesamt alles zu vermeiden, was zusätzlich gedanklich verarbeitet werden müsste.
Oft könnte ich bereits um acht Uhr einschlafen, so müde bin ich. Das ist mit der Familie unmöglich.
Also muss ich mich wieder in Aktivität zwingen. Dannach bin ich so überzogen, dass das die besonders späten Abende werden.
Für mich ist es besser, zu schlafen, wenn ich müde bin, als einen festen Rhytmus einzuhalten.
(Auch wenn das reine Theorie ist.)
Bei mir entsteht nämlich allein durch Regelmäßigkeit keine Automatik. Zumindest was die Schlafenszeiten anbelangt. Nur die
Hauptschlafenszeit zwischen zwei und fünf Uhr steht fest. Darum habe ich nie eine ganze Nacht durchgemacht.
Möglicherweise sind meine Stichpunkte etwas durcheinander, weil ich nebenbei mit meiner Tochter Hausaufgaben mache.
Das kann ich jetzt nicht ändern.
Grüsse
friedel