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Christopher

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Donnerstag, 10. Februar 2011, 13:58

AS-Persönlichkeiten (in der Vergangenheit)

Salü

In einer anderen Diskussion kamern wir auf dieses Thema, unsere Redaktorin hat die Eröffnung eines neuen Threads vorgeschlagen, was ich natürlich sofort mache. ;)

Wie dort geschrieben, gab es verscheidene sehr interessante Persönlichkeiten mit AS.
Ich beginne mal mit einer Aufzählung;
Leonardo da Vinci
Wilhelm Busch
Robert Walser
Albert Einstein
Antoine de Saint-Exupéry.

Wer fällt Euch dazu ein, was fasziniert Euch an diesen Leuten?

Herzliche Grüsse

Christopher

Thomas Girsberger

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2

Freitag, 11. Februar 2011, 10:47

Berühmte Persönlichkeiten und Asperger-Syndrom

Zu diesem Thema möchte ich sehr gerne auch beitragen. Wer englische Bücher lesen kann, sollte unbedingt die Publikationen von PROF. MICHAEL FITZGERALD durchstöbern. Er ist Psychiatrie-Professor am Trinity-College in Dublin und hat mittlerweile eine grosse Zahl von Büchern zum Thema Asperger-Syndrom geschrieben, insbesondere in Zusammenhang mit berühmten Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Literatur, Malerei, Musik und Philosophie, und zwar sowohl aus jüngster Vergangenheit wie auch zurück bis in die Antike. Er weist auch, wie ich, immer wieder auf Überschneidungen und Ähnlichkeiten mit dem Bereich ADHS hin.

Da er den deutschsprachigen Bereich kaum kennt (Ausnahmen sind Mozart, Beethoven oder der Philosoph L.Wittgenstein), möchte ich einige Vermutungen zu Persönlichkeiten äussern, die M.Fitzgerald nicht erwähnt:

Da wäre zum Beispiel der Schriftsteller Patrick Süskind. Er müsste sich wohl die Frage gefallen lassen, warum er sich extrem "rar" macht und nie in der Öffentlichkeit erscheint. Und warum er als Romanfiguren ausschliesslich extreme Persönlichkeiten, Aspies eben, auswählt. Wer "Das Parfüm", "Die Taube", "Die Geschichte vom Herrn Sommer" oder den "Kontrabass" gelesen hat, weiss wohl, wovon ich rede.

Oder der Maler Friedensreich Hundertwasser. Schon der Name spricht Bände, sein bürgerlicher Name tönt viel banaler (Friedrich Stowasser). In seinem Stammhaus in Wien habe ich viel Interessantes über seine Biographie gefunden. Er war ein einsamer Weltenbummler, der manchmal monatelang allein mit seinem Segelschiff unterwegs war (auch Albert Einstein war übrigens ein leidenschaftlicher Segler).

M.Fitzgerald vertritt übrigens auch die Meinung, dass Aspies unter bestimmten historischen Umständen die geborenen Helden und Märtyrer sind, bereit, für ihre Überzeugung ohne Rücksicht auf Verluste einzustehen und notfalls auch zu sterben. Er bringt dazu Beispiele aus der irischen Geschichte. Bei der Lektüre kam mir dann die Idee: warum eigentlich nicht auch unser guter alter Wilhelm Tell. Seine Bereitschaft, wegen eines Hutes das eigene Leben und das seines Sohnes aufs Spiel zu setzen, könnte man ja auch als "stur" und "dumm" bezeichnen, eben einzig der Gerechtigkeit und der Wahrheit verpflichtet, unter Vernachlässigung des Gesamtzusammenhangs und einer - von einem neurotypischen Standpunkt aus - falschen Prioritätensetzung.

Das Problem ist natürlich, dass hier zuverlässige biographische Daten völlig fehlen und deshalb spätestens beim Tell der Boden der seriösen Betrachtungsweise verlassen wird, was bei M.Fitzgerald nie der Fall ist. Aber Gedankenspiele sind ja immer erlaubt und führen manchmal auch zu neuen Erkenntnissen.

3

Freitag, 11. Februar 2011, 13:34

Ich hatte bein Lesen dieser Wittgensteinbiographie manchmal den Eindruck, dass in dieser Familie fast alle Mitglieder mehr oder weniger tief im Spektrum sind ...;)

http://www.amazon.de/Das-Haus-Wittgenste…n/dp/3100922204

Das Nachwort über den Autor in Gustave Flauberts "Madame Bovaray" liest sich für mich auch wie die Biographie eines autistischen Menschen.

In den Romanen von Amelie Nothomb und Philip Roth fand ich einige Charaktere mit stark autistischen Zügen. Amelie Nothomb beschreibt in diesem Buch autobiographisch ihre ersten, stark autistisch anmutendenden, Lenbensjahre:

http://www.amazon.de/Metaphysik-R%C3%B6h…97426962&sr=1-1

Manchmal denke ich ausserdem bei gewissen Dialogen in den Filmen von Woody Allen an AS.... Seine extrem strukturierte Arbeitsweise und der enorme Output an Filmen (jährlich) finde ich bei ihm enorm.


endeavour

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4

Sonntag, 13. Februar 2011, 17:47

Craig Nicholls

Australischer Rocksänger (The Vines) hat AS, was sogar öffentlich bekannt ist. Er ist bei einer Show mal ausgerastet, weil das Publikum reingeschwatzt hatte und er das also respektlos empfand. Ob das war ist, weiss ich nicht, aber beim Studieren von gewissen Reaktionen des Sängers (mal abgesehen von der übermässigen Aggression) kommt mir einiges bekannt vor.

Grüsse
Endeavour

5

Sonntag, 13. Februar 2011, 18:10

Bill Gates
Erik Satie
Andy Warhol
John Nash (Mathematiker)
Alfred Hitchcock


das sind ein paar meiner spekulationen ^^

6

Sonntag, 13. Februar 2011, 20:11

Theodore Kaczynski, Mathematiker und "Bombenleger"
Kristian Eivind Espedal <- Vom Denken her würde es noch Sinn machen
Linus Torvalds, Programmierer

Sind nur Spekulationen, was denkt ihr darüber?

7

Dienstag, 26. April 2011, 20:52

Brian Hugh Warner

Zitate wie :

Helnwein sagt, Sie seien ähnlich einsam wie er.
Manson:
Ganz bestimmt. Es ist übrigens nicht nur schön, sondern auch befremdlich, jemanden zu finden, der tatsächlich das Gleiche liebt wie man selbst. Ich bin gewohnt für meine Ideen verurteilt zu werden - und plötzlich ist da jemand, der mich auf Anhieb versteht. Ich war nie ein geselliger Mensch. Das ist einer der Gründe, warum Leute wie ich Entertainer werden - weil sie anders nicht kommunizieren können.

sprechen eigentlich nur dafür.

Ausserdem ist er ein guter Philosoph mit recht speziellen und hochinteressanten Ansichten.

Ist jedoch nur eine Spekulation.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jack« (26. April 2011, 20:59)


8

Sonntag, 1. Mai 2011, 19:34

Hier eine weitere Spekulation meinerseits:
William James Sidis: (William James Sidis (deutsche Wikipediaseite)).
Die englische Seite ist allerdings viel ausführlicher: (William James Sidis (englische Wikipediaseite)).
Meine Spekulation kommt (unter anderem) daher, dass er Hyperlexie hatte.

Interessant sind unter anderem auch die Schätzungen über seinen IQ auf 250-300, welcher aber nie getestet wurde und die Meinung von James' Vater
->Boris Sidis (James' Vater) once dismissed tests of intelligence as "silly, pedantic, absurd, and grossly misleading."

Wie findet ihr den Aspekt, dass die Eltern von James Sidis ihn zu einem "Genie" erziehen wollten? Denkt ihr sie waren erfolgreich mit ihren Lernmethoden oder wäre er auch ohne diese Methoden so fortschrittlich im Verhältnis zu Gleichaltrigen gewesen?

Array

endeavour

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9

Montag, 2. Mai 2011, 19:43

Ich habe in einem Artikel gelesen, dass auch Isaac Newton autistische Züge gehabt haben soll. Er war nie verheiratet, eher ein Eigenbrödler und stolperte immer wieder über seine Unfähigkeit, Kritik zu empfangen. Und doch ein Genie.

Weiss aber nicht, ob er es wirklich war, aber es gibt doch einige Artikel und Thesen, die dafür sprechen.

Grüsse
Endeavour

10

Montag, 2. Mai 2011, 22:04

Wie findet ihr den Aspekt, dass die Eltern von James Sidis ihn zu einem "Genie" erziehen wollten?


Traurig, weil Ihnen Ihr Sohn egal war.

11

Freitag, 6. Mai 2011, 22:48

Hi

Zu: "Traurig, weil Ihnen Ihr Sohn egal war."
Das muss nicht unbedingt sein. Dahinter kann auch der (hier etwas übertriebene Gedanke) stecken etwas aus ihren Sohn machen zu wollen.
Auf einer bestimmten Ebene kann der Sohn ihnen auch gar nicht egal gewesen sein, sonst hätte man, in Bezug auf Bildung, gar nicht erst so viel aufgewandt. (Meinst du mit egal: Die Eltern benutzen ihr Kind als Marionette, für Dinge, die das Kind von der Sicht der Eltern aus erreichen soll?)

12

Freitag, 6. Mai 2011, 22:58



Menschen akzeptieren einen nur wenn die Leistungen stimmen und dazu kenn ich genügend beispiele..

Wenn sich ein Mensch nicht nach der Idealvorstellung einiger Eltern anpasst wird es abgestossen Stichwort :

Homosexualität, Behinderung etc..

Wenn jemand gut ist so wird er gelobt, es ist wie ein Wettbewerb..

Bei einigen zählt nicht nähe, so wie du bisst sondern was du kannst..

Ach mein Sohn der ist so gut in der Schule.. blablabla ^^

Ich kenne jemanden der wurde weil er schwul ist von seinem Vater abgestossen und was er mir da erzählte will ich nicht veröffentlichen, aber es ist sehr sehr hart.. ) :

Die Eltern sind nicht am KINDE sondern am MEIN KIND IST SO TOLL Interessiert..

Wenn ich ein Kind hätte, so würde ich mit Ihm Angeln gehen und zeigen, dass es auf der Welt wichtigeres gibt anstatt immer im Rampenlicht zu stehen.

Kinder Wollen und Benötigen eine KINDHEIT !!!

Finde ich sehr sehr wichtig !

Diese Mini- missen habe ich schon desöfteren weinen gesehen, es gibt aussnahmen aber manchmal merkt man dass es einfach nur die Eltern ist und das ist egoistisch.

Sie wollen nur Kompensieren, was sie verpasst haben und was mit Ihrer Tochter ist spielt keine Rolle. ) :

Sehr Sehr Traurig ) =

friedel

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13

Freitag, 6. Mai 2011, 23:59

(Antwort auf Array und Jack, sonst wahrscheinlich offtopic:)

Fatal ist, dass Kinder scheints instinktiv begreifen, dass ihre Weiterexistenz vom Wohlwollen der Erwachsenen abhängt. Sie versuchen also immer, wenn sie gefragt werden, erst zu ergründen, was denn die Eltern hören wollen. Natürlich sollen sie auch die Wahrheit sagen, aber wenn sie dabei die falsche Wahrheit erwischen, werden sie doch geschimpft, oder man lässt sie zumindest Enttäuschung spüren.

Persönliches Beispiel: Als mich meine Eltern fragten, ob ich denn auf das Gymnasium wolle, gab es für mich, die ich mir damals nicht im geringsten vorstellen konnte, was ich mit dem Begriff Gymnasium verbinden sollte, nur eine mögliche Antwort, von der ich dachte, sie würden sie erwarten: Ja.

Ich hatte Glück. Es war wohl die richtige Entscheidung.

Wenn man als deren Mutter so eine kleine Miss fragen würde, ob ihr das gefällt, wird immer ein Ja als Antwort kommen, selbst wenn das Kind gleich darauf in Tränen ausbricht. Und die Mutter würde glauben, was sie zu hören erhofft hat und sich über die Tränen sehr wundern.
Keine Aussage wird wahrer, indem sie häufig wiederholt wird.

Aber sie gewinnt dadurch ungemein an Glaubwürdigkeit. (UT)

Koala

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14

Samstag, 7. Mai 2011, 12:48

Da gibt es noch mehr solche:

- Vincent van Gogh (Künstler in Malen)
- Wolfgang Amadeus Mozart (Musik)
- Ludwig Wittgenstein (Philosopher, baute eine Nähmaschine)

Freundliche Grüsse
Koala

15

Samstag, 7. Mai 2011, 16:37

AS-Persönlichkeiten in der Gegenwart


16

Sonntag, 8. Mai 2011, 22:04

Ich möchte da mal auf meine kleine Sammlung von lebenden Asperger-Persönlichkeiten aufmerksam machen.
Hallo ma-ko

Ich habe in Deinen Seiten geschnöbert und es ist nach meiner Meinung sehr interessant. :thumbsup2:

Ich finde es aber auch sehr diskret, bescheiden und korrekt, wie Du Dich über Deine Arbeit hier aufmerksam machst.
Ich freue mich auch von Deinen persönlichen Erfahrungen und Deinem Werdegang noch mehr zu erfahren.

:knuddel:

soleil

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17

Montag, 9. Mai 2011, 13:28

Ich möchte da mal auf meine kleine Sammlung von lebenden Asperger-Persönlichkeiten aufmerksam machen.
hallo ma-ko

Eine wahrlich nicht "kleine", sondern sehr umfangreiche Sammlung!

Danke für den Link!

grüsse

soeleil

18

Donnerstag, 12. Mai 2011, 22:46

Ach, das ist ja so richtig kuschelig bei Euch. Das bin ich aus anderen Asperger-Foren gar nicht gewohnt... :) Um genau zu sein, bin ich so gar etwas überfordert damit. :wacko: Was schreib ich jetzt bloß? :S

Auf jeden Fall finde ich es schön, mal Feedback für die Liste zu bekommen.

gery75

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19

Montag, 16. Mai 2011, 11:36

Mir kommen noch zwei Personen in den Sinn:

Ludwig van Beethoven

Albert Einstein: Er hatte ja so seine Probleme in der Schule resp. bei der Aufnahmeprüfung an das Polytechnikum(heute ETH). Seine Relativitätstheorie schrieb er ja mit 28. Die Fragen die er sich stellte, zeugen davon, dass er in einer eigen Welt lebte. Er ist eigentlich immer eine Art Kind geblieben. Der Umgang mit anderen Menschen war für ihn schwierig. Besonders mit seiner Frau. Er war eigentlich nicht wirklich Beziehungsfähig.

Bruce Springsteen(Spekulation, da er sich 1. wie Süsskind extrem rar macht. Er gibt nie ein Interview. 2. seine Musik ist genial. Aber sie wurde am Anfang von den Bandmitglieder nicht verstanden. Er benötigte einen Übersetzter. Des weiteren konnte und kann er Lieder einfach so komponieren. Es ist für ihn bis heute nichts spezielles. Mozart war auch so. Wer Springsteen je live gesehen hat, kann erleben, wie er mit der Musik spielt. Er kann jedes Stück so spielen wie er will. Das ist das geniale an ihm.)

gery75

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20

Montag, 16. Mai 2011, 12:43

Springsteen ist so. Er ist eigentlich ein Geschichtenerzähler. Aber auf seine Art. Er hat mal gesagt, dass wenn man etwas über ihn wissen will, man seine Konzerte anschauen muss. Weiter ist es so, dass seine Konzerte früher so um die 4 Stunden dauerten. Das ist für einen NT nicht machbar. Seine Band ist es gewohnt, aber gleichwohl.

Er kann auch Stücke ankündigen, welche nie geprobt worden sind. Dasist auch nicht NT typisch. Er lebt in seiner eigenen Welt, welche nur aus Musik besteht. Am besten ist er, wenn er nur seine Akustische Gitarre und die Mundharmonika hat.

Born to run ist das beste Beispiel dafür.

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